Tischtennis-Bundesliga Werder hat geliefert

Weil Mannschaftsarzt Thomas Milde Bremens Topspieler Mattias Falck rechtzeitig fit bekommt, holt Werder beim 3:1-Sieg gegen Grünwettersbach wichtige Punkte im Abstiegskampf. Auch Kirill Gerassimenko glänzt.
22.12.2021, 22:21
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Werder hat geliefert
Von Frank Büter

Der SV Werder musste liefern – und er hat geliefert: Zum Hinrundenabschluss in der Tischtennis-Bundesliga gewann das Team von Trainer Cristian Tamas das wichtige Duell gegen den ASV Grünwettersbach mit 3:1. Der Abstand zur Abstiegszone bleibt damit gewahrt, der Anschluss an das untere Mittelfeld der Liga ist hergestellt. "Jetzt können wir etwas beruhigter in die Weihnachtspause gehen", sagte Cristian Tamas. Er sagte aber auch: "Es war nur ein Heimsieg, mehr nicht. Alle Mannschaften da unten werden weiter kämpfen."

Die Gäste waren mit breiter Brust nach Bremen gereist. Sie hatten drei der vergangenen vier Spiele gewonnen, zuletzt überraschend sogar den Tabellenzweiten Ochsenhausen 3:2 bezwungen und sich so ins untere Mittelfeld vorgearbeitet. Werder wiederum war nach vier Niederlagen in Folge voll reingerutscht in den Abstiegssumpf und stand nur aufgrund der besseren Spieldifferenz nicht auf einem Abstiegsplatz. Zudem hatte Schlusslicht Homburg am Vorabend beim TSV Bad Königshofen mit 3:2 gewonnen, war damit nach Pluspunkten gleichgezogen mit Werder und hatte den Druck auf die Hanseaten so noch zusätzlich erhöht.

"Unser kompletter Fokus gilt dieser Partie gegen Grünwettersbach", hatte Trainer Cristian Tamas vor dem Spiel gesagt. Es sei eine schwierige Phase, die man bestmöglich überstehen müsse. Immerhin konnten die Bremer in dieser wichtigen Begegnung wieder voll auf ihren Topspieler Mattias Falck setzen, der zuletzt bei den 0:3-Pleiten gegen Mühlhausen und in Düsseldorf aufgrund starker Rückenprobleme arg gehandicapt an den Tisch gegangen war und jeweils nur an Position drei aufgeboten wurde. Werders medizinische Abteilung um Dr. Thomas Milde hatte jedoch in den vergangenen Tagen gute Arbeit geleistet: Gegen Grünwettersbach ging Doppelweltmeister Falck nicht nur wieder als Einser in die Partie, er trumpfte auch wieder als echte Nummer eins auf. "Das war nah dran an 100 Prozent", freute sich Cristian Tamas und ergänzte: "Diese Punkte hat unser Mannschaftsarzt für uns gewonnen."

Matthias Falck hatte gegen den im Einzel weiter sieglosen Dänen Tobias Rasmussen (Bilanz 0:7) wenig Mühe, sich in einer knappen Viertelstunde mit 3:0 durchzusetzen. Der Weltranglistenneunte spielte mit viel Gefühl und gutem Auge, agierte fast fehlerfrei und sorgte vor allem mit seiner starken Rückhand für viel Druck und die nötigen Punkte. Als er den zweiten Matchball verwandelt hatte, ballte Mattias Falck erleichtert die Faust, die Last, die in diesem Moment vom 30-Jährigen abfiel, war fast greifbar.

Werder lag also wie erhofft mit 1:0 vorn. Und es sollte noch besser kommen, weil sich auch Kirill Gerassimenko an diesem Abend von seiner besten Seite zeigte. Der Kasache spielte gegen den routinierten Wang Xi sehr clever und variabel – und er entschied die wichtigen, die spektakulären Ballwechsel für sich. In den ersten beiden Sätzen benötigte der 46. der Weltrangliste zwar jeweils etwas Anlauf, gewann aber diese beiden Sätze nach 1:4-Rückständen mit 11:8. Den dritten Satz dominierte Gerassimenko dann nach Belieben, führte schnell mit 3:1 und 7:3 und nutzte schließlich den ersten Matchball, um Bremen mit 2:0 in Führung zu bringen. "Kirill hat eine tolle Leistung geboten", lobte Tamas, "das war höchstes Niveau".

Im dritten Einzel hätte Hunor Szöcs dann mal ein Ausrufezeichen setzen können, doch der Rumäne läuft seiner Form weiter hinterher. Mit 1:3 musste sich Szöcs dem früheren Düsseldorfer Ricardo Walther geschlagen geben. Und das, obwohl der Kontrahent durch eine Knöchelblessur sichtlich beeinträchtigt war in seinem Bewegungsradius. Der in dieser Saison immer noch sieglose Szöcs schaffte es indes nicht, seinen Gegner ins Laufen zu bringen. Dafür war die Fehlerquote zu hoch, und auch die Länge in den Schlägen stimmte nicht.

Aber Werder hatte ja einen gut aufgelegten Mattias Fack in seinen Reihen: Im Topspiel des Abends gegen den seit 14 Jahren in der Bundesliga spielenden Wang Xi sorgte der Schwede für den erlösenden dritten Punkt. Der 3:1-Satzerfolg war kein Augenschmaus, weil von beiden Akteuren zu viele leichte Fehler gemacht wurden, aber er war immens wichtig. Und er lässt Werder zumindest etwas entspannter auf die Rückrunde blicken, die am 16. Januar mit einem Heimspiel gegen Bad Königshofen beginnt. Er hoffe im nächsten Halbjahr auf einen besseren Verlauf, sagte Cristian Tamas. Darauf, weniger Verletzungsprobleme zu haben und mit neuem Schwung befreiter aufspielen zu können.

SV Werder - ASV Grünwettersbach 3:1

Falck - Rasmussen 3:0 (11:8, 11:1, 11:9)

Gerassimenko - Wang Xi 3:0 (11:8, 11:8, 11:5)

Szöcs - Walther 1:3 (9:11, 9:11, 11:8, 6:11)

Falck - Wang Xi 3:1 (11:9, 12:10, 7:11, 11:8)

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