German Open Tischtennis-Elite trifft sich in Bremen

Bremen. Bremen ist in dieser Woche die Topadresse im Tischtennis – erst auf nationaler, dann auf internationaler Ebene. Dienstagabend steigt das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Werder und Saarbrücken, tags darauf beginnen die German Open.
29.10.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Tischtennis-Elite trifft sich in Bremen
Von Jörg Niemeyer

Bremen. Wenn es auf der Welt eine Hauptstadt im Tischtennis gäbe, so hieße sie in dieser Woche Bremen. Seit Jahren ist die Hansestadt Ausrichter internationaler Topturniere. Weil sie das anerkannt gut macht, finden in diesem Jahr ab Mittwoch die German Open bereits zum fünften Mal in der ÖVB-Arena statt.

Um das Programm für die Tischtennis-Fans rund zu machen, einigten sich der SV Werder Bremen und der 1.FC Saarbrücken auf den morgigen Dienstag als Austragungstermin des Bundesliga-Spitzenspiels. Ab 19 Uhr treffen beide Teams in der Hermine-Berthold-Straße aufeinander – für die Saarländer hat das den Vorteil, dass ihre drei Akteure gleich hier bleiben können, um die German Open zu spielen. Was für die Qualität der Mannschaft spricht, die in diesem und im vergangenen Jahr deutscher Vizemeister wurde und außerdem auch im Halbfinale der Champions League stand.

Werder hält Kontakt zur Spitze

Doch auch die Qualität in Werders Team ist kontinuierlich gestiegen. Abzulesen einerseits an der Tabelle, wo Werder – und Saarbrücken – engsten Kontakt zur Spitze halten. Zu erkennen andererseits aber auch daran, dass das komplette Werder-Quartett mit Chuang Chih-Yuan, Adrian Crisan, Constantin Cioti und Paul Drinkhall bei den German Open startet. Zumindest Chuang und Crisan ist in Abwesenheit der Chinesen einiges zuzutrauen.

Adrian Crisan, vor acht Tagen Bronzemedaillengewinner bei der EM, unterstrich auch am Wochenende seine hervorragende Verfassung.

Als Mitglied einer fünfköpfigen Europa-Auswahl mit Ovtcharov, Samsonov, Maze und Mattenet steuerte der Rumäne in Frankreich zwei Punkte zum 6:4-Sieg über eine asiatische Auswahl bei. So sehr sich Werders Teamchef Sascha Greber über Crisans Erfolge auch freut – mit einem weinenden Auge betrachtet er die Belastung, die die vielen Reisen zuletzt für Crisan bedeuteten.

Chuang Chih-Yuan hat geheiratet

Erst die EM in Dänemark, dann PR-Termine in Rumänien, nun der Kontinental-Vergleich in Frankreich: "Der kommt uns im Moment ein bisschen zu viel herum", sagte Greber scherzhaft. Sontagabend sollte Crisan wieder in Bremen ankommen, ebenso wie Chuang Chih-Yuan, der während seines jüngsten Heimat-Aufenthaltes heiratete.

Zweifel an der Fitness des Taiwanesen hegt Greber nicht. "Der bereitet sich immer optimal vor." Was in seinem eigenen Trainingszentrum auch kein Problem ist. Heute also sind die Werderaner erstmals wieder zusammen, um sich auf den nächsten Liga-Gegner einzustimmen. Greber hofft, dass Crisan seine Form in die Punktspiele hinüberrettet. Die Saison-Bilanz des Rumänen ist noch negativ (2:4) – ein ungewohntes Bild. Doch im EM-Viertelfinale fertigte Adrian Crisan den für Saarbrücken spielenden Portugiesen Joao Monteiro mit 4:0 ab. Ein Ergebnis, das für morgen hoffen lässt.

Das große Plus der Saarbrücker sei, so sagt Sascha Greber, deren Ausgeglichenheit. Mit Monteiro, Bojan Tokic und Bastian Steger – er gewann wie Crisan EM-Bronze – verfüge der 1.FC über ein gleichwertiges Trio, das entsprechend variabel aufgestellt werden kann. "Da kann jeder an Position eins spielen", sagt Greber.

Für beide Teams steht viel auf dem Spiel

Obwohl die Saison noch sehr jung ist, steht am Dienstag für beide Teams viel auf dem Spiel. Angesichts von jeweils 4:4 Punkten brauchen beide einen Sieg, um an Düsseldorf und Ochsenhausen dranzubleiben. "Die Zuschauer können sich jedenfalls freuen", sagt Sascha Greber, "jedes einzelne Duell gegen die Saarbrücker wird ein Leckerbissen sein.

Auf hochwertiges Tischtennis können sich die Zuschauer ab Mittwoch auch in der ÖVB-Arena einstellen. Die komplette deutsche Elite mit Boll, Ovtcharov, Süß und Baum wird spielen. Sie sind ebenso gesetzt wie Chuang und Crisan sowie die ehemaligen Werderaner Seiya Kishikawa, Jens Lundqvist und Kamal Achanta. Cioti und Drinkhall müssen sich ab Mittwoch noch fürs Hauptfeld qualifizieren. Bei den Frauen sind mit Jiaduo Wu, Irene Ivancan, Kristin Silbereisen und Zenqui Barthel ebenfalls Deutschlands beste Spielerinnen in Bremen dabei.

302 Spieler aus 42 Nationen

Für die German Open haben insgesamt 302 Spieler aus 42 Nationen gemeldet. An den Qualifikationstagen, Mittwoch und Donnerstag, ist der Eintritt für alle frei. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre können das Turnier auch am Sonnabend kostenlos verfolgen. Ihre erwachsenen Begleitpersonen müssen allerdings eine Karte kaufen. Bis einschließlich 16 Jahre ist eine volljährige Begleitung gesetzlich vorgeschrieben.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+