Tischtennis-Pokal

Nichts für schwache Nerven

Bitteres Aus für den SV Werder: Trotz toller Moral hat das Bremer Tischtennisteam das Pokal-Achtelfinale gegen den Ligarivalen Bergneustadt mit 2:3 verloren.
05.10.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Nichts für schwache Nerven
Von Frank Büter

Bremen. Der Einstieg in die neue Spielzeit bleibt ein Auf und Ab für den SV Werder Bremen. Am Freitagabend erst hatte das Tischtennisteam beim 3:1-Erfolg gegen Bad Königshofen den ersten Punktspielsieg der noch jungen Saison gefeiert und damit nach zuvor zwei Niederlagen den drohenden Fehlstart verhindert. Keine 48 Stunden später aber gab es den nächsten emotionalen Rückschlag: An heimischen Tischen musste sich die Mannschaft von Trainer Cristian Tamas im Achtelfinale des Pokalwettbewerbs dem TTC Schwalbe Bergneustadt mit 2:3 geschlagen geben. Eine Partie, die spannend war. Spektakulär. Hochklassig. Und ganz bestimmt nichts für schwache Nerven.

Eine Partie, die unabhängig vom Ergebnis aber auch deutlich gemacht hat: Moral und Einsatz in Bremer Reihen stimmen. Auch in schwierigsten Situationen gibt das gesamte Team alles. In diesem speziellen Fall galt das überdies auch für das Team rund ums Team. Marcelo Aguirre (Schulter) und Hunor Szöcs (Rücken) waren nach der Freitagpartie körperlich stark angeschlagen, bei beiden Akteuren war ein Einsatz gegen Bergneustadt lange fraglich. Nur dank der Unterstützung von Mannschaftsarzt Thomas Milde und den Physiotherapeuten Timo Grauerholz und Klaus Gunkel, die Sonderschichten einlegten und ganze Arbeit leisteten, war es Werder überhaupt möglich, am Sonntag in kompletter Besetzung ins Spiel zu gehen.

Ein Spiel, das kurios begann. Beide Einser, Mattias Falck auf Bremer und Benedikt Duda auf Bergneustädter Seite, mussten zunächst eine glatte 0:3-Niederlage quittieren. Falck, Nummer neun der Weltrangliste und am Freitag mit zwei Einzelerfolgen noch Sieggarant gegen Bastian Steger und Königshofen, musste sich in der Auftaktpartie dem in der Rangliste deutlich schlechter positionierten Spanier Alvaro Robles geschlagen geben. Für den wichtigen Ausgleich sorgte dann der abermals stark aufspielende Kasache Kirill Gerassimenko, der dem favorisierten Duda mit seinem mutigen, variablen Spiel keine Chance ließ. „Das war wirklich eine tolle Leistung von Kirill“, lobte auch Werder-Coach Tamas. „Duda ist immerhin einer der besten Spieler in der Bundesliga.“

Nachdem Hunor Szöcs im Vergleich der Dreier gegen den Österreicher Stefan Fegerl einmal mehr zu viele Möglichkeiten liegen gelassen und zurecht verloren hatte, war es Werders Topmann Falck, der die Bremer Chance auf das Viertelfinale am Leben hielt. Und wie! Mit einer unglaublich starken kämpferischen und spielerischen Leistung rang der Schwede im Spitzenspiel sein Gegenüber Duda in fünf Sätzen nieder. Mit Ballwechseln allererster Güte. Und mit Nerven wie Drahtseilen. Im vierten Satz wehrte Falck gleich drei Matchbälle ab und schaffte es noch, die Partie zu drehen. Die knapp 80 Zuschauer auf der Tribüne waren aus dem Häuschen.

Die Entscheidung musste also im Abschlussdoppel fallen. Und wie schon am zweiten Ligaspieltag in Fulda fiel sie auch diesmal gegen Werder. Das Duo Aguirre/Szöcs, in der Vorsaison in dieser Konstellation in vier Partien viermal siegreich, musste sich der Bergneustädter Paarung Robles/Fegerl in vier Sätzen beugen. Im Dress der Schwalben war es vor allem der amtierende Vize-Weltmeister im Doppel, Alvaro Robles, der in einem von vielen schnellen Ballwechseln geprägten Doppel die entscheidenden Akzente setzte. Weiter geht es am Sonntag um 15 Uhr mit einem Heimspiel gegen Rekordmeister Düsseldorf.

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