Tischtennis Werders Traumstart am Tisch

Angeführt von Europameister Mattias Falck besiegt der SV Werder auch Mühlhausen und steht in der Bundesliga nach zwei Erfolgen gegen Spitzenmannschaften bestens da. Das nächste Spitzenteam wartet aber schon.
04.09.2022, 20:19
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Werders Traumstart am Tisch
Von Olaf Dorow

Vor dem Spiel bekam er ein Präsent und Blumen überreicht, dazu Lobesworte vom Werder-Präsidenten. Nach dem Spiel durfte Mattias Falck seine kleine Tochter auf den Arm nehmen. Konnte er es sich da leisten, zwischendurch dem Präsidenten, seiner Familie und den rund 300 Zuschauern eine Tischtennis-Niederlage zurückzuschenken? Theoretisch natürlich schon, aber in der Praxis war es so, dass der SV Werder diese Bundesliga-Partie mit 3:1 gegen die Post SV Mühlhausen gewann.

Es war der zweite Erfolg im zweiten Saisonspiel, und es war wieder nicht irgendwer, den die Bremer bezwungen hatten. Am Sonntag davor habe man mit Bad Königshofen einen Gegner geschlagen, der in die Play-offs der besten vier will. So rechnete es Werders Teammanager Sascha Greber vor. An diesem Sonntag schlug sein Team, abgeführt von Mattias Falck, einen Gegner, der in der vergangenen Saison Dritter der Bundesliga und Viertelfinalist in der Champions League war. „Ich denke“, sagte Sascha Greber, „man kann schon von einem Traumstart sprechen.“

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Für den Beginn nach Maß sorgte in der heimischen Klaus-Dieter-Fischer-Halle: Mattias Falck. Eben noch vom Werder-Präsidenten Hubertus Hess-Grunewald für seine beiden kürzlich errungenen EM-Medaillen gewürdigt und beschenkt, legte er gegen Ovidiu Ionescu so los, wie man es sich bei einem Topspieler Europas erwarten würde. „Ich fühle mich gut in Form, die EM-Erfolge waren noch mal ein guter Booster für die Bundesliga“, sagte der Schwede. Dass erstmals seine Familie mit dabei war in der Halle, dürfte ebenfalls einen Booster-Effekt gehabt haben.

Falck gab gegen Ionescu, der seine Trainingsstunden seit Jahren in Bremen verbringt, keinen der drei Sätze ab. Selbst als der Gegner im dritten Satz bereits auf 8:3 entwischt war, blieb Werders Topspieler fokussiert und gewann mit seiner dynamischen Spielweise am Ende doch noch mit 12:10. Im Duell mit Mühlhausens Daniel Habesohn ließ sich Mattias Falck auch von einem zweimaligen Satzrückstand nicht beeindrucken.

Von Beginn an führte er sowohl im vierten wie auch im entscheidenden fünften Satz und holte seinen zweiten Punkt an diesem Nachmittag. Und den dritten für den SV Werder. „Man hat heute gesehen, dass Mattias gegen jede Mannschaft in der Liga in der Lage ist, zwei Punkte für uns zu holen“, sagte Sascha Greber.

Weil im zweiten Spiel des Tages auch Kirill Gerassimenko gegen Daniel Habesohn erfolgreich war, gewann Werder diesmal zur Überraschung vieler sogar noch deutlicher als am vergangenen Wochenende. Da hatte Mattias Falck eines seiner zwei Einzel verloren und es musste erst das Doppel abgewartet werden, eher der Bremer Triumph feststand. An diesem Wochenende ging es schon nach knapp zweieinhalb Stunden zu Ende, fast eine Stunde eher als in Bad Königshofen.

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Es hätte sogar noch schneller gehen können, wenn Kirill Gerassimenko nur drei und nicht vier Sätze benötigt hätte, bis Daniel Habesohn besiegt war. Nach zwei Satzerfolgen lag der Bremer auch im dritten Satz lange Zeit vorn, vergab jedoch drei Matchbälle und unterlag schließlich mit 10:12. Gerassimenko, wie Falck in deutlich besserer Verfassung als zum Saisonstart im vergangenen Jahr, ließ nicht zu, dass die vergebenen Matchbälle zu einem Bruch in seinem Spiel führten. Er verlegte seinen Erfolg einfach auf den vierten Satz und brachte Werder mit 2:0 in Führung. „Es spricht für ihn, dass er sich nicht aus der Fassung bringen ließ“, sagte Sascha Greber.

Manager lobt auch Verlierer Pletea

Der Manager hob auch die Leistung von Cristian Pletea hervor, obwohl der Neuling im Werder-Team sein Einzel gegen Steffen Mengel glatt mit 0:3 verloren hatte. „Das erste Spiel vor heimischer Kulisse ist immer sehr schwierig“, sagte Greber. Pletea, der in Bad Königshofen durch einen starken Auftritt im Doppel an der Seite von Kirill Gerassimenko großen Anteil an Werders 3:2 hatte, wollte vor dem Bremer Publikum besonders glänzen – und wollte sozusagen ungewollt etwas zu viel des Guten. „Ich bin überzeugt“, meinte Sascha Greber, „dass wir noch viel Freude an ihm haben werden.“

Auf den SV Werder wartet am kommenden Spieltag gleich die nächste Spitzenmannschaft. Am Freitagabend müssen die Bremer beim sechsfachen Champions-League-Sieger Borussia Düsseldorf bestehen. 

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