DM-Halbfinale im Tischtennis

Werder stärkt sich mit Pizza und hofft auf einen erneuten Coup

Die Bremer sind bereit für den Saisonhöhepunkt: Zum zweiten Mal nach 2013 wollen sie an diesem Mittwoch ins Bundesliga-Finale einziehen. Der 1. FC Saarbrücken stellt allerdings eine sehr hohe Hürde da.
09.06.2020, 20:59
Lesedauer: 2 Min
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Werder stärkt sich mit Pizza und hofft auf einen erneuten Coup
Von Jörg Niemeyer
Werder stärkt sich mit Pizza und hofft auf einen erneuten Coup

Auf geht's gegen Saarbrücken: Gleich in seiner ersten Saison im Werder-Trikot hat der schwedische Vizeweltmeister Mattias Falck (links) die Mannschaft von Trainer Cristian Tamas (rechts) ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft geführt.

Frank Thomas Koch

„Very special“: So bezeichnet Mattias Falck die verrückte Corona-Zeit, als er im Foyer des Victor's Residenz-Hotel in Saarbrücken seine vom Boten gebrachte Pizza in Empfang nimmt, um sie danach allein in seinem Zimmer zu verspeisen. Der SV Werder geht ganz auf Nummer Sicher und verzichtet aus Vorsicht vor einer Infektion sogar auf das übliche gemeinsame Essen im Restaurant. Bloß nicht anstecken, bloß kein unnötiges Risiko eingehen. Es wäre auch zu blöd, wenn Werder das Halbfinale um die deutsche Tischtennis-Meisterschaft an diesem Mittwoch um 13 Uhr beim 1. FC Saarbrücken gewinnen sollte und dann am Sonntag zum Finale in Frankfurt nicht antreten könnte, weil im Team das Virus ausgebrochen ist.

Werders Trainer Cristian Tamas ist die Anspannung am Abend vor dem Saisonhöhepunkt seiner Mannschaft nicht anzumerken. Freundlich empfängt er den Pizzaboten, bezahlt, benachrichtigt die Spieler per WhatsApp und sorgt Augenblicke später persönlich dafür, dass jeder seine Bestellung bekommt. Hunor Szöcs hatte kurz vor Ankunft des Boten schon nachgefragt, wo das Essen bleibt.

Hunor Szöcs hat Appetit. Erst mal auf die Pizza, dann auf die Saarbrücker. Die werden kein leichter Happen werden. Der Tabellenführer nach der Bundesliga-Hauptrunde, der sich auch fürs Champions-League-Halbfinale qualifiziert hat, ist mit dem Chinesen Shang Kun, dem Deutschen Patrick Franziska und dem Slowenen Darko Jorgic herausragend besetzt. Keiner im Werder-Lager würde behaupten, dass der Tabellenvierte aus Bremen den Spitzenreiter mal eben verspeisen würde. Aber die beiden Siege in der Bundesliga-Saison über den 1. FCS haben gezeigt, dass Werder nicht chancenlos ins Spiel gehen wird.

Der Heimvorteil der Saarbrücker ist eigentlich nur an der Adresse des Spielorts abzulesen, denn Publikum ist wegen Corona nicht zugelassen. Die Gastgeber haben ein paar Mal häufiger als Werder am Spieltisch in der Joachim-Deckarm-Halle trainieren dürfen – ja, das ist ein Vorteil. Aber spielentscheidend? „Beide Teams kommen aus einer langen Wettkampfpause“, sagt Cristian Tamas. Keiner wisse, wie seine Form sei. Und auch nicht, wie er mit den ungewöhnlichen Umständen zurechtkommen wird. Werders Trainer hat die veränderten Spiel- und Hygieneregeln im Training zu imitieren versucht. Mehr habe er nicht tun können, um seine Spieler auf die speziellen Bedingungen vorzubereiten.

Wer sehen möchte, wie die Teams unter Wettkampfbedingungen zurechtkommen, kann das am Mittwoch ab 13 Uhr bei Eurosport im Fernsehen oder Sportdeutschland.tv und ttbl-tv im Internet tun. Ob Hunor Szöcs mitspielen wird, verriet sein Trainer am Dienstag noch nicht öffentlich. Er wisse, wer spielen wird, aber das sage er am Vorabend in Einzelgesprächen nur den Akteuren. Mattias Falck, Hunor Szöcs, Kirill Gerassimenko und Marcelo Aguirre wollen alle spielen – einer von ihnen bekommt zwischen Pizzaessen und Schlafen also noch eine schlechte Nachricht.

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