Volleyball Oberliga der Frauen Mit Spaß und Fingerspitzengefühl

Lange Zeit herrschte bei den Oberliga-Volleyballerinnen des TV Eiche Horn II Ungewissheit über den Kader. Jetzt steht fest, dass das Team mit 17 Spielerinnen in die Saison startet.
18.09.2020, 15:54
Lesedauer: 4 Min
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Von Rainer Jüttner

Wenn am kommenden Sonnabend die Saison beginnt, ist für die Oberliga-Volleyballerinnen des TV Eiche Horn auch endgültig die Zeit der Ungewissheit vorüber. Denn lange sah es in dieser von Corona bestimmten Zeit nach dem pandemiebedingten Saisonabbruch danach aus, als würde Trainer Matthias Gilch bei der Zusammenstellung des neuen Kaders erhebliche Probleme im Weg stehen. Denn nachdem sich die Hornerinnen für den Verbleib in der Oberliga entschieden hatten, lagen Gilch gerade einmal drei feste Zusagen für die nächste Saison vor. Mittlerweile haben sich Sorgenfalten auf der Szirn des Trainers allerdings geglättet. „Mittlerweile stehen bei mir 17 Spielerinnen auf der Liste, ich muss also bei der Aufstellung der jeweiligen Spieltag-Formation einiges Fingerspitzengefühl aufbringen“, sagt Matthias Gilch.

Seit Anfang August trainieren die Hornerinnen wieder regelmäßig zweimal in der Woche, wobei sie genau wie zahlreiche andere Mannschaften durch die Bremer Hallenprobleme gebeutelt wurden. So ist beispielsweise die Horner Haupt-Trainingshalle in der Curiestraße wegen eines Wasserschadens seit längerem nicht mehr benutzbar und auch die Unihalle und die Halle Vorkampsweg steht nicht mehr zur Verfügung. „Wir haben uns trotzdem in der Halle und im Sand vorbereitet und schon daran gearbeitet, dass sich das Team zusammenfindet“, sagt Gilch.

Verzichten muss Gilch auf Viola Bitcher (Zuspiel, Maria Bitykov (Libera), Malin Duckart (Diagonal), Pauline Duckart (Zuspiel) und Anniken Tefs (Außenangriff). Dem stehen aber einige Zugänge und Rückkehrer gegenüber. Gilch sieht folglich seine Hauptaufgabe darin, mittelfristig den Kader zu stabilisieren. „Eine zweite Mannschaft hat nun einmal andere Aufgaben als eine erste. Unser Team soll sich entwickeln. Wir bilden den Unterbau für die erste Mannschaft und müssen vor allem die jüngeren Spielerinnen an dieses Niveau heranführen“, so Gilch.

Mit den beiden erst 14-jährigen Katharina Könecke (Libera) und Mia Habers (Zuspiel) sowie den jeweils 17-jährigen Mittelblockerinnen Maya Schirmer und Lucca Rohde sollen sehr junge Spielerinnen den Sprung auf das Oberliga-Niveau schaffen. Gilch setzt dabei auf die etablierten Spielerinnen. Die Erfahrung von Anke Eyink, die zumindest sporadisch zur Verfügung stehen wird, auf die von Melanie Sarcinelli (Mittelblock) sowie die der Rückkehrerinnen Jennifer Röpke (Diagonal), Nicole Rothert (Libera/Diagonal) und Katharina Schulte (Universal) wird er dabei dringend gebrauchen können. „Solche Routiniers können die jungen Spielerinnen an die Hand nehmen und sie anleiten“, sagt Matthias Gilch.

Mit Arijalda Mujkovic (Mittelblock) und Zuspielerin Annika Gartemann kommen zudem zwei externe Neuzugänge von der BTS Neustadt an die Berckstraße. Gartemann wird zudem gemeinsam mit Außenangreiferin Annika Müller die Mannschaft als Kapitänin anführen. Wieder mit dabei ist auch Außenangreiferin Nicole Sorychta, die zuletzt wegen ihres Studiums pausiert hatte.

Wenn man so will der Königstransfer ist aber zweifelsfrei Ina Schulze. Die langjährige Kapitänin der ersten Mannschaft hatte sich dazu entschlossen sportlich kürzer zu treten und wird künftig in der Oberliga angreifen. Bleibt nur zu hoffen, dass sie der Horner Zweitvertretung auch erhalten bleibt, denn im jüngsten Spiel des Drittligateams musste Schulze bereits aushelfen. Würde dies ein weiteres Mal geschehen, wäre sie in der ersten Mannschaft festgespielt.

Qualitativ müssten die Hornerinnen in der Oberliga eine gute Rolle spielen. Die Mannschaft besteht aus einer guten Mischung aus jungen und routinierten Spielerinnen. Festlegen will sich Trainer Matthias Gilch aber dennoch nicht auf ein bestimmtes Saisonziel. „Natürlich steht erst einmal der Klassenerhalt im Blickpunkt. Es soll kein Druck aufgebaut werden. Erst einmal geht es darum, dass wir eine insgesamt gute Saison spielen und Spaß haben“, sagt der Eiche-Trainer.

Die Vorbereitung verlief soweit ordentlich, auch ohne die gewohnten Turniere. Kurz vor dem Saisonstart absolvierten die Hornerinnen zumindest ein Testspiel gegen den Klassenkonkurrenten Bremen 1860. „Wir haben jeweils zwei Sätze gewonnen und zwei verloren, konnten aber schon einiges ausprobieren. Dass Wichtigste war ohnehin, dass die Spielerinnen sich wieder an einen gewissen Spielrhythmus gewöhnen, dass sie wieder ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, gegen einen richtigen Gegner zu spielen. Und dafür war dieses Testspiel bestens geeignet“, so Gilch.

Rhythmus ist für den Horner Trainer ein wichtiges Stichwort, denn die Saison in den coronabedingt reduzierten Oberligen wird für alle Mannschaften ungewohnt sein. Alle sind gespannt, wie das Spielen unter den Hygiene- und Abstandsvorschriften funktionieren wird, hinzu kommt eine extrem kurze Serie mit einem unregelmäßigen Spielplan. „Da wird es jede Mannschaft schwer haben, in den Rhythmus zu kommen. Wichtig wird sein, wie wir uns selbst als Team finden“, sagt Gilch. Die Liga schätzt der Horner Coach stärker ein als im Vorjahr. Erstmals werden mit Horn II, BTS Neustadt und Bremen 1860 auch alle drei Bremer Oberligisten in einer Spielklasse antreten. Das Feld komplettieren die TSG Westerstede, Raspo Lathen und die SG Karlshöfen/Gnarrenburg, die die Konkurrent in der vergangenen Saison klar dominierte, den Gang in die Regionalliga aber nicht antreten wollte. Aufsteiger ist die SVG Lüneburg, bei der die Hornerinnen am Sonnabend, 19. September, um 15 Uhr in die Saison starten.

TV Eiche Horn II: Nicole Sorychta, Arijalda Mujkovic, Annika Gartemann, Ina Schulze, Maya Schirmer, Lucca Rohde, Mia Harbers, Katharina Könecke, Jennifer Röpke, Nicole Rothert, Katharina Schulte, Nele Jaracewski, Stefanie Steinbrink Kelly, Anika Müller, Jenny Hoffmann, Melanie Sarcinelli, Anke Eyink.

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