Fischtown Pinguins Und jetzt noch eine Runde

Die Fischtown Pinguinsaus Bremerhaven schauen nach Abschluss der Hautrunde voller Stolz und Tatendrang aufs Viertelfinale der DEL, in dem sie es mit den Straubing Tigers zu tun haben werden.
08.03.2020, 19:41
Lesedauer: 3 Min
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Und jetzt noch eine Runde
Von Olaf Dorow

Bremen. Es reichen ein paar Zahlenreihen. 10-9-7-6. Oder: 64-75-81-84. Damit ist schon viel aufgezeigt, wie das in den bislang vier DEL-Jahren für die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven gelaufen ist. Immer besser. Die erste Zahlenreihe weist die Tabellenplatzierung nach Abschluss der Hauptrunde aus. Die zweite die Punkte, die die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch jeweils erreicht hat. Immer weiter zu klettern in der höchsten deutschen Eishockey-Liga, das muss man erst mal schaffen, wenn man in dieser Liga immer nur das Team mit dem kleinsten Etat ist.

Die Bremerhavener haben das geschafft. Sie sind erstmals auf direktem Wege ins Viertelfinale der Play-offs eingezogen, als Tabellensechster. Sie müssen sich nicht erst qualifizieren in den Pre-Play-offs. Sie können Luft holen jetzt und ohne einen irgendwie gearteten mentalen Druck sich auf die Duelle gegen den Dritten der Hauptrunde, gegen die Straubing Tigers vorbereiten.

Am Ende fehlte sogar nur die Winzigkeit von zwei Törchen, um die Hauptrunde auf Platz fünf zu beenden. Am letzten Spieltag boten die Pinguins in der großen Mercedes-Benz-Arena von Berlin den Eisbären die Stirn. Beim 3:4 (2:2, 1:2, 0:0) waren sie im Schlussdrittel die Mannschaft, von der man gerne sagt, dass sie am Drücker war. Ein Siegtor, selbst wenn es in der Verlängerung gefallen wäre, hätte die Pinguins in der Tabelle sogar noch an der Düsseldorfer EG vorbeigebracht, die parallel ihr Spiel in Nürnberg in der Verlängerung verlor.

Weil sie sich bereits am Freitag mit dem 4:2 gegen den ERC Ingolstadt das Viertelfinale gesichert hatten, hatte der eine oder andere Beobachter womöglich ein cleveres Taktieren von den Pinguins erwarten. So schätzte Fischtown-Manager Alfred Prey das jedenfalls ein. „Aber sowas machen wir nicht, sowas bringt Unglück“, schob er sofort nach. So etwas passe auch nicht zur Pinguins-DNA. Zumindest gedacht, steht auf der so etwas wie „Immer volle Pulle“ drauf. Nach dem Erfolg gegen Ingolstadt, der den Einzug ins Viertelfinale vorzeitig perfekt gemacht hatte, sei in der Kabine der einhellige Tenor gewesen: „Jetzt schlagen wir auch noch Berlin.“

Dass die Mannschaft mit dieser Einstellung in der Hauptstadt angetreten sei, habe ihr dort viele Sympathiepunkte eingetragen, berichtete Prey. In der Branche wurde vor dem letzten Spieltag diskutiert, ob Straubing vielleicht der etwas leichtere Gegner für Bremerhaven sein könnte als Berlin. Bei einem Sieg gegen die Eisbären wären die Pinguins auch im Viertelfinale auf die Eisbären getroffen.

Prey, der schon so lange dabei ist, der schon soviel mitgemacht hat mit seinen Pinguins, ist mächtig stolz. „Was wir mit den Mitteln, die wir haben, geschafft haben, ist sensationell“, sagte er nach Spielende in Berlin. Mannschaften wie Ingolstadt oder Nürnberg seien hinter ihnen gelandet in der Tabelle. Mannschaften, die über fast dreimal soviel Geld verfügen würden. „Aber manches ist einfach unbezahlbar, das lässt sich mit Geld nicht aufwiegen“, sagte der Manager. Der Fischtown-Style ist in der DEL zum Erfolgsmodell geworden.

Eine Mannschaft mit Charakter, dazu Kontinuität im Handeln, das seien laut Prey seine Kernpunkte. „Wir glauben einfach an die Spieler., die wir holen“, sagte er. So, wie man in Bremerhaven auch an den Trainer und dessen Konzept glaubt. So konnte ganz im Norden der Eishockey-Republik eine Mannschaft wachsen, die wie kaum eine andere selbst nach einer Serie von fünf verlorenen Spielen stets wieder in die Spur fand.

Jetzt also die Straubing Tigers, gegen die am 17. März das erste von mindestens vier, höchstens sieben Viertelfinal-Spielen steigen wird, und zwar um 19.30 Uhr in Straubing. „Wir können jetzt ein dickes Ausrufezeichen hinter die Hauptrunde setzen, und dann wird ein neues Kapitel aufgeschlagen“, sagte Alfred Prey. Und in diesem Kapitel wolle man so viele Seiten wie möglich füllen. Nach zwei freien Tagen werde ab Mittwoch die Vorbereitung auf die Play-off-Runde beginnen.

Es werden enge Spiele werden gegen Straubing, prophezeit Alfred Prey. Er scheut sich nicht zu sagen, dass seine Spieler „bis zum letzten Blutstropfen“ kämpfen werden. Wenn man ihn so reden hört, stellt sich unweigerlich das Gefühl ein: Es ist eine Menge geschafft, aber eigentlich geht es jetzt erst richtig los.

Info

Zur Sache

Die Play-off-Spiele in der DEL

Mit dem 52. Spieltag wurde am Sonntag die Hauptrunde der DEL, in der alle 14 Mannschaften je viermal gegeneinander angetreten sind, abgeschlossen. Die ersten sechs Teams in der Tabelle, zu denen in dieser Saison erstmals auch die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven gehören, sind jetzt direkt für das Viertelfinale der Play-offs qualifiziert, das im Modus „best of seven“ ab dem 17. März ausgetragen wird. Die restlichen beiden Viertelfinalisten werden zuvor ab dem 11. März in den sogenannten Pre-Play-offs im Modus „best of three“ ermittelt. In den Duellen ERC Ingolstadt - Augsburg Panthers sowie Nürnberg Ice Tigers - Grizzlys Wolfsburg werden dabei die Viertelfinal-Gegner für den Hauptrunden-Sieger Red Bull München beziehungsweise den Zweiten, den Vorjahresmeister Adler Mannheim, ermittelt. In den beiden anderen Viertelfinals treffen den Eisbären Berlin und die Düsseldorfer EG sowie die Straubing Tigers und die Fischtown Pinguins aufeinander. Das erste von mindestens zwei Spielen in der Bremerhavener Eisarena folgt am 20. März um 19.30 Uhr.

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