Vorbereitung auf den SWB-Marathon Und zur Belohnung ein Stück Schokolade

Bremen. Zwölf Wochen hat die Laufgruppe von Frank Mäusner gemeinsam trainiert, zwischen 800 und 1100 Kilometer sind sie in der Vorbereitung gelaufen. Auch die traditionelle "Blocklandrunde" hat wieder auf dem Programm gestanden.
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Von Maike Schlaht

Bremen. Der Parkplatz an der Finnbahn im Bremer Bürgerpark ist vollgestellt mit Autos. Hier trifft sich das Team von Frank Mäusner zum letzten langen Lauf vor dem SWB-Marathon am siebten Oktober. Zwölf Wochen hat die Gruppe gemeinsam trainiert, zwischen 800 und 1100 Kilometer sind sie in der Vorbereitung gelaufen. Jetzt stehen noch einmal rund 22 Kilometer Dauerlauf auf dem Programm – die traditionelle "Blocklandrunde".

Bevor die etwa 25 Läuferinnen und Läufer die Runde beginnen, verkündet Trainer Frank Mäusner ihnen noch seine Zeitprognosen für den Marathon. Jeder bekommt eine Zeit empfohlen, die Mäusner für realistisch hält. Die schnelleren liegen bei 3:30 Stunden, viele im Bereich um vier Stunden.

So wie Stephan Sichler, der in Bremen seinen ersten Marathon laufen wird. Anfangs hatte Mäusner bei dem 40-Jährigen noch an "kolossale Selbstüberschätzung" geglaubt, doch beim Trainingslauf am Wochenende zuvor hat Sichler bewiesen, "dass er unter vier Stunden laufen kann". Irgendwo zwischen 4:10 und 4:20 schätzt Mäusner Martin Greiner ein – weil der jedoch wegen einer Zerrung im Oberschenkel das Training eine Zeit lang unterbrechen musste, sei das "eher eine Aus-dem-Bauch-Geschichte".

Mäusner verteilt noch kurz ein paar Laufstrecken-Schilder, dann setzt sich die Gruppe in Bewegung. Auf dem Kuhgrabenweg die erste Ermahnung vom Trainer: "Kerstin, Jens – laaangsamer!" Die schnellsten aus dem Team sind schon bald nicht mehr zu sehen, sie dürfen vorlaufen. "Wenn sie zu langsam laufen, sackt ihnen die Müdigkeit in die Beine", erklärt Mäusner.

Die Sonne scheint an diesem Abend Ende September. Das Team hatte Glück mit dem Wetter, meist ist es beim Training trocken geblieben. Den Abschlusslauf vor dem Marathon findet Mäusner "immer besonders schön, weil viele mitlaufen und man noch mal schnacken kann". Noch gibt es keinen Zeitdruck wie beim Marathon, noch steht das Gruppenerlebnis im Vordergrund.

Bei der Gaststätte "Kuhsiel" biegen die Läufer links auf den Deich ab. Es ist nicht viel los an diesem Freitagabend, eine Reiterin kommt der Gruppe entgegen, ein Trecker, und ab und zu überholt ein Auto. Martin Greiner setzt sich eine Mütze auf, der Wind kommt von vorne. Man kriegt die Jahreszeiten viel intensiver mit, wenn man das ganze Jahr über läuft, sagt Greiner.

An der kleinen Wümme entlang geht es zurück in Richtung Stadtwald. Kühe gucken bei Kilometer 15. Plötzlich bleibt Greiner stehen: "Jungs, ich bekomme Probleme." Die kleinen Adduktoren – dabei hatte er gedacht, die Verletzung sei überstanden. Nach einer kurzen Massage läuft er weiter, trotz Schmerzen. Es wird langsam dunkel. "Schnell ein trockenes Shirt anziehen", ruft Mäusner, nachdem die letzten Läufer den Parkplatz an der Finnbahn erreicht haben.

Etwa sechs Minuten pro Kilometer sind sie im Schnitt gelaufen. Der Trainer ist zufrieden, eine Läuferin verteilt Schokolade. 25 von 43 Männern und Frauen aus Mäusners Team werden am siebten Oktober an den Start gehen, sechs davon als Debütanten. Monika Mörsch ist mit fünf anderen beim Berlin-Marathon gelaufen.

Ihr Ergebnis: 3:47:33 Stunden. Mäusners Prognose hatte "zwischen 3:45 und 3:50" gelautet. Andere aus dem Team werden in München, Amsterdam, Frankfurt oder New York starten. "Wenn es hoch kommt, habe ich zwei Leute verloren – das ist sensationell", meint Mäusner. Und hofft nun, dass sich vor dem großen Tag niemand mehr erkältet.

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