Hockey-Damen des Bremer HC verlieren erneut

Unerwünschtes Kopfkino

Die BHC-Damen führen im Bundesliga-Duell mit Uhlenhorst Mühlheim lange, ehe erneut die Spirale des Misserfolgs einsetzt. Schließlich verlieren die abstiegsgefährdeten Bremerinnen mit 1:3.
31.03.2019, 19:30
Lesedauer: 3 Min
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Unerwünschtes Kopfkino
Von Olaf Dorow
Unerwünschtes Kopfkino

TEruptiundis dolupta ssincit pra conecup tassimi, con estotas del is endusam ustrum estiure nem abo. Et re nonsequiam, odis sequam reptas et aligent.

Xxx

Bremen. Und dann ertönte die Sirene. Und die Köpfe gingen nach unten. Es war noch gar nicht die Schlusssirene, es war nur die zum Ende des dritten Viertels. Aber fast zeitgleich mit diesem Signal hatten die Hockeyspielerinnen des Bremer HC das 1:2 gegen Uhlenhorst Mühlheim hinnehmen müssen. Schwupps hatte sich das Spiel gedreht.

Die Bremerinnen, die als Tabellenletzte gegen den Abstieg aus der Bundesliga kämpfen, hatten sehr lange geführt in diesem Spiel. In der 43. und 45. Minute sorgte jedoch ein Mühlheimer Doppelschlag, abgeschlossen von der Stürmerin Charlotte von Hülsen sowie der Abwehrspielerin Luca Scheuten, für die hängenden Köpfe. Alle Kopf-hoch-Appelle nützten anschließend nichts mehr. Mühlheim traf im letzten Viertel noch einmal, durch Katharina Kiefer, und besiegte den abstiegsgefährdeten BHC mit 3:1.

Für das Bremer Team war der Tag der Sehnsucht zum Tag der verpassten Chancen zusammengeschrumpft. Sie hatten ihren Fokus an diesem Wochenende so sehr auf dieses Spiel gelegt. Sie hatten sich am Sonnabend nach ihrem achtbaren 1:4 gegen den Tabellenführer Düsseldorfer HC gleich in die Eistonne gesetzt, um bestmöglich zu regenerieren. Und sie hatten womöglich noch in der Eistonne Jetzt-aber-Parolen in Richtung des richtungsweisenden Spiels gegen Mühlheim formuliert. Doch es kam das, was unbedingt verhindert werden sollte: der nächste Nackenschlag. Sie konnten nicht verhindern, was durchaus zu verhindern gewesen wäre.

„Es war völlig unnötig, hier heute zu verlieren“, musste BHC-Trainer Martin Schultze einräumen, „wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir das zweite und dritte Tor nicht schießen.“ Nein, das haben sie nicht, obwohl es nach der frühen Führung durch einen fein herausgespielten Treffer von Juliane Grashoff (6.) zum Teil vorzügliche Möglichkeiten dazu gab. So paradox es klingen mag: Der BHC hat das Jetzt-aber-endlich-Spiel gegen Mühlheim vor allem in einer Phase verloren, die Trainer Schultze lobte.

Er fand den Auftritt seines Teams im ersten Viertel „sehr gut“ und im zweiten Viertel „gut“. Das Schlechte am Guten: Die BHC-Damen verpassten es, die knappe 1:0-Führung zu einer komfortablen 2:0- oder 3:0-Führung auszubauen. So setzten sie die von keinem Sportler der Welt gemochte Spirale in Gang, die immer noch kaum treffender als mit einer altbekannten Phrase beschrieben ist: Wer vorne seine Chancen nicht nutzt, wird hinten bestraft.

„Wir hätten das 2:0 und 3:0 machen müssen, dann spielen wir befreiter auf“, sagte auch Kapitänin Laura Lippmann. Sie machten es nicht, „bettelten ein paarmal um das Gegentor“, wie es der Trainer formulierte, kassierten schließlich den Doppelschlag. „Und dann kommen wieder die Unsicherheiten“, sagte Laura Lippmann. Zu viele Fehlpässe, zu wenig klare Aktionen.

Es ist nicht auszuschließen, dass nach dem bitteren 1:2 mit der Sirene des dritten Viertels in so manchem Bremer Kopf ein Film ablief, den niemand sehen wollte. Der da aber trotzig einfach lief. Ein unerwünschtes Kopfkino quasi. Titel: Jetzt geht das schon wieder los. Oder: Jetzt läuft wieder alles gegen uns. Wurde schon mal erwähnt, dass im Sport ­vieles reine Kopfsache ist? „Uns fehlt einfach ein Sieg“, sagte Laura Lippmann, „einfach ein Erfolgserlebnis.“ Das wird nicht nur der ­verstehen, der schon mal selbst gespielt
hat. Lippmann sagte, dass viele im Team gar nicht mehr wissen, wann im Ligabetrieb das letzte Mal gewonnen wurde. Sie selbst weiß es auch nicht so genau. „Vor einem Jahr un­gefähr“, schätzt sie. Da war der BHC noch ein Zweitligist.

Ein Zweitligist wird er bald wieder sein, wenn nicht bald ein Erfolg folgt. Bereits am kommenden Wochenende empfängt der BHC zum Doppelspieltag den Mannheimer HC ­sowie den Münchner SC. Die nächste Chance, die sich wieder ein bisschen mehr wie die letzte Chance anfühlt.

Bremer HC: Wichmann – Nyland, Kaste, Hartmann, Galimberti, Jörns, Albrecht,
Steikowsky, Lippmann, Lüschen, Moroni, Liesenhoff, Grashoff, Frerichs, Schabacker, Davidsmeyer

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