Bremen-Marathon Bürgerweide statt Rathaus

Die Marathon- Pläne sind aktualisiert worden: Start und Ziel auf der Bürgerweide, Strecke durchs Blockland, vier Strecken an zwei Tagen. Ob es das Rennen überhaupt geben kann, muss bald entschieden werden.
05.08.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Bürgerweide statt Rathaus
Von Olaf Dorow

Ist der Bremen-Marathon 2020 noch zu retten? Das Team um Veranstalter Utz Bertschy arbeitet dran. So sieht es zwei Monate vor der geplanten Großveranstaltung aus. Es hört sich einerseits schwammig an und ist andererseits sehr mühsam im Detail, in den Bestrebungen, ein Konzept aufzustellen, das genehmigt und umgesetzt werden kann. Wie so vieles in diesen Corona-Zeiten: einerseits sehr schwammig, anderseits sehr mühsam. Klar ist nur, dass irgendwann eine Entscheidung gefällt werden muss. Ja oder Nein. Wobei man noch dringend anmerken muss, dass ein Behörden-Ja nur ein vorläufiges Ja sein kann. Zu stark ansteigende Zahlen oder kurzfristig auftretende Infektionsherde könnten im Nu aus einem Ja doch noch ein Nein machen.

Der Lauf braucht einen Vorlauf, was seine Organisation anbelangt. Deswegen muss es erst mal einen Tag X geben für eine Laufgenehmigung. Die Bremer Innenbehörde würde sie erteilen, wenn zuvor die Gesundheitsbehörde grünes Licht gegeben hat. Laut Bertschy liegt der Tag X um den 23. August herum. Irgendwann würden die logistischen Schwierigkeiten zu groß, das wäre circa sechs Wochen vor dem für den 4. Oktober geplanten Marathon, sagt er. Und er sagt in Richtung Behörden: „Das wissen die.“ Sie wüssten in den Ämtern auch vom aktuellen Stand der Planungen, welche sich im Verlauf der letzten Wochen erneut verändert haben.

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Dass das große Rennen wieder direkt vorm Rathaus sein Epizentrum haben wird, dass hier Start und Ziel sein wird, entspricht dabei nicht mehr dem aktuellen Stand. Angedacht ist stattdessen die Bürgerweide als Start- und Zielbereich. Als Areal für den persönlichen Umkleidebereich pro Teilnehmer, inklusive Klappstuhl, Hygienetuch und Verpflegung, sollen nicht mehr Parkhäuser in der City, sondern die Messehallen fünf und sieben dienen. Nächste Planänderung: Die Laufrunde könnte nicht mehr durch die – von gezielt gekommenen oder zufällig anwesenden Zuschauern gesäumte – Innenstadt führen, sondern ein wenig durch Schwachhausen und dann durchs Blockland.

So wie einst in den 1980-er und 1990-er Jahren, als nach der Blocklandrunde die Strecke in der Stadthalle endete. Die wohl größte Planänderung: Aufteilung der Veranstaltung auf zwei Tage. Zehn-Kilometer-Lauf und dazu ein Zehn-Meilen-Lauf am Sonnabend, 3. Oktober, Halbmarathon und Marathon dann am Tag danach. Die Teilnehmerzahl soll pro Strecke auf 1500 begrenzt werden. Für den Halbmarathon, berichtet Utz Bertschy, hätten sich diese 1500 Läufer und Läuferinnen bereits angemeldet, für die zehn Kilometer sowie den Marathon seien es jeweils rund 750. Der Zehn-Meilen-Wettbewerb ist noch nicht ausgeschrieben, sondern nur für den Fall der Fälle eingeplant.

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Soweit die theoretischen Überlegungen, für die Praxis bleibt Bertschy weiterhin nur ein gefühltes großes Bitte-warten-Schild. In der Praxis bleiben vorläufig die so genannten Vorbereitungsläufe. Sie dienen Läufern zum Einrollen, dem Veranstalter für sozusagen Labortests. „Um ein Gefühl zu bekommen“, sagt Bertschy, „wie es funktionieren könnte.“ Wie die Leute sich verhalten werden, die ja nicht nur wegen des Laufens zum Laufen kommen, sondern auch wegen anderer Leute, die kommen. Am Wochenende beim Fridolauf funktionierte es in Quelkhorn schon mal ganz gut. 30 Tische waren aufgestellt und den Laufgruppen mit maximal zehn Personen genau zugewiesen worden. Eine kleine Mutmacher-Aussicht besteht auch: Für Ende August wurde, beschränkt auf maximal 1000 Renner, der Bremerhaven-Marathon genehmigt.

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