2. Golf-Bundesliga Verhängnisvoller Verstoß des Club zur Vahr

Die Herren des Vereins haben am zweiten Spieltag einen nicht gemeldeten Akteur eingesetzt und wurden deshalb für diesen Wettkampftag disqualifiziert. Die Folge: Null Punkte und Tabellenletzter.
28.05.2018, 19:58
Lesedauer: 3 Min
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Von Heinz Fricke und Frank Büter

Dem Jubel folgte wenig später der große Katzenjammer: Die Golfspieler des Club zur Vahr, eben noch nach Stechen mit dem Marienburger GC überraschender Gewinner des zweiten Spieltages der 2. Bundesliga West, wurden anschließend für diesen Spieltag disqualifiziert. Was im Klartext heißt: null Punkte, Tabellenletzter statt Tabellenzweiter und womöglich schon das Ende aller Aufstiegshoffnungen. Doch was war passiert? "Der Club zur Vahr hat in den Vierern einen Spieler eingesetzt, der nicht gemeldet war. Damit war die Disqualifikation nach den Wettspielregeln unvermeidlich“, sagte Sven Hahnel, Turnierdirektor des Deutschen Golf-Verbandes (DGV) und damit oberste Instanz in Wettspielfragen. Hahnel stützt sich dabei auf einen Regelverstoß nach Ziffer 9 der Wettspielausschreibung.

„Sicherlich haben wir einen Fehler gemacht, wahrscheinlich aus Unüberlegtheit oder Nachlässigkeit“, sagte Vahrs Abteilungsleiterin Katrin Edzard, dementierte aber jedwede Täuschungsabsicht. Vielmehr habe sich der Club zur Vahr kurzfristig dazu entschieden, in einem der abschließenden Vierer Niklas Burfeind einzusetzen – einen Akteur, der auf der am Donnerstag zuvor online zu tätigenden Anmeldung für diesen Spieltag noch nicht verzeichnet gewesen ist. Burfeind also hatte am Sonntagnachmittag Jan Gulich abgelöst, der am Vormittag im Einzel dabei war, mit 13 Schlägen über Par dort aber für das Streichergebnis gesorgt hatte. Burfeind wiederum absolvierte besagten Vierer dann gemeinsam mit Luis Hornung, tauchte aber namentlich im Anschluss nicht in den vom Deutschen Golf-Verband im offiziellen Livescoring gemeldeten Ergebnissen auf.

Für den späten Montagabend hatte der Club zur Vahr in dieser Angelegenheit eigens eine Vorstandssitzung einberufen und wollte darüber beraten, beim Deutschen Golf-Verband Einspruch gegen die Disqualifikation einzulegen. Die Chancen für einen erfolgreichen Einspruch scheinen derweil nicht sehr groß zu sein: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Protest erfolgreich wäre. Die Fakten sind eindeutig“, sagte Turnierdirektor Sven Hahnel.

Damit sind die Aussichten auf ein Erstliga-Comeback der Bremer massiv gesunken. Es stehen in der Gruppe West nur noch drei Spieltage an, und nur der Staffelsieger kann nach noch zu überstehender Relegation gegen den Ersten der 2. Liga Nord auf den Aufstieg hoffen. Wobei zudem auch noch ungewiss ist, wie häufig Spitzenspieler Hinrich Arkenau dem Team angesichts seiner Profi-Verpflichtungen im weiteren Saisonverlauf noch zur Verfügung stehen wird.

Die wohl letzte Chance im Aufstiegsrennen werden die Vahrer Herren am nächsten Spieltag am 24. Juni wahrnehmen müssen. Denn dann haben sie ebenso wie die Damen-Mannschaft Heimrecht auf der für Gäste bekanntermaßen schwer zu spielenden Anlage in Garlstedt. "In Garlstedt bin ich auf jeden Fall dabei", sagte Hinrich Arkenau. Danach müsse man gucken, wie es zeitlich passe, auch mit Blick "auf die neu geschaffene Situation", also eben darauf, ob die Rückkehr in die Bundesliga für den Club zur Vahr dann noch ein realistisches Ziel ist.

Dass das Unterfangen Wiederaufstieg an sich nicht ganz aussichtslos wäre, bewiesen die Vahrer Herren – beim Saisonauftakt in Essen Dritter – auch in Düsseldorf. Nach den acht Einzeln lagen sie schon gemeinsam mit Gastgeber Düsseldorf auf Rang eins, Hinrich Arkenau und Alexander Lauer hatten mit Runden von jeweils eins unter Par die besten Ergebnisse abgeliefert. Im Vierer blieben nur Max Brückner und Patrice Schumacher mit -1 eine Runde unter Par, Lucas Liebig/Alexander Lauer (0) und Hinrich Arkenau/Peter Meyer (+1) spielten allerdings kaum schlechter. Zudem gab es noch die besagte vierte Paarung, in der schließlich der nicht korrekt gemeldete Niklas Burfeind zum Einsatz kam.

Nicht ganz so gut wie die Vahrer Herren spielten die Damen. Auf dem schweren Platz beim GC Altenhof wurden sie mit 43 Schlägen über Par Dritte, lagen damit allerdings nur knapp hinter Sieger GC Altenhof (39) und GC Hamburg-Walddörfer (40). Beste Einzelspielerin war Celina-Eileen Krieb mit einem Schlag unter Par, auch Bonnie Flamme (+2) schlug sich wacker. Mit einem total missglückten Start musste die sonst so sichere Fenja Rengstorf leben, die sich auf den ersten neun Löchern sechs Bogeys und einen Doppelbogey leistete, durch eine gute zweite Halbzeit dann aber noch Dritte im Team wurde.

Die Vahrer Damen liegen nach zwei Spieltagen der Gruppe Nord damit auf Rang drei, die Tendenz ist durchaus noch aussichtsreich. Denn für die restlichen Spieltage stehen mit Larissa Stergiou und Katharina Hesse zwei Spielerinnen zur Verfügung, die zu Saisonbeginn noch in den USA studiert haben.

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