38. AOK-Winterlaufserie

Verwirrung vor dem Start

Die neue Streckenführung im Bürgerpark hatte ihre Tücken. Zunächst hatten sich die Aktiven auf der falschen Seite der Startlinie aufgestellt. Als es dann losging, lief Sebastian Kohlwes allen davon.
08.01.2018, 17:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Marc Gogol
Verwirrung vor dem Start

Als die Laufrichtung stimmte, gab es für Sebastian Kohlwes kein Halten mehr: Der 28-Jährige gewann sein erstes Rennen im Trikot des ATS Buntentor mit einem ordentlichen Vorsprung von 1:13 Minuten.

Frank Thomas Koch

Wer mehr als 2400 Läuferbeine auf einmal in Bewegung bringen möchte, muss zum einen etwas bieten und zum anderen eine gute Ordnung in die Startaufstellung bringen. Bei der am Sonntag gestarteten 38. AOK-Winterlaufserie im Bremer Bürgerpark fehlten die läuferischen Anreize nicht, die sonst gewohnte Ordnung beim Start des so zahlreich wie nie aufgelaufenen Feldes kam jedoch etwas abhanden.

Bei wie vorhergesagt verlockendem, winterlichen Laufwetter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und Sonnenschein war die Strecke im Bürgerpark bestens präpariert und ausgeschildert. Doch erst einmal mussten die Veranstalter vom Marathon Club Bremen um Chef-Organisator Utz Bertschy die gut 1200 Athleten ja auf die Strecke bekommen.

Weil der Startplatz bei der Minigolfanlage neu war – das ursprüngliche und bekannte Terrain am Marcusbrunnen war wegen der Sanierung des Bauwerks nicht zugänglich –, formierte sich das Feld zunächst mit Blickrichtung entgegengesetzt der Laufstrecke und musste entsprechend korrigiert werden.

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So dauerte das ganze Prozedere eine Weile, erst nach rund drei Minuten Verzögerung konnten die nun hinten stehenden Läuferinnen und Läufer antraben. „Das werden wir natürlich beim zweiten Lauf der Serie am 4. Februar verbessern und dann auch für alle pünktlich den Start durchführen“, versprach Utz Bertschy umgehend und kündigte zugleich an, dass auch die beiden weiteren Läufe in diesem Jahr voraussichtlich von der Minigolfanlage losgehen werden. Also auch das Finale am 4. März.

Außer den Startschwierigkeiten brachte die neue Streckenführung jedoch auch Lichtblicke mit sich. „Die engen Kurven sind jetzt raus“, freute sich Markus Jäger aus Bremen, der nach 50:16 Minuten die Ziellinie überquerte. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Sieger über zehn Kilometer schon längst von den Strapazen der zwei Bürgerpark-Runden erholt.

Teilnahme an Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon

Sebastian Kohlwes machte das Rennen bei den Herren in seinem ersten Lauf für seinen neuen Verein ATS Buntentor. Kohlwes war zum Jahreswechsel nach drei Jahren im Trikot des LC Hansa Stuhr zu den Bremern gewechselt und wird hier nun von Senioren-Athlet und Lauftrainer Jan Petermann betreut.

„Die Zeit von 34:39 Minuten war heute in Ordnung. Sebastian wird versuchen, die Große Serie zu gewinnen, und strebt als nächstes größeres Saisonziel eine erfolgreiche Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon Anfang April in Hannover an“, sagte Jan Petermann.

Natürlich kann der 28-jährige Sebastian Kohlwes, sechstbester Deutscher beim Berlin-Marathon 2017 in 2:26:44 Stunden, die zehn Kilometer auch zu Beginn des Laufjahres schneller absolvieren, aber die neue, erst nachträglich vermessene Strecke summierte sich nach zwei Runden auf 10,53 Kilometer. Hinter Kohlwes folgten mit den beiden Verdenern Hailu Abiel in 35:51 Minuten und Fisha Werede in 35:58 Minuten die nächsten beiden Läufer doch schon in gehörigem Abstand.

Acht Sekunden bis zum Ziel verloren

Die leichte Überlänge der Strecke machte bei den Frauen der Lokalmatadorin Janina Heyn vom ATS Buntentor einen kleinen Strich durch die Rechnung. Hinter der klaren Siegerin und Ex-Bremerin Lotta Schlund aus Trier (39:21 Minuten), die voraussichtlich nicht die komplette Serie absolvieren wird, lag Janina Heyn bis fast zum Zieltor auf dem zweiten Rang.

Dann jedoch wurde sie noch von ihrer Rivalin Janina Meyer vom LC 93 Delmenhorst überspurtet und verlor bis zum Ziel acht Sekunden. 42:48 Minuten zu 42:56 Minuten lauteten die Endzeiten zugunsten der Niedersächsin. Hinter diesem Trio folgte Heyns Vereinskameradin Maren Gieschen in 43:44 Minuten und meldete somit ihre Ansprüche auf einen Podestplatz in der Serienwertung an.

Über fünf Kilometer gewann bei den Männern Justus Rehkugler von den Triathlöwen Bremen in starken 17:55 Minuten vor den vereinslosen Jugendlichen Alexander Ahlers (21:54) und Dominik Neyer (22:09). Bei den Frauen lag Annike Peters in 23:15 Minuten vor Nina Balu in 23:40 Minuten und der ehemaligen Stuhrerin Carolin Bothe vom Osnabrücker TB in 26:38 Minuten.

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