Neuordnung der Regionalligen Vierte Liga ist in weiter Ferne

Bremen. Nach der Neuordnung der Regionalligen hatte man erwartet, dass die Vereine im Bereich des Bremer Fußballverbandes es nun wieder leichter haben würden, in die vierte Spielklasse aufzusteigen. Ab der Saison 2012/2013 gibt es nämlich wieder fünf statt drei Regionalligen.
26.03.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Es sollte eigentlich alles besser werden. Nach der Neuordnung der Regionalligen - im vergangenen Herbst auf dem DFB-Bundestag beschlossen - hatte man erwartet, dass die Vereine im Bereich des Bremer Fußballverbandes es nun wieder leichter haben würden, aus der Bremen-Liga in die vierte Spielklasse aufzusteigen. Ab der Saison 2012/2013 gibt es nämlich wieder fünf statt drei Regionalligen, und die Zuständigkeit für die Klasse mit Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen geht wieder an die vier beteiligten Verbände.

Das sollte die Zugangsbeschränkungen für die Bremer Klubs deutlich abbauen, hinsichtlich des Aufstiegs und der Bedingungen, unten denen die Bremer mitmachen dürfen in der vierten Liga. Dachte man, und nach derzeitigem Stand werden die Hürden wohl tatsächlich etwas kleiner. Doch sie werden vermutlich höher bleiben als gewünscht. "Unsere Zielsetzung ist, für die Bremer Vereine das Bestmögliche herauszuholen", sagt Björn Fecker. Mehr möchte er nicht mitteilen angesichts der laufenden Verhandlungen mit den anderen Verbänden.

In drei Kommissionen sitzen die Beteiligten derzeit zusammen. Nach Informationen dieser Zeitung lässt sich folgender Stand der Dinge ableiten: Im kommenden Jahr wird es ziemlich sicher einen Neuling aus Bremen geben. Dann werden aus den derzeit drei Ligen deren fünf gemacht, man braucht also eine Menge Vereine zum Auffüllen der neuen Spielklassen. Deshalb besteht auch die Möglichkeit für den Bremer Meister, direkt in die neue Regionalliga Nord aufzusteigen. Allerdings: Dies gilt nur in der Spielzeit 2011/2012. Denn danach wird vermutlich nur noch die Niedersachsenliga eine Mannschaft ohne Umwege in die vierte Spielklasse entsenden.

Der Bremer Vertreter soll sich - ebenso wie Hamburg und Schleswig-Holstein - einer Relegation mit dem Vizemeister aus Niedersachsen stellen. Offen ist derzeit allerdings, ob drei oder vier Mannschaften aus den fünften Klassen in die vierte Ebene hochgehen werden. Sind es vier, könnten sich immerhin drei der vier Relegationsteilnehmer Hoffnungen machen. Ansonsten dürfte die Gleichung lauten: Aus vier (Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und 2. Niedersachsen) mach zwei. Sofern der stärkste Verband sich nicht doch noch auf ganzer Linie durchsetzt. Die Niedersachsen könnten sich nämlich durchaus vorstellen, dass ihre Mannschaften noch etwas mehr bevorteilt werden.

Indem etwa auch der Drittplatzierte der Niedersachsenliga noch an der Relegation teilnehmen darf. Das kann den Bremer Vereinen nicht gefallen. Er könne die Situation jetzt zwar noch nicht abschließend beurteilen, sagt Herbert Saathoff, "aber man hat sich sicherlich mehr versprochen", so der sportliche Leiter des ambitionierten Bremen-Ligisten Bremer SV. Dass es nun "genauso schwer bleibt" in die vierte Liga aufzusteigen, hat Saathoff anderseits nicht so richtig überrascht: "Mir war klar, dass sie Flutlicht und so was weglassen. Aber es kostet weiterhin richtig Geld."

Stimmt. Zwar ist die Mindestanforderung von 5000 Zuschauern für ein regionalligataugliches Stadion nun ebenso vom Tisch wie besagtes Flutlicht. Aber was die Sicherheit in den Arenen betrifft, strebt die zweite Kommission einer eher großen Lösung entgegen. Denn ein Modell sieht vor, dass die beteiligten Vereine ihren Platz grundsätzlich auf den üblichen Standard bringen, also etwa für Zäune und eine ausreichende Anzahl von Ordnern zu sorgen haben. Das muss erst einmal finanziert werden, dürfte die im allgemeinen weniger gut betuchten Bremer Vereine also auch eher abschrecken.

Es sei denn, man einigt sich noch auf eine Alternative, die flexible Lösung. Sie sieht vor, dass die Vereine im Bedarfsfall - bei einem in der neuen vierten Liga seltenen Gefährdungspotenzial - nachrüsten oder in ein anderes Stadion umziehen dürfen. Lediglich die Arbeit der dritten Kommission, sie kümmert sich um die Wirtschaftlichkeit, sollte ganz gut ankommen bei den potenziellen Aufsteigern aus Bremen. Es ist nämlich auch in der neuen Regionalliga ein Lizenzierungsverfahren geplant, und das wird sich voraussichtlich an den Kriterien der Niedersachsenliga orientieren.

Das kann den Vereinen, auch den Neulingen, nur recht sein. Denn wenn die finanziellen Voraussetzungen nicht vorliegen, wird es sowieso irgendwann eng. Das weiß auch Herbert Saathoff: "Am Ende kommt es immer darauf an, welche Sponsoren noch auf den Tisch kommen." Wenn die Ausschreibung für die neue Liga steht, werde der Bremer SV sicher teilnehmen. Selbst wenn am Ende mal wieder nicht mehr herauskommt als eine wertvolle Erfahrung.

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