Kommentar über Werders Kredite Landesbürgschaft für Werder ist ein dicker Brocken

Ein Bundesligaverein ist nicht vergleichbar mit einem mittelständischen Betrieb. Eine Landesbürgschaft ist daher nur in einer absoluten Ausnahmesituation zu rechtfertigen, meint Malte Bürger.
05.12.2020, 05:00
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Landesbürgschaft für Werder ist ein dicker Brocken
Von Malte Bürger

Es ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die das Fußballgeschäft verteufeln: Werder erhält einen Kredit über 20 Millionen Euro, und das Land Bremen bürgt dafür, während andernorts in der Corona-Krise auch gelitten wird. Das ist ein dicker Brocken. Eine gründliche wirtschaftliche Prüfung wie bei jedem Unternehmen war vonnöten, und doch ist ein Bundesligist eben nicht vergleichbar mit einem mittelständischen Betrieb. Das darf zu Recht für ein Geschmäckle sorgen.

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Trotzdem lohnt ein differenzierter Blick. Bei Werder war wahrlich nicht jedes Geschäft der vergangenen Jahre ein Volltreffer, doch in einer Welt, in der beim Wunsch nach Konkurrenzfähigkeit das Risiko zum Geschäftsführer-Alltag gehört, wurden Gelder nicht übereifrig verschleudert. Auch deshalb steht die Mannschaft dort, wo sie jetzt steht. Und so ist diese Landesbürgschaft kein Freifahrtsschein. Sie ist die Hilfe in einer absoluten Ausnahmesituation für einen großen Imageträger der Stadt – und eine Warnung, künftig noch sensibler den Automatismen einer gierigen Branche zu trotzen.

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