Handball-Oberliga

Kader scheint stärker als in der Vorsaison

Der Kader der Oberliga-Handballerinnen des SV Werder Bremen II steht. Lena Janssens und Laura Tirschler heißen die letzten beiden Transfers.
25.06.2020, 10:34
Lesedauer: 4 Min
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Von Olaf Kowalzik
Kader scheint stärker als in der Vorsaison

Aus der aktuellen A-Jugend des SV Werder Bremen soll unter anderem Tony Schluroff erste Erfahrungen in der Frauen-Oberliga sammeln.

Olaf Kowalzik

Bremen. Wann die Saison startet, das steht bei den Oberliga-Handballerinnen des SV Werder Bremen II zurzeit in den Sternen. Im Gegensatz dazu haben die Grün-Weißen ihren Kader für die Spielzeit 2020/21 bereits festgezurrt. Lena Janssens und Laura Tirschler heißen die letzten beiden Transfers, mit denen Werders Trainer Radek Lewicki seine personellen Planungen abschließt. „Mehr kommen nicht“, legt sich der 64-jährige Pole fest.

Da sein Kader üppige 22 Spielerinnen umfasst, ist das alles andere als eine Überraschung. Er will am 14. Juli ins Training einsteigen, egal, wann auch immer die Saison startet. Auch ein Trainingslager ist unter Vorbehalt geplant: vom 14. bis zum 16. August oder vom 21. bis zum 23. August soll noch einmal komprimiert geübt werden – je nachdem, wann die Saison startet.

Hierbei muss Lewicki jedoch im Vorfeld ­Coronabedingt mit einigen Unbekannten operieren: angefangen bei der tatsächlichen Durchführungserlaubnis bis hin zur Unterkunft. Denn die Zimmer dürfen nach aktuellem Stand nur mit der halben Spielerinnenzahl belegt werden. Bis es soweit ist, wird aber noch viel Wasser die Weser hinunterfließen und sich die Corona-Vorschriften vermutlich noch einige Male ändern.

„Wenn der Handball dann nach der Corona-­Pause erst wieder richtig in Schwung kommt, schätze ich meine Mannschaft stärker als in der vergangenen Saison ein“, ist Radek Lewicki überzeugt. Das will schon etwas heißen, da er mit seinem Team bereits in der abgebrochenen Spielzeit 2019/20 den dritten Platz belegt hat. Die Konkurrenz unterschätzt der Werder Coach freilich nicht: „Stade, Jahn Hollenstedt und Wilhelmshaven erwarte ich vorne. Außerdem ist jede Mannschaft in eigener Halle gefährlich“, betont er. Einiges wird aber auch davon abhängen, wie mental stark die Teams aus der Corona-Pause kommen, wie sie mit den vorherigen Umständen klargekommen sind und ob die Spiele unter Publikum stattfinden dürfen.

Unterdessen entsprechen die Neuzugänge 21 und 22 des SVW II in etwa dem, was Werders Abteilungsleiter Martin Lange gerne als „Ausbildungsmannschaft“ bezeichnet. Denn während die 27-Jährige Lena Janssens die Erfahrung mit ins Team einbringt, sollen Talente wie die 19-jährige Laura Tirschler genau von dieser Routine profitieren. Vorher hatte sich der Oberliga-Dritte bereits mit Lotta Heinrich aus dem eigenen Zweitliga-Team und Jessica Galle vom Ligakonkurrenten HSG Hude/Falkenburg zwei sehr erfahrene Rückraumspielerinnen ins Boot geholt.

Bei Lena Janssens dauerte die Spielpause knapp ein Jahr, jetzt greift sie wieder nach dem Ball. „Ich habe relativ schnell bemerkt, dass es nach 21 Jahren Handball nicht ganz ohne geht“, sagt die Rechtsaußen. Sie spielt seit 2014 bei den Grün-Weißen und stieg mit Radek Lewicki ein Jahr später in die zweite Bundesliga auf.

Danach trennten sich ihre Wege: Lewicki pausierte, übernahm aber schon 2016 die zweite Vertretung ein. Lena Janssens stand dagegen bis Juni 2019 in Werders Zweitliga-­Kader. Danach bereitete sich intensiv auf ihr Lehrer-Referendariat vor, sie stieg aber auch schon im Januar dieses Jahres wieder ins Training des Oberliga-Teams ein. „Die Mannschaft und das Training sind super. Ich freue mich, wenn es bald wieder richtig losgehen kann“, ergänzt sie zufrieden. Dass Lena Janssens neben der Routine auch noch die linke Wurfhand mit in die Waagschale wirft, freut ihren Trainer Radek Lewicki umso mehr. Schließlich bildet sie mit der 18-jährigen Linkshänderin Ronja Engel ein perfektes Gespann und kann bei Bedarf auch in den rechten Rückraum wechseln. „Lena ist für uns eine große Verstärkung“, urteilt Lewicki. Für die 19-jährige Laura Tirschler stellt die Frauen-Oberliga trotz ihres jungen Alters kein Neuland dar. Sie spielte zuletzt bei der HSG EURo (HSG Eickhorst-Unterlübbe-Rothenuffeln) und direkt davor bei der HSG Fuhlen Hessisch Oldendorf in den Oberligen Westfalen beziehungsweise Niedersachsen.

„An solch einer gut ausgebildeten Spielerin können wir doch nicht vorbeigehen“, schmunzelt Radek Lewicki. Er lobt die Dynamik sowie technisch-­taktische Ausbildung der Rückraumspielerin, die bislang auf der Angriffsmitte und Halbrechts agierte. Tirschler besucht in Bremen zurzeit die Polizeischule und hat vor kurzem eine Sprunggelenksverletzung auskuriert. Aus der aktuellen A-Jugend sollen außerdem Tony Schluroff, Amelie Standke, Eske Dörgeloh, Lisa Budde, Emily Hübner und die Torhüterin Hanna Hinrichs erste Erfahrungen in der vierten Frauenliga sammeln.

„Um unseren weiblichen Leistungshandball in den kommenden Jahren kontinuierlich weiterzuentwickeln, ist es wichtig, dass wir unsere zweite Mannschaft Schritt für Schritt weiter verjüngen. Gleichzeitig wollen wir die Qualität des Teams erhöhen, um tatsächlich für die erste Mannschaft auszubilden“, unterstreicht Martin Lange die Funktion der Zweiten. „Derzeit ist es für die Talente wichtig, erfahrene Spielerinnen an ihrer Seite zu haben. Ich bin überzeugt, dass Radek Lewicki es schaffen wird, sowohl die jungen Spielerinnen zu entwickeln als auch die ambitionierten sportlichen Ziele in der Oberliga zu verfolgen.“ Bei Sarah Seidel und Nina Engel ist es gelungen, sie sind aus der Ausbildungsmannschaft ins Zweitliga-Aufgebot aufgerückt.

Von der vergangenen Serie haben Charlotte Schumacher, Larissa Gärdes (beide im Tor), Alica Rißland (auch noch in der A-Jugend), Leonie Schreiber, Katrin Salkic, Katrin Friedrich, Kathleen Hertes, Leonie Schulte, Lisa Harjes, Ronja Engel, Mareike Schlegel und Michaela Stahlkopf dem Team die Treue gehalten. Marie Majewski (SG Findorff), Isabel Schengalz (TV Oyten), Jessica Repty (studienbedingt), Imke Nübel und Svenja Schultz (haben aufgehört) sind bei den Grün-Weißen nicht mehr dabei.

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