SV Werder und Landessportbund Bremen geehrt

Für eine weltoffene Gesellschaft

Der SV Werder Bremen und der Landessportbund Bremen wurden von der Villa Ichon mit dem 38. Kultur- und Friedenspreis ausgezeichnet.
26.03.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Mario Nagel
Für eine weltoffene Gesellschaft

Andreas Vroom (l., LSB) und Hubertus Hess-Grunewald (Werder) nahmen den 38. Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon stellvertretend von Klaus Hübotter (r.) entgegen.

Frei

Der Landessportbund Bremen (LSB) und der SV Werder Bremen sind mit dem 38. Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon ausgezeichnet worden. „Weil sich beide Vereine so entschieden gegen rechte, nationalistische und demokratiefeindliche Bestrebungen gewandt haben“, sagte Klaus Hübotter, Vorstandsmitglied und Hausherr der Villa Ichon. Besonders Werder-Präsident und Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald habe sich der Auszeichnung verdient gemacht. „Er hat sich mehrfach entschieden gegen rechte Machenschaften gestellt und klar gesagt, dass Neonazis nichts beim SV Werder Bremen zu suchen haben“, meinte Hübotter. Hess-Grunewald habe sich zudem ausdrücklich gegen eine Mitgliedschaft von Neonazis bei den Grün-Weißen ausgesprochen. „Diese klare Haltung zeichnet Werder aus“, erklärte Hübotter, der in diesem Jahr seinen 90. Gbeurtstag feiert.

Wegen der Corona-Pandemie musste die Preisverleihung in deutlich kleinerem Rahmen abgehalten werden. Statt vor mehreren Hundert Gästen in der Oberen Rathaushalle übergab Hübotter die Auszeichnung in diesem Jahr im „Wuseum“, dem Vereinsmuseum des SV Werder Bremen. LSB-Präsident Andreas Vroom und Hubertus Hess-Grunewald nahmen den mit 5000 Euro dotierten Kultur- und Friedenspreis stellvertretend entgegen. „Dass die Preisverleihung in der Oberen Rathaushalle ausgefallen ist, ist natürlich sehr schade“, sagte Hübotter. Schauspieler Matthias Brandt, Sohn des früheren deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt, und SPD-Politikerin Ingelore Rosenkötter hätten die Laudationes halten sollen. Die Gesundheit aller Menschen stünde in diesen schwierigen Zeiten jedoch an erster Stelle, fügte der 89-Jährige an.

Auch Andreas Vroom bedauerte den Ausfall der festlichen Preisverleihung in der Oberen Rathaushalle. „Aber in Zeiten wie diesen müssen wir alle besonders rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst sein“, so Vroom. Im Namen des Landesportbundes Bremen dankte der Präsident bei der Übergabe den Vorstandsmitgliedern der Villa Ichon für die Anerkennung und Aufmerksamkeit, die dem LSB auf diesem Weg zuteilwurde. „Ich nehme die Auszeichnung mit Stolz und Dankbarkeit für die tägliche Arbeit und Haltung unserer Mitgliedsorganisationen und Mitarbeiter entgegen“, sagte Vroom.

Werder-Präsident Hess-Grunewald verwies ebenfalls auf die Mitglieder, Mitarbeiter, Sportler und Fans von Werder, die täglich für die Werte des Vereins einstünden. „Diese renommierte Auszeichnung ist für uns eine große Ehre. Sie ist Anerkennung unserer Bemühungen, engagiert für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft einzustehen und fremdenfeindlichen oder diskriminierenden Tendenzen als gesamter Verein mit aller Kraft entgegenzutreten“, so der Geschäftsführer der Grün-Weißen. Das Preisgeld soll nun der SV-Werder-Bremen-Stiftung gutgeschrieben werden, die sich der Förderung des Sports, der Bildung und Erziehung, der Völkerverständigung, der Gewaltprävention sowie mildtätiger Zwecke widmet.

Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wird bereits seit 1983 vom Verein der Freunde und Förderer der Villa Ichon in Bremen e.V. vergeben. Als Preisträger werden „Bremer Kulturschaffende oder Bremer Kulturgruppen für ein Werk oder Wirken, das zugleich ein eindeutiges Bekenntnis zum Frieden darstellt und von hohem kulturellem Rang ist“, ausgewählt. 2008 wurde Werder durch seinen ehemaligen Fußballprofi und heutigen Vorsitzenden des Aufsichtsrats Marco Bode schon einmal mit einer Auszeichnung bedacht. Die am Goetheplatz befindliche Villa Ichon steht seit 1973 unter Denkmalschutz. Anfang der 1980er-Jahre wurde sie im Auftrag des ehemaligen Bremer Bauunternehmers Klaus Hübotter restauriert. Seither ist die Villa Ichon eine Begegnungsstätte für kulturelle und soziale Vereinigungen. Mehrere Organisationen, darunter Amnesty International und das Bremer Friedensforum, haben hier ihren Sitz.

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