1. Fußball-Bundesliga Frauen

Werder hält dem Druck stand

Die Bundesliga-Frauen des SV Werder haben die wichtige Partie gegen den MSV Duisburg gewonnen. Neuzugang Sofia Nati führte sich dabei glänzend ein und steuerte zwei Tore zum Bremer 5:0-Erfolg bei.
17.02.2019, 20:35
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye
Werder hält dem Druck stand

Doppelpack: Werders Neuzugang Sofia Nati führte sich glänzend ein.

Baumgart/Hansepixx

Bremen. Dieses Spiel ließ eine ganze Menge erwarten – ein solches Ergebnis allerdings nicht. Mit 5:0 (2:0) besiegten Werders Frauen den MSV Duisburg zum Auftakt in die zweite Saisonhälfte der 1. Fußball-Bundesliga. Kein Wunder, dass die Stimmung angesichts des klaren Erfolgs richtig gut war. „Besser hätte der Jahresauftakt nicht laufen können“, meinte Trainerin Carmen Roth, und Neuzugang Sofia Nati fand sogar: „Wir haben heute bewiesen, dass wir die Qualität für die Bundesliga haben.“

Dabei war den Bremerinnen schon klar, dass es mit dem Sieg gegen den Konkurrenten nicht getan ist. Die drei Punket stellen lediglich sicher, dass Werder überhaupt noch im Geschäft um den Klassenerhalt ist. „Sie halten uns am Leben“, bekannte Birte Brüggemann. In erster Linie war allerdings auch die Abteilungsleiterin vor allem eines: erleichtert. Denn am Ende ging es ja nicht nur um Punkte. Der klare Sieg machte auch noch einmal deutlich, wozu das Team eigentlich in der Lage ist. „Wenn wir in den kommenden Wochen an diese Leistung anknüpfen, bin ich zuversichtlich, dass wir es packen werden“, so Sofia Nati.

Und noch etwas unterstrich die Partie: Werder ist offenbar in der Lage, sich selbst in einem wichtigen Spiel zu steigern. Es war ja klar, dass die Bremerinnen zunächst nicht voller Selbstvertrauen und mit ganz viel Schwung antreten würden. Das hätte nicht gepasst zu den insgesamt sieben Punkten, von denen die Mannschaft allein deren sechs gegen das abgeschlagene Schlusslicht aus Gladbach gewonnen hatte. Also gab sich das Team von Carmen Roth erst einmal etwas abwartend, überließ die Initiative dem Gast aus Duisburg.

Erst nach rund einer Viertelstunde veränderte sich das Geschehen, und so hatte auch der Gastgeber erste Offensivszenen zu verzeichnen. Etwa als Stefanie Goddard alleine auf das gegnerische Tor zulief und erst in letzter Sekunde von der herauseilenden Meike Kämper gestoppt wurde (14.). Ein Pfostenschuss von Kathleen Radtke sollte zwar nur wenig später auch die Ambition des MSV untermauern (22.). Doch längst war diese wichtige Partie ausgeglichen. Als Katharina Schiechtl einen Kopfball von Luisa Wensing an den Innenpfosten zum 1:0 über die Linie drückte, fiel der Jubel entsprechend groß aus.

Sollte Werder mit dem Führungstreffer also endgültig zu einer souveräne Leistung finden? Nicht ganz. Auch in der Folge schlichen sich immer wieder Fehler im Aufbauspiel ein, und so konnte von einer Vorentscheidung auch keine Rede sein. Als Dörthe Hoppius einen Kopfball an die Latte des Bremer Tors setzte (35.), wurde deutlich, dass dieses Duell noch lange am seidenen Faden hängen könnte. Die Bremerinnen waren ihrem Gegner nun mal nicht überlegen. Sie mussten angesichts eines Duells auf Augenhöhe mit Einsatz und Entschlossenheit für Vorteile sorgen.

Ein Beispiel für diese Entschlossenheit lieferte dann Lisa-Marie Scholz: 30 Meter vor dem gegnerischen Tor nahm die Bremer Spielführerin einen Querschläger auf, setzte sich selbstbewusst gegen drei Gegenspielerinnen durch und schloss aus 14 Metern ab. Die Rettungstat von MSV-Keeperin Kämper geriet schließlich zu einer perfekten Vorlage für Julia Kofler, die aus wenigen Metern einschob. Es war also eine energische Einzelleistung, die den so wichtigen zweiten Treffer vorm Wechsel einleitete.

Eine gute Idee, dachte sich Stefanie Goddard gleich nach dem Wechsel. Die routinierte Stürmerin setzte sich auf der rechten Seite mit vollem Einsatz durch, und weil der missglückte Abschluss von Giovanna Hoffmann vor die Füße von Sofia Nati fiel, stand es schnell 3:0 für Werder. Es war die Vorentscheidung. Nun verriet der MSV seine Verunsicherung, während die Gastgeberinnen das Geschehen komplett im Griff hatten und noch zwei Tore nachlegten. „Das war am Ende richtig souverän“, so Brüggemann.

Info

Zur Sache

Werder Bremen: Borbe - Schiechtl, Ulbrich, Wensing, Tóth - Hausicke (73. Cerci), Scholz - Kofler (69. Volkmer), Goddard, Hoffmann (69. Wichmann) - Nati

MSV Duisburg: Kämper - Richter, Harsanyova, Moore, O'Riordan - Debitzki (65. Rybacki) - Dunst, Radtke, Zielinski (60. Ciesielska), Morina - Hoppius

Tore: 1:0 Schiechtl (32.), 2:0 Kofler (45.+1), 3:0 Nati (50.), 4:0 Scholz (65.), 5:0 Nati (83.)

Schiedsrichterin: Derlin (Dahme) – Zuschauer: 298

Gelbe Karten: Hausicke, Kofler / -

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