Leichtathletik

Rumpf ist Trumpf

Der Werder-Sprinter René Rumpf rennt beim Meeting in Arsten trotz Krämpfen so schnell wie kein anderer zu einer neuen Bestzeit. Und auch Fabian Linne findet in die Corona-Saison.
03.08.2020, 16:06
Lesedauer: 2 Min
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Rumpf ist Trumpf
Von Olaf Dorow
Rumpf ist Trumpf

Grün-Weiß vor Grün-Weiß: Der Bremer René Rumpf (Mitte) siegt in Arsten über 100 Meter in 10,56 Sekunden, Michel Meißner aus Wolfsburg (rechts) wird Dritter.

Frank Thomas Koch

Sie beeilen sich wirklich sehr, das gilt es wirklich hervorzuheben. Die Werder-Sprinter aus den Trainingsgruppen von Andrei Fabrizius und Andriy Wornat trotzen diesem auch für die Leichtathleten schwierigen und sowieso sehr außergewöhnlichen Corona-Sommer schnelle Zeiten ab. Zuletzt war der junge Noah Olabisi in Zeven an die Spitze der deutschen U18-Rangliste gesaust, als er die 100 Meter in 10,62 Sekunden bewältigte. Inklusive eines Stolperers nach wenigen Metern, ohne den es eine noch schnellere Zeit hätte werden können.

Auf der Bahn des TuS Komet Arsten ist nun, im Rahmen eines Einladungs- und Qualifizierungssportfestes, der junge Werder-Sprinter René Rumpf ebenfalls eine beachtliche Zeit gerannt über 100 Meter. Und erneut war es so, dass hinterher sein Trainer anmerkte: Hätte ohne ein gewisses Handicap sogar noch schneller werden können. Renè Rumpf, 20 Jahre alt, ist als Sieger des Finales von Arsten nach 10,56 Sekunden im Ziel gewesen. Er hat seine Bestleistung damit erneut verbessert und ist einem uralten Bremer Landesrekord auf den Fersen. Eine Zehntelsekunde fehlt ihm noch. Im Olympia-Finale von Tokio wurden vor nunmehr knapp 56 Jahren für Heinz Schumann handgestoppte 10,2 Sekunden festgehalten, was in den Bestenlisten mit elektronischen Zeiten heute als 10,46 geführt wird.

Rumpf ist Trumpf, das darf man ein paar Generationen später nun wohl so formulieren. Auch wenn der junge Mann aus Delmenhorst, Abi in der Tasche und Polizeianwärter-Studium vor der Nase, von einem Olympia-Finale noch so weit weg ist wie seine Generation von jener Heinz Schumanns. Dass 10,56 noch nicht sein Limit sind, darf behauptet werden. Er sprintet erst seit dieser Saison für den SV Werder, er ist noch nicht so lange im Geschäft. „Er ist eigentlich noch ein Anfänger“, sagt Andrei Fabrizius.

Gar nicht auf die Tube drücken

In Arsten wollte René Rumpf nach Schilderungen seines Trainers gar nicht so auf die Tube drücken. Weil er leichte Krämpfe in den Muskeln verspürt habe. Er habe dann aber mehr investieren müssen, als er wollte, weil er ganz gerne auch gewinnen wollte. Wegen eines hohen Muskeltonus`hatte der Athlet zuletzt reduziert trainiert. Nun gewann er allen Widerständen zum Trotz, er war zwei Hundertstelsekunden schneller als Kai Sparemberg aus Münster und vier Hundertstel schneller als Michel Meißner aus Wolfsburg.

Auch Fabian Linne hat gewonnen. Werders Topsprinter hat rechtzeitig vor den Deutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende in Braunschweig doch noch hineingefunden in diese krumme Corona-Saison, die bei ihm zusätzlich durch eine früh erlittene Zerrung beeinträchtigt wurde. In Arsten siegte Linne auf seiner Spezialstrecke 200 Meter in 21,30 Sekunden. Innerhalb einer Woche hat er sich damit um sechs Zehntel gesteigert. Diesmal habe ihm auf der Zielgerade nur noch für die letzten 20 Meter das Durchhaltevermögen fürs Höchsttempo gefehlt, sagte er. Da ist er „fest geworden“, wie die Leichtathleten sagen. In der Vorwoche war er bereits 60 Meter vorm Ziel fest geworden. Er war sehr zufrieden mit dem Arstener Rennen.

„Das Schönste ist doch“, sagte Veranstaltungschef Jens Ellrott, „wenn die Athleten am Abend zufrieden nach Hause gehen.“ Nicht nur die Sprinter, sondern auch die Weit- und Hochspringer hatten die Bedingungen auf der Anlage gut nutzen können. Jetzt überlege man beim TuS Komet Arsten, ob auch künftig ein Meeting für Sprinter und Springer gemeinsam gewuppt werden kann – und es das traditionelle Sprintermeeting ablösen könnte.

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