Neue Trainer im Leistungszentrum

Werder wechselt die Trainer beim Nachwuchs

U19-Coach Marco Grote muss zum Saisonende gehen, Ex-Profi Christian Brand gilt als einer der Nachfolge-Kandidaten
11.02.2020, 17:09
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Die Beteiligten schweigen. „Ich möchte mich nicht äußern“, sagt Marco Grote, der Trainer der grün-weißen U 19-Kicker. Sein direkter Vorgesetzter möchte auch nichts sagen zu diesem Thema. Björn Schierenbeck, Direktor des Werder-Leistungszentrums, will keinen Zwischenstand kommentieren. Wie „in jedem Frühjahr“ seien die Verantwortlichen derzeit damit beschäftigt, die Trainerteams der Nachwuchsteams aufzustellen. „Das ist ein Prozess, für den wir uns Zeit und Ruhe nehmen, er wird noch dauern“, so Schierenbeck. Der Werder-Direktor kann deshalb nicht bestätigen, dass Marco Grote diesem Team in der kommenden Saison nicht mehr angehören wird.

Das aber ist der Fall. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung berichtet. Nach Informationen des WESER-KURIER ging die Initiative vom Verein aus: Vor einigen Tagen wurde Marco Grote mitgeteilt, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. Das ist das eigentlich Überraschende an dieser Personalie: Grote geht, weil er gehen muss. So hatte man sich das nicht vorgestellt. Der 47-Jährige, ein gebürtiger Bremer, gilt für Außenstehende als Mitglied der Werder-Familie. Seit 13 Jahren sitzt er auf den Trainerbänken der grün-weißen Jugend. Zunächst bei der U 18, später als Coach der U 17 und nun in Diensten der U 19.

Seine Bilanz kann sich sehen lassen. Im Februar 2017 hatte Grote die U 19 von Mirko Votava übernommen, sie vorm Abstieg bewahrt und im Anschluss seine U 17 noch zur deutschen Vizemeisterschaft geführt. Nach den Plätzen drei (17/18) und zwei (18/19) spielt Werders A-Jugend unter Marco Grote gerade eine überragende Saison in der A-Juniorenbundesliga Staffel Nord/Nordost. Man kann sich gut vorstellen, dass ein solcher Trainer Begehrlichkeiten weckt. Tatsächlich bemühten sich in den vergangenen Jahren immer wieder andere Vereine um Marco Grote, bis hin zu Klubs aus der 2. Bundesliga. Man kann sich dagegen weniger gut vorstellen, dass sich Werder freiwillig von einem solchen Trainer trennt.

Jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Innerhalb der Werder-Familie gilt es dagegen als offenes Geheimnis, dass dieser Marco Grote ein kritischer, bisweilen unbequemer Zeitgeist ist. Er kommt damit nicht immer gut an, auch nicht bei den Entscheidungsträgern des Vereins. Zudem betrachten die Verantwortlichen ja auch den Trainerposten bei der U 19 als Ausbildungsstation. Ein 47-jähriger Marco Grote – der vor einigen Jahren bereits die Aufgabe bei der U 23 abgelehnt hatte und wohl auch deshalb im vergangenen Jahr übergangen wurde – passt aus Sicht der handelnden Personen nicht unbedingt in dieses Profil.

Christian Brand, ebenfalls 47 Jahre jung, altersmäßig eigentlich auch nicht. Er spielte bei den Werder-Profis von 1996 bis 1999, kam auf 59 Bundesligaspiele, erzielte dabei einen Treffer. Gleichwohl gilt der aktuelle U 17-Trainer als heißester Kandidat auf die Nachfolge Grotes. Sollte er tatsächlich aufrücken in die U 19, könnte Björn Dreyer seinen Posten bei der U 17 einnehmen. Er ist derzeit Assistent von Konrad Fünfstück auf der Bank der U 23 – und mit 31 Jahren tatsächlich noch ein junger Trainer.

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