Bei den Leichtathletik-Meisterschaften

Werder-Wut auf die Staffel-Kampfrichter

Nach der Disqualifikation der beiden 4x200-Meter-Teams bei den Leichtathletik-Meisterschaften ist Trainer Fabrizius fassungslos. Start bei den Deutschen Meisterschaften trotzdem sicher
20.01.2020, 17:35
Lesedauer: 2 Min
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Von Niklas Golitschek

Die Sprintstaffeln von Werder Bremen und die Leichtathletik-Landesmeisterschaften Halle in Hannover – das war am vergangenen Wochenende nicht immer von Gegenliebe gekrönt. Innerhalb weniger Minuten musste Trainer Andrei Fabrizius mit ansehen, wie gleich zwei seiner Teams im Wettkampf über 4x200-Meter von den Kampfrichtern disqualifiziert wurden.

Zuerst traf es die zweite Auswahl: Startläufer Tino Dolata soll kurz vor dem Startschuss seinen linken Daumen von der Bahn gelöst haben, so das Urteil der Kampfrichter. Mehrfach versuchte sich der Betroffene, seinen vermeintlichen Fehler erklären zu lassen. „Ich verstehe das echt nicht“, sagte er nach mehreren Anläufen resigniert. Er sei beim Start mit dem Gewicht immer weit vorne und auf der Hand, sodass er den Daumen gar nicht vom Boden lösen könne. So mussten Dolata und sein Team jedoch zusehen, wie der VfL Wolfsburg in diesem Zeitlauf in 1:30,43 Sekunden davonzog.

Die Chance auf einen Podestplatz war damit immer noch gegeben. Mit der Erstvertretung um Fabian Linne, Rasmus Klamka, Lars Keffel und Rene Rumpf galt Werder als Favorit und wurde dieser Rolle auch gerecht. Mit deutlichem Vorsprung überquerte Schlussläufer Rene Rumpf die Ziellinie. Doch dann das bittere Urteil: Auch diese Staffel wurde disqualifiziert. Bei einer der Übergaben soll auf die Linie getreten worden sein. Noch einige Minuten versuchten die Athleten, Handyvideos auszuwerten, um Protest einzulegen. Doch vergebens. Dass sich die Kampfrichter geirrt hatten, ließ sich nicht nachweisen.

Trainer Fabrizius machte aus seinem Ärger anschließend keinen Hehl. „Ich fühle mich verarscht. Wir haben die beste Staffel und keinen Fehler gemacht“, sagte er. Er halte die Vorwürfe für eine Unterstellung, die Richter hätten einen Fehler sehen wollen. Rein sportlich sei das Resultat verschmerzbar: „Wir fahren sowieso zur deutschen Meisterschaft, weil wir die Qualifikation aus dem letzten Jahr haben.“ Doch er ärgerte sich, dass etwa Lars Keffer und Rene Rumpf in ihrem ersten Wettkampf mit der Männerstaffel mit solch einem Gefühl die Rückreise antreten mussten.

Zumal Fabian Linne nach seinem Sieg über die 200 Meter mehr als sechs Stunden in der Halle gewartet hatte, um noch mit der Staffel zu starten. Sein Gold holte er in 21,72 Sekunden. „Das war okay, aber ziemlich einsam. Es ist ein bisschen schwierig, gegen sich selbst zu laufen“, sagte er mit Blick auf mehr als zwei Zehntel Vorsprung. Auf dieser Strecke dominierte auch Teamkollegin Sandra Dinkeldein in 24,68 Sekunden. Dennoch ging sie hart mit sich selbst ins Gericht: „Ab 100 Metern ging nichts mehr. Ich bin lange nicht mehr so lang gelaufen.“ Doch das Training stimme sie zuversichtlich, in den kommenden Wettkämpfen besser abzuschneiden.

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