Bremer Tischtennis-Team

Werders schwierige Mission

Mit dem unerwarteten Aus im deutschen Tischtennis-Pokal war der „Tanz auf drei Hochzeiten“ für den SV Werder in dieser Saison schon Mitte September beendet. Die Mannschaft konzentriert sich seitdem notgedrungen auf Bundesliga und Champions League.
03.12.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Werders schwierige Mission
Von Jörg Niemeyer

Mit dem unerwarteten Aus im deutschen Tischtennis-Pokal war der „Tanz auf drei Hochzeiten“ für den SV Werder in dieser Saison schon Mitte September beendet. Die Mannschaft von Trainer Cristian Tamas konzentriert sich seitdem notgedrungen auf Bundesliga und Champions League. In beiden Wettbewerben hat für die Bremer inzwischen das große Rechnen begonnen. Und die Ausgangspositionen für Werder sind nicht rosig.

Verlieren verboten: Unter diesem Motto steht das fünfte und vorletzte Spiel in der Champions League am Freitag um 20 Uhr in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle. „Ein Sieg ist Pflicht“, sagt Teammanager Sascha Greber vor dem Duell mit dem Tabellenführer der Gruppe C, Eslövs Al Bordtennis. Denn im Fall einer Niederlage und eines gleichzeitigen Sieges von AS Pontoise Cergy gegen Torun hätten die Bremer keine Chance mehr, den zum Viertelfinaleinzug nötigen zweiten Platz zu erreichen. Ein kleiner Trost bliebe indes: Als dann sicherer Dritter der Gruppe würde Werder in den ETTU-Cup einziehen und damit in dieser Saison weiterhin international spielen.

„Ich denke, dass Pontoise am Sonnabend nichts anbrennen lassen wird“, sagt Greber. Doch das Ziel seines Teams war und ist der Verbleib in der Champions League. „Dafür werden wir alles geben“, verspricht Greber. Allerdings ist personell einmal mehr nicht alles im grünen Bereich: Kirill Skachkov hat wegen der Entzündung einer Sehne im Oberschenkel die letzten Tage nicht trainieren können – sein Einsatz ist nach einer gründlichen Untersuchung am Mittwoch fraglich. „Wir müssen die Belastung jetzt gut dosieren“, sagt Tamas. Er wird vermutlich erst am Freitag entscheiden können, ob der Russe, der in der Champions League bislang alle Erwartungen erfüllt hat, auch auflaufen kann. Immerhin konnte der am Sonntag gegen Saarbrücken mit Rückenproblemen pausierende Constantin Cioti wieder schmerzfrei trainieren. Auch Bastian Steger und Hunor Szöcs sind derzeit vollkommen fit.

Verletzungssorgen ohne Ende

Die Verletzungsprobleme zogen sich bei den Werderanern wie ein roter Faden durch die Spielzeit. Jetzt bereitet Skachkov Sorgen, zwischenzeitlich war es Cioti und zu Saisonbeginn Bastian Steger. „Ich habe ja immer gesagt: Ich wünsche mir vor allem, dass die Spieler gesund bleiben“, sagt Greber auf die Frage, ob er mit dem in der Liga bisher Erreichten zufrieden ist. Dann sagt er, dass er es nicht ist – mit dem Verweis auf die vielen Ausfälle in seinem Team. „Deshalb haben wir zwei, drei Spiele verloren, die wir nicht hätten verlieren dürfen“, sagt auch Tamas. Mit der Folge, dass seine Mannschaft nur auf Platz sechs rangiert – kurioserweise punktgleich mit Meister Borussia Düsseldorf, der monatelang auf Timo Boll verzichten musste und so ebenfalls gleich reihenweise verlor.

„Realistisch ist für uns wohl nur noch der vierte Platz zu erreichen“, sagt Tamas. Dabei droht ein Duell ausgerechnet mit dem Serienmeister vom Rhein. Nutznießer der Probleme in Düsseldorf und Bremen war der TTC Bergneustadt, der derzeit überraschend auf einem Play-off-Platz thront. Tamas ist trotzdem optimistisch, dass Werder die zwei Ränge noch gutmachen wird – vorausgesetzt, seine Schützlinge bleiben von weiteren Verletzungen verschont. „Die Spieler sind aktuell in besserer Form als vor einem Vierteljahr“, sagt der Trainer, der aber auch weiß: „Es muss in der Rückrunde schon sehr gut laufen für uns.“ Dass im Tischtennis alles möglich ist, haben die Werderaner noch in guter Erinnerung: 2013, als das Team erstmals Deutscher Meister wurde, war es auch nur als Vierter der Bundesliga-Hauptrunde ins DM-Halbfinale eingezogen und hatte dann erst Düsseldorf ausgeschaltet und schließlich im Endspiel Ochsenhausen bezwungen.

Bastian Steger ist bei Halbzeit der Bundesliga der einzige Bremer, der mit 9:3 eine positive Bilanz aufweist. Kirill Skachkov (1:7) hat die Erwartungen in der Liga dagegen bisher nicht erfüllen können – was auch daran lag, dass er meistens auf die Nummer eins des jeweiligen Gegners traf. Bei Skachkov wie bei Cioti (5:5) sieht Greber in der Rückrunde noch „Luft nach oben“. Der Vierte des Quartetts, Hunor Szöcs, verbuchte einen Sieg und zwei Niederlagen. „Trotz des Verletzungspechs sind wir immer noch in Reichweite zu den Play-off-Plätzen“, sagt Greber, der angesichts der Rahmenbedingungen nicht von Unzufriedenheit sprechen möchte.

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