Bremer Fußball-Schnack Spielleiter will keine weitere Aufstockung der Regionalliga

Keine Absteiger, wieder nur Aufsteiger? Jürgen Stebani befürchtet eine „fette Liga“. DFB startet Mitglieder-Befragung, Werder III sichtet neue Spieler.
02.03.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Wie geht’s weiter mit der Regionalliga Nord? In der nächsten Woche werden sich Spielleiter Jürgen Stebani und die Vereine in einer Videokonferenz über die Möglichkeiten austauschen. Für Stebani läuft es nach wie vor auf die „Variante 2 hinaus“. Danach würden die Nachholspiele der Hinrunde absolviert und die gesamte Rückrunde der Qualifikation gespielt. Auf die Regionalliga-Teams der Staffeln Nord und Süd warten dann zwischen zehn und 13 Partien in den kommenden Monaten – sofern die Verfügungslage denn einen baldigen Neustart zulässt. Relativ sicher ist jedenfalls, dass die Aufstiegsspiele in die Regionalliga auf einen Termin im Juli verschoben werden – und damit auch die Bremen-Liga mehr Zeit bis zum Saisonende erhalten wird. Und bereits jetzt spricht sich Jürgen Stebani gegen eine weitere Aufstockung der Spielklasse aus: „Wir können es uns nicht nochmal leisten, auf Absteiger zu verzichten und nur Aufsteiger aufzunehmen – das macht die Liga nur noch fetter.“

Gerade ist ein umfassend adressiertes Schreiben im Umlauf. In einem offenen Brief wenden sich DFB-Präsident Fritz Keller und der 1. DFB-Vizepräsident Rainer Koch an die knapp 25.000 Fußballvereine in Deutschland sowie ihre gut sieben Millionen Mitglieder. Die Top-Funktionäre unterstreichen dabei die solidarischen Leistungen der Beteiligten im Lockdown, betonen in Richtung der Politik aber auch: „Dies darf nicht zum Dauerzustand werden.“ Vielmehr gehe es gerade in dieser Zeit darum, den „Sport als Teil der Lösung“ zu begreifen – im Sinne von Gesundheitsförderung und sozialen Beziehungen. Um ein Meinungsbild zu erstellen, ist dem offenen Brief eine Umfrage zur persönlichen Situation angehängt. Sie richtet sich auch an Nichtmitglieder, und ihre Teilnahme ist über die Kanäle des Bremer Fußball-Verbandes möglich. Infos unter www.bremerfv.de.

Die Planungen für die kommende Spielzeit laufen, und es sieht gut aus. „Wir werden ein, zwei Spieler verlieren, sonst aber so zusammenbleiben“, sagt Dennis Ley, Trainer der Leher TS. Fest steht derzeit, dass Fabio Matos Campota den Verein im Sommer verlassen wird. Dann möchte Ley den ein oder anderen Spieler aus der aktuellen A-Jugend in den Kader einbauen und zudem „zwei bis vier Externe“ zur LTS holen. Es werden nämlich weitere Plätze frei, da sich im Moment noch einige Kicker im Standby-Modus befinden, die ihr „Engagement“ beenden werden. Zur neuen Saison soll der Kader insgesamt 26 Spieler umfassen.

Auch Andreas Ernst sieht sich in diesen Tagen nach Verstärkungen um. „Aber es ist im Moment natürlich schwierig“, sagt der Trainer des SV Werder III. Gleichwohl steht er im Kontakt zu potenziellen Zugängen und hofft auf positive Nachrichten in den kommenden Wochen. Auf der anderen Seite hatte Ernst zuletzt auch zwei Abgänge zu verzeichnen: Ju-Hyeon Lee und Phil Knauth. Während Letzterer aus beruflichen Gründen kürzer treten möchte, erreichte Lee eine Einberufung zum Militärdienst in Südkorea.

Ob und wann die A- und B-Junioren-Bundesligen den Spielbetrieb wieder aufnehmen, ist unklar. Auf einer Videokonferenz stellte der DFB-Jugendausschuss den 63 Teilnehmern der insgesamt sechs Staffeln gerade erst die verschiedenen Modelle vor. „Wir fahren auf Sicht und gucken, welches Szenario sich dann abbilden lässt“, sagt Jurij Žigon. Er ist Vorsitzender des Bremer Verbandsjugendausschusses und zugleich Mitglied im Gremium des Dachverbandes. Derzeit wird ein Neustart am 3. April angepeilt. Dabei orientiert sich das vom DFB finanzierte Hygiene-Konzept an jenem der Herren-Bundesliga. Ein Problem besteht allerdings noch darin, dass sich nicht alle Vereine in der Lage sehen, das für regelmäßige Tests notwendige Personal zu stellen. Sicher ist allerdings, dass die Spielzeiten unabhängig von den Schulferien am 30. Juni beendet sein sollen.

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