Griechenland WM-Sperren für Basketball-Schläger umstritten

Kayseri. Die Sperren für die Basketball-Schläger sorgen kurz vor WM-Beginn für mächtig Wirbel - im deutschen Team sieht man in den Strafen gegen die serbischen Superstars Nenad Krstic und Milos Teodosic jedoch nur bedingt einen Vorteil.
27.08.2010, 18:50
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Kayseri. Die Sperren für die Basketball-Schläger sorgen kurz vor WM-Beginn für mächtig Wirbel - im deutschen Team sieht man in den Strafen gegen die serbischen Superstars Nenad Krstic und Milos Teodosic jedoch nur bedingt einen Vorteil.

«Das schwächt sie sicher, die Serben bleiben aber stark. Sie haben zwölf Spieler, die auf höchstem Niveau spielen können», sagte Bundestrainer Dirk Bauermann in Kayseri. Krstic war vom Basketball-Weltverband FIBA für drei, Teodosic für zwei Partien gesperrt worden.

Beide waren im Vorfeld der WM in einem Testspiel gegen Griechenland in eine Massenschlägerei verwickelt. Auf griechischer Seite wurden Antonis Fotsis und Sofoklis Schortsanitis für je zwei Spiele gesperrt. Als zu milde empfand Bauermann die Strafen nicht. WM-Spiele zu verpassen, sei nicht ohne, sagte der Nationalcoach.

Die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes trifft in der Gruppe A auf Vize-Europameister Serbien. Kapitän Jan-Hendrik Jagla erwartet nach wie vor ein starkes serbisches Team, trotz der Sperren. «Es kann auch zum Nachteil werden, weil die jungen Spieler, die jetzt nachrücken, mit noch mehr Energie spielen.»

Die Serben kritisierten dagegen, dass die FIBA so lange mit einem Urteil gewartet habe. «Jetzt müssen wir in sehr kurzer Zeit reagieren», schimpfte Serbiens Trainer Dusan Ivkovic. «In den ersten beiden Partien spielen wir jetzt zehn gegen zwölf, danach immer noch einmal elf gegen zwölf», sagte Ivkovic. «Krstic ist unser Kapitän, unsere erste Offensiv-Option. Und mit Teodosic verlieren wir viel Kreativität.»

NBA-Superstar Krstic wollte den Vorfall nur noch abhaken. «Wir haben so etwas erwartet. Doch jetzt möchte ich nicht mehr darüber reden. Wir müssen nach vorne schauen», sagte der Center von den Oklahoma City Thunder. Der 2,13-Meter-Riese hatte den Griechen Yannis Bourousis mit einem Stuhl beworfen.

Bei den Griechen lösten die FIBA-Urteile Empörung und heftiges Unverständnis aus. «Das ist eine große Enttäuschung, einfach unglaublich», sagte Griechenlands Trainer Jonas Kazlauskas. Der Coach der ambitionierten Hellenen muss auf seine beiden Leistungsträger nun in den beiden Auftaktpartien gegen China und Puerto Rico verzichten.

Mit Verständnis reagierten dagegen die beiden Übeltäter selbst. «Die Entscheidung steht, wir können sie nicht ändern. Es war schwer, uns nicht zu bestrafen. Wir akzeptieren die Sperre», sagte Fotsis. «Ich bin nicht böse», fügte Schortsanitis hinzu. Im dritten Spiel gegen Gastgeber Türkei sei er wieder bereit, seinem Team zu helfen. (dpa)

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