Basketball-Bundesliga Zurück im Abstiegskampf

Während Gastgeber Erfurt wieder Hoffnung schöpt, sind die Eisbären Bremerhaven wieder auf dem Weg zum Tabellenende
02.04.2018, 17:16
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Marc Gogol

Bremerhaven. Dieser Oster-Ausflug ist den Eisbären Bremerhaven völlig missraten. In Erfurt verlor der Basketball-Bundesligist gleich zwei Spiele in einem. Bei den Rockets aus Thüringen unterlagen die Seestädter zum einen mit 90:98 (37:51) und verloren auch noch den direkten Vergleich mit den Ostdeutschen, denn das Hinspiel in der Bremer ÖVB-Arena hatten die Bremerhavener nur mit 80:74 gewonnen.

Mit diesem ersten Erfolg im Jahr 2018 schöpfen die Gastgeber wieder Hoffnung im Abstiegskampf. Die Rockets liegen in der Tabelle nun zwei Siege hinter den Eisbären, die sie in den verbleibenden sieben Saisonspielen aufholen müssten, um die Nordlichter auf einen Abstiegsplatz zu drängen. „Jetzt sind wir wieder direkt drin im Kampf um den Klassenerhalt“, konstatierte Eisbären-Spieler Fabian Bleck unmittelbar nach der Schlusssirene in der Erfurter Messehalle.

Bremerhaven fand nur selten ins wichtige Kellerduell. „Wir wussten, was auf dem Spiel steht“, sagte Rockets-Spieler Andreas Obst. „Deshalb haben wir mit Herz gekämpft und gespielt.“ Obst steuerte hinter den Erfurter Top-Scorern Retin Obasohan (25) und Jerome Randle (18) 16 Punkte bei und war mit drei Dreiern bester Distanzwerfer der Rockets. Möglich wurde der Sieg von Andreas Obst und Co. vor allem durch die unzulängliche Verteidigung der Gäste. „Wenn wir auswärts 98 Punkte kassieren, müssen wir nicht über eine Siegchance reden“, äußerte sich Eisbären-Trainer Arne Woltmann ungewohnt deutlich. „Der Sieg der Rockets ist definitiv verdient“, ergänzte Fabian Bleck. „Wir haben sehr schlecht verteidigt und nicht gezeigt, dass wir das Spiel gewinnen wollen.“

Vom anfänglichen 1:7-Rückstand erholten sich die Eisbären noch. Jordan Hulls, Johnny Berhanemeskel und Geoffrey Groselle hielten die Gäste bis zum 16:17 auf Distanz, verloren dann bis zur Viertelsirene jedoch wieder den Anschluss (18:24). In den letzten Minuten dieses Anfangsviertels war die Defensive der Gastgeber einfach griffiger und hatte sich gut auf die Bremerhavener eingestellt. Was im zweiten Viertel folgte, darf man mit Fug und Recht als Desaster aus Sicht der Eisbären bezeichnen. Vom 28:32 bis zum 28:47 gaben die „Woltmänner“ die Partie bei 15 unbeantworteten Punkten für die Rockets beinahe schon vor der Halbzeit aus der Hand. Leichte Körbe fielen nicht, Offensiv-Rebounds waren in dieser Phase Fehlanzeige, und die Turnovers häuften sich. Auch zwei Auszeiten von Arne Woltmann brachten keine Besserung, hinzu kam noch ein umstrittenen unsportliches Foul gegen Geoffrey Groselle. Immerhin gelang den Gästen kurz vor der Pause noch ein 9:4-Lauf zum Halbzeitstand von 37:51.

In der zweiten Halbzeit verkürzten die Eisbären zunächst auf 55:62, doch trotz einer guten Freiwurfquote von 88 Prozent – die Rockets schickten die Eisbären insgesamt 34 Mal an die Linie – entpuppte sich das nur als Strohfeuer. Immer wenn die Gastgeber schnelle Kombinationen aufzogen, bekam die Verteidigung der Bremerhavener Probleme. Vor den letzten zehn Minuten stand es dann 62:72.

Auf weniger als neun Zähler schrumpfte der Rückstand im Verlaufe des Schlussviertels zunächst nicht mehr (71:80, 81:90). Erst als die Eisbären in der Schlussphase eine offene Deckung einsetzten, um wenigstens den direkten Vergleich noch zu retten, konnten sie wieder etwas aufholen. Doch zwei verwandelte Freiwürfe von Jerome Randle und ein nicht getroffener Dreier von Carl Baptiste besiegelten die schmerzliche Auswärtsniederlage.

„Jetzt ist für uns jedes Spiel wieder ein Endspiel“, kommentierte Fabian Bleck. „Wir konzentrieren uns jetzt auf Bamberg und müssen da besser angreifen und besser verteidigen. Und wir müssen zeigen, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen.“ Die Partie gegen den Serienmeister Brose Bamberg steigt am kommenden Sonntag um 17.30 Uhr in der ÖVB-Arena in Bremen.

Eisbären Bremerhaven: Johnson, Kessens (5), Breitlauch, Berhanemeskel (19), Bleck (4), Hulls (18/2), Bussey (7), Elliott (3/1), Baptiste (19/3), Groselle (15).

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+