Projektbeginn im kommenden Schuljahr

Sprachförderung für Hemelinger Kinder

Hemelingen. Auf der Versammlung der Stadtteilstiftung Hemelingen im Alten Rathaus haben die Stiftung, Bildungssenatorin Claudia Bogedan und die Schoewel Stiftung Fairchance die Einrichtung des Sprachförderprogramms Mitsprache an drei Grundschulen im Ortsteil angekündigt.
12.06.2017, 00:00
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Von CHRISTIAN HASEMANN
Sprachförderung für Hemelinger Kinder

Der Vorstandsvorsitzende der Stadtteil-Stiftung und ehemalige Ortsamtsleiter Ullrich Höft, Bildungssenatorin Claudia Bogedan und Regine Oberecke von der Stiftung Fairchance.

PETRA STUBBE

Hemelingen. Auf der Versammlung der Stadtteilstiftung Hemelingen im Alten Rathaus haben die Stiftung, Bildungssenatorin Claudia Bogedan und die Schoewel Stiftung Fairchance die Einrichtung des Sprachförderprogramms Mitsprache an drei Grundschulen im Ortsteil angekündigt.

Zunächst richteten der Kuratoriumsvorsitzende Jobst von Schwarzkopf und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, der ehemalige Ortsamtsleiter Ullrich Höft, Grußworte an die Gäste. „Ich bin dreizehn Jahre Ortsamtsleiter gewesen“, so Ullrich Höft, „und habe die Stiftung mit gegründet und die Arbeit sehr eng begleitet.“ Im vergangenen Jahr sei er aus dem Dienst geschieden. „Da wollte ich eigentlich erst eine Pause machen, aber dann kam das Ansinnen, ob ich nicht den Vorstand übernehmen könnte.“ Im vergangenen Oktober hatte er schließlich den Vorstand übernommen. „Wir haben ein zentrales Thema im Stadtteil und das ist die Bildung.“

In der Vergangenheit habe die Stiftung geholfen, Nachhilfeprojekte an die Oberschulen des Stadtteils zu bringen. „Und in den letzten Monaten war unsere Aufgabe, weitere Leuchtturmprojekte zu finden.“ Deswegen sei es sehr schön, dass man auf das Projekt Mitsprache gestoßen sei.

Das Programm Mitsprache ist ein zusätzliches Sprachförderprogramm für ein- und mehrsprachige Kinder mit Förderbedarf in Deutsch. Im Kern umfasst es drei Bausteine: Fortbildung für Förderkräfte, Material zur Sprachförderung und Elternarbeit. Das Besondere: Es reicht vom Kindergarten bis in die ersten Jahre der Schule. Es entsteht also kein Bruch des Programms beim Übergang vom Kindergarten zur Schule.

Senatorin Claudia Bogedan betonte in ihrer Ansprache die dringende Notwendigkeit der Sprachförderung. „Sprachförderung ist zentral, wir haben festgestellt, dass wir seit Jahren ansteigende Zahlen und wachsenden Bedarf beim Sprachförderbedarf haben.“ Nicht alle Kinder seien nach dem Grundschulbesuch auf einem Sprachniveau, das für weiterführende Schulen eigentlich nötig wäre. Sie plädierte außerdem dafür, Projekte zu verstetigen. „Natürlich nur, wenn wir sie positiv evaluieren.“

Im Moment herrsche eine Situation, in der die Hilferufe der Schule sehr laut seien. „Wir haben in den letzten Jahren 6000 Schüler dazubekommen. Das ist eine immense Herausforderung, die Klassen werden voll mit Schülern, die viel Augenmerk und Unterstützung brauchen.“ Ihre Behörde müsse sich außerdem kräftig anstrengen, um die notwendigen Räume für Kitas und Schulen zu schaffen. „Im Osterhop werden zurzeit die ersten Container sichtbar, da geht es vorwärts.“ Und auch in der Schlengstraße sei nun endlich die Ausschreibung geschafft. Dort soll eine neue Kita entstehen. Derzeit sei ihre Behörde in Haushaltsgesprächen, damit „2019 und 2020 die Bagger rollen können und die Kapazitäten für die Schulen zur Verfügung stehen.“

Bis dahin soll das neue Programm schon angelaufen sein. Schon zum Schuljahr 2017/2018 startet das Förderprojekt an den drei Grundschulen Glockenstraße, Osterhop und Brinkmannstraße. Die senatorische Behörde stellt dafür pro Schule sechs Lehrerwochenstunden für die Bildung von Kleingruppen zur Verfügung. Die Schoewel Stiftung Fairchance führt die Fortbildungsmaßnahmen der Förderkräfte durch, und die Stadtteilstiftung Hemelingen schließlich übernimmt die Kosten für das Lernmaterial.

Die Stiftung speist ihre Aktivitäten im Stadtteil aus Spenden und aus den Zinsen des Stiftungskapitals. Das allerdings, so Schatzmeister Andreas Kalmus-Gohr, im vergangenen Jahr nur durch einen Stifter gemehrt wurde. „Deswegen haben wir im Stiftungskapital nur einen kleinen Sprung.“ Das Stiftungskapital beträgt zur Zeit 156 174 Euro. „Es könnte darauf hindeuten, dass eine gewisse Saturierung eingesetzt hat“, mutmaßte Andreas Kalmus-Gohr. Aber auch das Spendenaufkommen sei mit 5100 Euro im vergangenen Jahr niedrig gewesen.

Insgesamt konnte die Stadtteilstiftung 2016 dennoch über 19 000 Euro Fördermittel bewilligen. Mit je 7500 Euro förderte die Stiftung studentische Nachhilfekräfte an der Wilhelm-Olbers-Oberschule und am Schulzentrum Sebaldsbrück. Mit 2000 Euro hat die Stiftung außerdem einen Flüchtlingsfonds aufgestellt. „Daraus wurden mehrere Projekte gefördert“, sagte Ullrich Höft. „Zum Beispiel Fahrradhelme für die Kinder des Übergangswohnheims Arbergen und für die Beschaffung von Musikinstrumenten.“

Die Stadtteilstiftung veranstaltet am 18. Juni von 11 bis 16 Uhr zum sechsten Mal den Bürgerbrunch Hemelingen im Garten vor dem Alten Rathaus Hemeligen. Weitere Informationen zum Bürgerbrunch und der Stadtteilstiftung finden Sie auf: www.stiftung-hemelingen.de.

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