Klinikum Bremen-Ost

Staatsanwalt prüft Todesfall

Sind womöglich die Pfleger schuld am Herztod des Forensik-Patienten im Klinikum Bremen-Ost? Die Staatsanwaltschaft prüft zumindest, ob sie sich an die Regeln gehalten haben.
15.05.2017, 19:57
Lesedauer: 2 Min
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Staatsanwalt prüft Todesfall
Von Antje Stürmann
Staatsanwalt prüft Todesfall

Nach gewaltsamer Fixierung starb ein Patient im Klinikum Ost.

Frank Thomas Koch

Sind womöglich die Pfleger schuld am Herztod des Forensik-Patienten im Klinikum Bremen-Ost? Die Staatsanwaltschaft prüft zumindest, ob sie sich an die Regeln gehalten haben.

Im Fall des verstorbenen 31-jährigen Patienten der Forensik im Klinikum Bremen-Ost bleibt unklar, ob dessen Zwangsbehandlung der Grund für den Herzstillstand war. Das erklärt die Staatsanwaltschaft auf Anfrage. „Wir können noch nicht sagen, in welche Richtung wir ermitteln. Wir versuchen, über Vernehmungen den Ablauf des Geschehens zu klären“, sagt Sprecher Frank Schmitt. Außerdem werde der Leichnam des Verstorbenen zurzeit obduziert. „Erst danach können wir den Fall strafrechtlich bewerten.“

Der 31-Jährige hatte nach Angaben einer Kliniksprecherin am Dienstag vor einer Woche einen Herzstillstand erlitten, nachdem ihn mehrere Pfleger in seinem Zimmer fixiert hatten. Danach habe er auf der Intensivstation im Koma gelegen und sei drei Tage später an den Folgen des Herzstillstandes gestorben. Der Vorsitzende des Landesverbandes der Psychiatrie-Erfahrenen, Detlef Tintelott, äußert sich erschüttert und betont grundsätzlich, jede Zwangsbehandlung sei eine zu viel. Zu dem konkreten Fall möchte er sich derzeit nicht äußern.

Rechtsmediziner soll Todesursache klären

In der Stellungnahme der Klinik heißt es, der drogenabhängige Mann habe in seinem Zimmer Alkohol hergestellt. Als er aufgefordert wurde, eine Urinprobe abzugeben, habe er die Pfleger beschimpft, angegriffen und Glasaschenbecher nach ihnen geworfen. Deshalb sei er fixiert worden. Laut Frank Schmitt prüft die Staatsanwaltschaft, ob die Pfleger dabei die klinikintern festgelegten Verhaltensregeln eingehalten haben. „In ein paar Tagen erwarten wir außerdem ein umfangreiches Gutachten des Facharztes für Rechtsmedizin zur unmittelbaren Todesursache.“ Der Grund für den Herzstillstand könne sowohl ein angeborener Herzfehler sein oder aber auch die Behandlung während der Fixierung. „Das werden wir klären“, verspricht Schmitt.

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Sowohl die Psychiatrie am Klinikum Ost als auch die Forensik waren in der Vergangenheit in die Kritik geraten. Patientensprecher der Psychiatrie hatten unter anderem beklagt, Patienten würden zu schnell und zu lange fixiert. Die Staatsanwaltschaft will sich von der Berichterstattung darüber nicht beeinflussen lassen. „Wir versuchen, so objektiv wie möglich zu beurteilen und möglichst dicht an die Wahrheit heranzukommen“, sagt Schmitt. Sollte die Fixierung der Grund für den Tod des Patienten gewesen sein, werde die Staatsanwaltschaft ein zusätzliches Fachgutachten in Auftrag geben, um das Vorgehen der Pfleger zu prüfen. „Wenn sie alle Regeln eingehalten haben, bestünde Anlass, diese Regeln zu ändern“, so Schmitt.

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