Forderung an Umweltsenator

Bremer Deichverband will Nutrias bejagen

Der Deichverband am rechten Weserufer nimmt die Umweltbehörde in die Pflicht: Bremen soll endlich ein Jagdrecht auf die Nutria bekommen. Das Tier setze Deichen und Tieren enorm zu.
06.05.2019, 10:40
Lesedauer: 1 Min
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Von Petra Scheller
Bremer Deichverband will Nutrias bejagen

Eine Nutria auf Futtersuche. Die Tiere haben sich in Bremen enorm vermehrt, sagen Beobachter.

Boris Roessler/dpa

Blockland. Die Vorwürfe wiegen schwer. Der Deichverband am rechten Weserufer wendet sich mit einem Schreiben an den Bremer Umweltsenator und verlangt das sofortige Inkrafttreten des Jagdrechtes auf die Nutria im Bremer Blockland. „Die Zahlen gehen durch die Decke“, teilt der Geschäftsführer des Deichverbandes am rechten Weserufer, Wilfried Döscher, mit. Im Jahr 2017 habe man rund 200 Tiere getötet, im vergangenen Jahr seien es über 500 gewesen. Allerdings sei die Jagd bislang nur eingeschränkt mit einer einer Sondergenehmigung möglich. Während der sogenannten Frühjahrsschau am Blocklander Deich, einer Inspektion der Hochwasserschutzanlage, entdeckten Deichverbandsmitarbeiter über 20 Nutria-Baue am Deichrand und in der Böschung.

Bremen sei inzwischen das einzige Bundesland, in dem es nicht generell erlaubt sei, die Nutria ganzjährig und ohne Sondergenehmigung zu jagen, bestätigt der Vizepräsident der Landesjägerschaft in Bremen, Marcus Henke. Bereits 2012 hatte sich die Jägerschaft an den Umweltsenator gewandt und ein uneingeschränktes Jagdrecht auf die Nutria gefordert. „Doch das wurde damals abgelehnt“, erinnert sich Henke. Beim Bau eines sogenannte Wohnkessels würden die Tiere rund einen Kubikmeter Erde bewegen. Die Ufer der Wümme würden so stetig unterhöhlt. Allein im Niederblockland habe man bei der Deichschau in diesem Jahr rund 20 Nutriabaue am Außendeich gezählt, sagt Henke.

Bereits vor eineinhalb Jahren hatte Umwelt-Staatsrat Ronny Meyer öffentlich bestätigt, sich um das Problem zu kümmern und das geforderte Jagdrecht einräumen zu lassen. „Seither ist nichts passiert“, ärgert sich Henke. Die Bremer Landesjägerschaft fordert ein Jagdrecht ohne Muttertierschutz, um das Problem eindämmen zu können. Die Bekämpfung der invasiven Art sei eine Hoheitliche Aufgabe des Landes. Die Stadt sei verpflichtet, die Umwelt zu erhalten, „tut aber genau das Gegenteil“, ärgert sich Henke. Die Nutrias gefährdeten den Hochwasserschutz. Zudem sei die geschützte Fischart der Bitterlinge durch die Ausbreitung der Nutria gefährdet sowie Muschelarten und Pflanzen. Das Land Bremen verhalte sich derzeit fahrlässig, mahnt der Vizepräsident der Landesjägerschaft. „Die Behörde gefährdet den Hochwasserschutz durch Untätigkeit.“

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