Beiratswahl 2019 Die Bilanz für das Blockland

Was haben Blocklander Kommunalpolitiker in der vergangenen Legislaturperiode auf den Weg gebracht? Welche Erfolge können sie verzeichnen? Woran sind Vorahben gescheitert? Ein Überblick.
04.04.2019, 09:41
Lesedauer: 3 Min
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Von Petra Scheller

Blockland. Mit 400 Einwohnern gehört das Bremer Blockland zu den kleineren Ortsteilen in Bremen. Am 26. Mai wird hier gewählt. Neben den Abgeordneten der Stadtbürgerschaft werden auch die Ortsbeiräte gesucht. Bislang setzt sich der Beirat im Blockland aus vier Christdemokraten, zwei Sozialdemokraten und einem FDP-Mitglied zusammen. Was haben die Blocklander Kommunalpolitiker in der vergangenen Legislaturperiode auf den Weg gebracht? Mit welchen Themen haben sie sich beschäftigt? Welche Erfolge können sie verzeichnen? Woran sind sie gescheitert? Ein Blick auf die Kernthemen zeigt, was seit der letzten Wahl passiert ist.


Dorferneuerung:
Über ein Dorferneuerungsprogramm konnte der Blocklander Beirat in der laufenden Legislaturperiode EU-Gelder aus dem Förderprogramm ZILE zur Entwicklung des ländlichen Raumes gewinnen. Gebraucht wurde das Geld zur Instandsetzung alter Bauernhäuser. Über 100 000 Euro sind in die Sanierung ortstypischer Blocklander Reetdächer geflossen. „Klingt erst einmal viel, ist aber viel zu wenig“, erklärt Beiratssprecher Gerd Gartelmann. Über 150 000 Euro beantragten die Blocklander Bürger innerhalb kurzer Zeit über den Beirat, um von dem Dorferneuerungsprojekt zu profitieren – viele Antragsteller gingen letztendlich leer aus.


Rennradfahren auf dem Deich
: Um Kollisionen und Unfälle im Naherholungsgebiet Niederblockland und Oberblockland zu vermeiden, haben Landwirte und Anwohner vor knapp zwei Jahren die Initiative „Miteinander Deich“ gestartet. Ziel war es dabei, die gegenseitige Rücksichtnahme zum Thema zu machen und insbesondere an besucherstarken Wochenenden die Aufmerksamkeit von Spaziergängern, Radfahrern, Skatern und Autofahrern zu erhöhen. Zehn großformatige Plakate wurden für die Aktion gestaltet und an Zäunen vor Schleusen und Hauswänden befestigt. Geglückt sei das Projekt allerdings nicht, zieht Beiratssprecher Gerd Gartelmann Bilanz. „14 Tage lang wurde mehr Rücksicht aufeinander genommen. Danach schlug die Kampagne ins Gegenteil um, Rennradfahrer fühlten sich durch den Aufruf angegriffen.“


Breitband:
Im Niederblockland gibt es bis zur Hausnummer 11 DSL-16-Anschlüsse – und somit die Möglichkeit, am Datenaustausch via Internet in erträglichem Tempo teilzuhaben. Danach ist Schluss, sagt Beiratssprecher Gartelmann. Alle anderen Haushalte müssen auf teure technische Lösungen zurückgreifen, wenn sie von zu Hause aus arbeiten oder im Netz surfen wollen. Doch der Breitbandausbau solle mittelfristig für alle Haushalte am Deich vorangebracht werden. Zurzeit wird geprüft, wie das Blockland von Bundesfördermitteln profitieren kann.


Verkehr:
Theoretisch bedarf das Befahren des Blocklander Deiches einer speziellen Begründung. Wer ohne Berechtigungsschein auf dem Deich Auto fährt, dem droht eine Geldbuße. „Anwohner und Lieferverkehr frei" heißt es auf den Verkehrsschildern in Richtung Blockland und Niederblockland. Wer dort nicht wohnt, sondern nur jemanden besuchen möchte, braucht ab hier einen Deichschein von der Polizei. Rund 500 Scheine werden pro Jahr ausgestellt. Die Zahl der Autofahrer, die den Deich ohne Berechtigung nutzen, ist allerdings viel höher. Die Polizei kontrolliert die Deiche stichprobenartig. Doch viele Anwohner stören sich an dem hohen Verkehrsaufkommen. Der Beirat sucht seit längerem nach Lösungen. Diskutiert wird ein Deichscheinautomat – ähnlich einer Parkuhr – über den die Berechtigungsscheine einfacher gegen Gebühr zu beziehen sind, als das bislang der Fall ist.

Kritikpunkt: „Ab und zu werden Straßen gesperrt, ohne dass uns jemand informiert", berichtet Beiratssprecher Gartelmann. In der Vergangenheit konnten Blocklander an manchen Tagen nicht pünktlich zur Arbeit kommen, weil das Bremer Amt für Straßen und Verkehr (ASV) die Straße am Lehester Deich und die Straße am Kuhgraben Richtung Universität überraschend gesperrt hatte. 20 Kilometer Umweg über Ritterhude mussten Anwohnerinnen und Anwohner in so einem Fall hinnehmen. Inzwischen tauschen sich ASV und Blocklander Ortspolitik besser aus.

Eine positive Bilanz gibt es zum Thema Schulbus: Blocklander Kinder besuchen in der Regel die Grundschule am Borgfelder Saatland. Per Schulbus werden sie morgens zur Schule gebracht und nachmittags wieder ins Blockland gefahren. Der Shuttle-Service klappt reibungslos und zuverlässig, heißt es.


Naturschutz:
Die Wümmeniederungen sind umgeben von ausgewiesenen Naturschutzgebieten. In der Vergangenheit gab es deshalb Meinungsverschiedenheiten zwischen Landwirten und Umweltverbänden. Dabei ging es um Düngemethoden und um die Nutzung der Flächen. „Inzwischen setzen sich beide Parteien an einen Tisch. Wir haben ein gutes Verhältnis zur Bremer Umweltbehörde aufgebaut“, zieht Beiratssprecher Gartelmann eine positive Bilanz aus der vergangenen Legislaturperiode. Die Kooperationsbereitschaft zwischen Landwirten und Umweltschützern sei so gut wie nie zuvor.


Feuerwehr:
Zuletzt wurde das Spritzenhäuschen der Blocklander Feuerwehr vor 30 Jahren saniert. Gelder für die Instandsetzung einer neuen Halle standen bislang nicht zur Verfügung. In der laufenden Legislaturperiode gab es nun endlich die langersehnte Zusage der Landesfeuerwehr. Für 2020/2021 soll eine neue Halle am Dammsiel geplant werden.

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