Doku-Drama für den NDR

Filmdreh "Die Affäre Borgward" auf dem Bremer Marktplatz

Der Bremer Marktplatz ist am Mittwoch zum historischen Filmset geworden. Gedreht wurden die ersten Szenen des Doku-Dramas "Die Affäre Borgward" über den Niedergang des Autoherstellers.
21.02.2018, 10:45
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Filmdreh
Von Alice Echtermann
Filmdreh "Die Affäre Borgward" auf dem Bremer Marktplatz

Carl F. W. Borgward, gespielt von Thomas Thieme, steigt in dieser Szene vor dem Rathaus aus dem Auto.

Christina Kuhaupt

Die Komparsen stehen in Position, historisch korrekt gekleidet mit Mantel, Hut und Kinderwagen im Stil der 1950er und 60er Jahre. Carl F. W. Borgward, gespielt von Schauspieler Thomas Thieme, sitzt am Steuer seines glänzenden Borgwards vor den Treppenstufen des Doms und wartet. Sie alle warten, bei strahlendem Sonnenschein und klirrender Kälte auf dem Bremer Marktplatz. Darauf, dass das Sichtfeld frei ist. Denn die Dreharbeiten auf dem belebten Marktplatz stellen das Team vor die große Herausforderung, Aufnahmen ohne ungewollte Statisten zu machen. Schulklassen, Fahrradfahrer, Touristen, alle laufen zielsicher vor die Kameras.

Absperren durfte man den Marktplatz nicht, sagt Produktionsleiter Heino Herrenbrück. Die Firma Cinecentrum aus Berlin und Hamburg hat in dieser Woche mit den Dreharbeiten für das Doku-Drama "Die Affäre Borgward" im Auftrag des NDR begonnen. Unter der Regie von Marcus O. Rosenmüller entsteht hier eine Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm, der die Jahre von 1958 bis 1963 abbildet. Zu 50 Prozent bestehe das Werk aus historischen Aufnahmen, zu 50 Prozent aus fiktionalem Inhalt, erklärt Herrenbrück.

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Im Mittelpunkt steht der Bremer Unternehmer Carl F. W. Borgward (Thomas Thieme), der Gründer des Konzerns, der in den 50er-Jahren der größte Arbeitgeber in Bremen war. Der Autohersteller geriet in finanzielle Schwierigkeiten und ging schließlich 1961 in Konkurs. Die Handlung befasst sich mit den politischen Verstrickungen dieser Zeit, von den Rettungsversuchen durch den Bremer Senat – eine Schlüsselfigur ist Wirtschaftssenator Karl Eggers (André Klöhn) – und der Recherche des "Spiegel"-Journalisten Leo Brawand (Christian Aumer). Eine Nebenhandlung beschäftige sich zudem mit dem Schicksal eines fiktionalen Autoverkäufers, der durch die Borgward-Pleite betroffen sei, erklärt Produktionsleiter Herrenbrück.

Bis zum 10. März wird der Dreh für das Doku-Drama dauern. Von den geplanten 16 Drehtagen verbringt das Team 13 Tage in Bremen. Gedreht wird laut Herrenbrück unter anderem vor der alten Borgward-Geschäftsführung, im Rathaus, vor der alten Borgward-Villa in Horn-Lehe und bei der Senatorin für Finanzen (Haus des Reichs). Weitere Drehorte sind Ganderkesee, Berne und Bruchhausen-Vilsen. Die Räume für Innenaufnahmen werden als Filmset für die Produktion gebaut.

Für die Beschaffung der historischen Fahrzeuge arbeitet das Filmteam mit dem Bremer Borgward-Club zusammen. Gefördert wird das Projekt von Nordmedia mit 250.000 Euro.

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