Bremer Bäder

Gesucht: m/w/divers - Anzeige erstmals auch für drittes Geschlecht

Die Bremer Bäder suchen einen Mediengestalter. Die Anzeige richtet sich an Männer, Frauen und auch an Intersexuelle. Damit wird eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt.
12.04.2018, 19:51
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Gesucht: m/w/divers - Anzeige erstmals auch für drittes Geschlecht
Von Nina Willborn
Gesucht: m/w/divers - Anzeige erstmals auch für drittes Geschlecht

"Mediengestalter (m/w/divers)" heißt es in der Stellenanzeige der Bremer Bäder.

dpa

Die Bremer Bäder suchen jemanden, der Werbung auf Papier, aber auch die Internetseite gestalten kann. Das ist nichts Ungewöhnliches. Zumindest noch ungewöhnlich ist aber die Formulierung in der Stellenanzeige: "Mediengestalter (m/w/divers)". Sie richtet sich – wohl als erste in Bremen – also ausdrücklich an Männer, Frauen und Intersexuelle.

Mit der Ausweitung der Geschlechter setzen die Bremer Bäder eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts um. Dessen Richter hatten nach einem jahrelangen Rechtsstreit im vergangenen November entschieden, dass es neben "männlich" und "weiblich" auch ein drittes Geschlecht geben müsse. Das gilt nicht nur für Stellenausschreibungen, sondern überall, wo es die Möglichkeit der Geschlechtswahl gibt: vom Personalausweis bis zur Umkleide. Verfassungsbeschwerde eingelegt hatte ein Mensch mit dem Pseudonym "Vanja" aus Leipzig, der sich weder als Mann noch als Frau einordnen lassen will.

Laura Schmitt, Sprecherin der Bremer Bäder, erklärt die Entscheidung des Unternehmens so: Man sei der arbeitsrechtlichen Empfehlung gefolgt, das dritte Geschlecht mit aufzunehmen und damit einer möglichen Diskriminierung vorzubeugen. "Grundsätzlich gibt es weder eine Empfehlung an uns noch eine abschließende Entscheidung, ob wir alle Stellenanzeigen so formulieren werden."

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