Schüsse auf Kater in Bremen-Nord Kater Georgy ist ein Fall für den Staatsanwalt

Zweimal wurde auf Kater Georgy geschossen, zweimal musste er notoperiert werden. Jetzt hat die Polizei die Wohnung eines Mannes aus Burglesum durchsucht und eine Waffe beschlagnahmt.
03.01.2018, 18:21
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Kater Georgy ist ein Fall für den Staatsanwalt
Von Christian Weth

Der Angriff auf Kater Georgy, dem im Sommer mit einer Kleinkaliber­waffe ins Gesicht geschossen wurde, könnte zum Fall fürs Amtsgericht werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Mann aus Burglesum. Polizeibeamte haben seine Wohnung durchsucht und eine Waffe beschlagnahmt. Sie wird jetzt mit dem Projektil verglichen, das Ärzte bei einer Notoperation aus dem Kopf des Katers entfernten. Es war das zweite Mal, dass auf das Tier geschossen wurde.

Stimmen Waffe und Projektil überein, schließt die Staatsanwaltschaft eine ­Anklage in den nächsten Wochen nicht aus. Sie ermittelt gegen den Mann wegen mehrerer möglicher Verstöße – gegen das Waffen-, aber auch gegen das Tierschutzgesetz. Und weil Tiere vor Gericht als Sache gelten, könnte als dritter Anklagepunkt noch Sachbeschädigung dazukommen. Davon geht jedenfalls Frank Passade aus. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft rechnet in den nächsten Tagen mit dem Resultat der Ballistiker.

Geprüft wird nach seinen Worten nicht nur, ob die Kugel aus der beschlagnahmten Waffe abgefeuert wurde. Sondern auch, ob der Mann die Waffe überhaupt haben ­durfte. Laut Passade besteht der Verdacht, dass der Besitz in diesem Fall unrechtmäßig war. Liegt tatsächlich ein Verstoß gegen das Waffengesetz vor, drohen dem Burglesumer eine Geld- beziehungsweise eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

Passade zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Mann sowohl wegen des Angriffs auf den Kater im Sommer als auch vor drei Jahren. Damals war zum ersten Mal auf Georgy geschossen worden. Auch seinerzeit hatte die Polizei den Burglesumer in Verdacht. Kurze Zeit nach den Schüssen war er Beamten aufgefallen, weil er an einer roten Ampel erst einen Autofahrer beschimpft, dann mit einer Kleinkaliberwaffe bedroht hatte.

Sigrid Hiltmann kennt den Fall. Die Besitzerin von Georgy hat ihn in den Medien akribisch verfolgt – aber nichts darüber ­erfahren, ob der Mann nun auf ihren Kater geschossen hat oder nicht. Von den Beamten, denen sie damals den Vorfall beschrieb, hat sie bis heute nichts gehört. Auch nach ihrer zweiten Anzeige im Sommer bekam sie keine Rückmeldung. Hiltmann: „Ich weiß nicht, was aus den Verfahren wurde.“

Dafür weiß sie etwas anderes: Dass ­Georgy nach dem zweiten Angriff ängstlicher ist als vorher. Dass er nicht mehr für Stunden, so wie früher, sondern nur noch für fünf oder zehn Minuten draußen unterwegs ist – „höchstens“. Und dass sie, egal wie kurz seine Streifzüge jetzt sind, immer in Sorge um ihn ist. Sigrid Hiltmann hatte nach seiner Schussverletzung im Sommer erst überlegt, ihn gar nicht mehr aus dem Haus zu lassen. Jetzt lässt sie das Tier zwar wieder raus, aber nur mit GPS-Sender.

Die Burglesumerin sagt, dass die Technik ihren Kater nicht davor bewahren kann, ein drittes Mal angeschossen zu werden – aber dass es sie beruhigt, jederzeit zu wissen, wo er gerade ist. Oder wo er vor Stunden war: Georgys Rundgänge werden aufgezeichnet. „Ich bin schon froh, wenn er draußen eine Richtung einschlägt, die möglichst weit weg von dem Ort ist, wo ich ihn im Sommer verwundet gefunden habe.“

Mehrere Hundert Euro hat Sigrid Hiltmann das GPS-System gekostet – und mehrere Tausend Euro die Behandlung des ­Katers in der Tierklinik.

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