BSAG setzt neuen Elektrobus ein Lautlos durch die Stadt

Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) hat den Elektrobus "Sileo S 12" vorgestellt. Er soll vollgeladen 250 Kilometer schaffen und auf den Linien 29 und 52 eingesetzt werden.
16.08.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Lautlos durch die Stadt
Von Alice Echtermann

Gerd Oostinga durfte den neuen Bus als Erster fahren. 15 Jahre lang war er für die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) mit Dieselbussen auf den Straßen der Stadt unterwegs – die Umstellung auf den Elek­trobus „Sileo S 12“ ist also auch für ihn etwas Besonderes. Es ist das erste Mal, dass die BSAG einen batteriebetriebenen Bus im regulären Linienbetrieb testet – ohne dass das Fahrzeug im Laufe des Tages aufgeladen werden muss.

Zwei Batterien hat der Sileo S 12. Sie sind auf dem Dach und reichen über die volle Länge des Zwölf-Meter-Busses. Sechs Stunden dauere es derzeit noch, das Fahrzeug aufzuladen, erklärt Oostinga. In Zukunft solle das im Betriebshof aber schneller möglich sein, wenn größere Ladekabel zum Einsatz kommen.

Vollgeladen schafft der Elektrobus mindestens 250 Kilometer am Stück. Deshalb werde er auf den Linien 29 und 52 eingesetzt, sagt Hajo Müller, Vorstandssprecher der BSAG. Auf diesen Linien lege ein Bus pro Tag etwa 200 bis 220 Kilometer zurück.

Elektrobus ist ein wichtiger Schritt

Bei der Präsentation des silber-weißen Fahrzeugs auf dem Marktplatz finden sich schnell Schaulustige zusammen. Der Elektrobus sei ein wichtiger Schritt zur Erreichung verschiedener Ziele, sagt Joachim Lohse (Grüne), Senator für Umwelt, Bau und Verkehr. Dadurch, dass er ruhiger fahre, mache er den öffentlichen Nahverkehr attraktiver.

Zudem trage er zum Erreichen der Klimaschutzziele bei, indem er den Ausstoß von CO2 im Straßenverkehr senke. Entscheidend dabei: Die BSAG betreibt ihren Bus mit Ökostrom. Und auch die Luft in Bremen soll durch den Einsatz von Elektrobussen sauberer werden.

„Die Knotenpunkte Am Dobben und Bismarckstraße machen mir am meisten Sorgen“, sagt Lohse. Nach dem Probebetrieb sollten alle Linien über den Dobben schnellstmöglich durch Elektrobusse ersetzt werden, um die Belastung mit Stickstoffoxiden und Feinstaub zu verringern.

Starke Entlastung der Umwelt

Ein 18 Meter langer Elektrobus entlastet die Umwelt nach Berechnungen der Kampagne „Faktor 100“ des Europäischen Eliptic-Projektes (Electrification of public transport in cities) genauso stark wie 100 Elek­troautos. Busse seien täglich um ein Vielfaches länger auf den Straßen unterwegs, verbrauchten mehr Treibstoff und seien zu 95 bis 98 Prozent Dieselfahrzeuge.

Der Sileo S 12 bringe etwa die 70-fache Entlastung im Vergleich zu einem Elektroauto, sagt Lohse. Er fordert daher vom Bund eine stärkere Förderung der Elektromobilität im öffentlichen Personennahverkehr. Die Stadt Bremen unterstütze die BSAG jährlich mit 50 Millionen Euro. Wegen der sehr angespannten Haushaltslage seien mehr Zuschüsse derzeit nicht möglich. Ein Elektrobus ist aber laut Hajo Müller in der Anschaffung doppelt so teuer wie ein Dieselbus.

Testphase dauert drei Jahre

Der Sileo S 12 ist nur der Anfang. Im Laufe des Jahres werden nach Angaben der BSAG zwei weitere Elektrobusse hinzukommen, die im Linienbetrieb fahren sollen: Ein Zwölf-Meter-Bus und ein 18 Meter langer Gelenkbus, der laut der Herstellerfirma Sileo mit einer Batterieladung auch mehr als 250 Kilometer fahren kann.

Neben der Reichweite sei vor allem die Sicherheit der Fahrgäste wichtig, erklärt Sven Bohnstedt von Sileo. Deshalb seien die Batterien auf dem Dach angebracht . Die Stromleitung werde unterbrochen, wenn der Fahrer kein Gas gibt.

Drei Jahre lang will die BSAG die Elek­trobusse nun testen. Busfahrer Gerd Oostinga hat sich nach etwa 20 Fahrten bereits ganz gut an das neue Fahrzeug gewöhnt. Er beschleunige besser als die alten Busse, aber „man muss noch mehr aufpassen“, sagt er. Denn Fußgänger, die an das laute Röhren der Dieselmotoren gewöhnt sind, bemerken das leise pfeifende Elektrofahrzeug oft nicht.

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