Bodensenkung durch City-Gate-Projekt Muss die Hochstraße am Hauptbahnhof gesperrt werden?

Muss die Hochstraße vor dem Bremer Hauptbahnhof gesperrt werden? Wie die BSAG und die Baubehörde mitteilen, sackt im Umfeld der riesigen Grube der Boden ab. Straßenbahngleise mussten bereits gesperrt werden.
04.05.2016, 17:59
Lesedauer: 2 Min
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Von Jürgen Hinrichs Frauke Fischer

Muss die Hochstraße vor dem Bremer Hauptbahnhof gesperrt werden? Wie die BSAG und die Baubehörde mitteilen, sackt im Umfeld der riesigen Grube der Boden ab. Straßenbahngleise mussten bereits gesperrt werden.

Muss als nächstes die Hochstraße vor dem Bremer Hauptbahnhof gesperrt werden? Am Mittwochabend ist bekannt geworden, dass es mit der Großbaustelle dort Probleme gibt und die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) wegen Absackungen Straßenbahngleise sperren musste.

Außerdem darf es derzeit keine Arbeiten mehr in der Baugrube geben. Am Bahnhof und in sozialen Netzwerken spekulieren Nutzerinnen und Nutzer seitdem über Ausmaß der Schäden und weitere Konsequenzen. Baubehörde und BSAG hatten mitgeteilt, dass im Umfeld der Baustelle für die beiden Gebäude des Bremer City Gate der Boden absackt. Die beiden Gleise A und B der BSAG am Bahnhof können deswegen nicht genutzt werden, Linien werden umgeleitet. Die Maßnahme sei mit dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr abgestimmt, so die BSAG. Geprüft wird noch, ob auch die Hochstraße in Gefahr ist.

Nach Auskunft der Baubehörde ist die Absenkung nicht plötzlich geschehen, sondern fortschreitend. Im Umfeld der Baugrube seien Sensoren zur Kontrolle installiert, die Bodenveränderungen fortlaufend meldeten. So sei man über die Entwicklung auf dem Laufenden. Als die Absenkung der Gleise auf der Bahnhofsseite nun 7,5 Zentimeter erreichte, hätten BSAG und Behörde vorsichtshalber die Gleissperrung angeordnet. Auf der Seite der Baugrube zur Hochstraße hin ist der Boden demnach drei Millimeter abgesackt, der Toleranzwert liege bei fünf Millimetern, heißt es aus der Behörde. Alles darüber hinaus gefährde die Sicherheit auf der Hochstraße. Die weitere Entwicklung werde beobachtet. Man stehe in ständigem Kontakt mit der Bauleitung.

Für die BSAG war die Entscheidung klar, die Gleise zur Bahnhofsseite zu sperren: „Die fortschreitenden Absackungen des Erdreichs in diesem Bereich setzen die darauf befindlichen Gleise und ihre Unterkonstruktion unter sehr starke Spannung“, so BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer. Das Durchfahren ist deshalb für Bahnen und Busse untersagt worden. Die Bus- und Bahnlinien auf den Gleisen A und B werden über die benachbarten Gleise umgeleitet. Das könne wegen der erhöhten Verkehrsdichte „zu kurzen Verzögerungen“ führen, so Meyer weiter.

An den Haltestellen weisen seitdem BSAG-Mitarbeiter Fahrgäste auf die neue Situation hin. Diese und die Besucher der eigens für die Baustellenschau eingerichteten Aussichtsplattform haben am Donnerstag über die aktuelle Situation diskutiert. Ist die große Baugrube nicht genügend abgesichert worden? 35 Meter tief mussten die Bauarbeiter immerhin in die Erde gehen und sogenannte Schlitzwände einziehen, um das Areal gegen Wassereinsickerung zu schützen. Damit werde eine Art unterirdischer Staudamm hergestellt, hatte der damalige Projektbetreuer des Investors, der Achim Griese Treuhandgesellschaft, schon 2014 Pläne und Bauverfahren erläutert.

Erst im August 2015 ging es dann mit dem ersten Spatenstich, den Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) vornahm, richtig los. Der Bau schließe „eine städtebauliche Wunde, die im Krieg geschlagen wurde“, stellte Sieling sich hinter das umstrittene Bauprojekt. Eine lange Planungsphase und immer wieder Stillstand bei den Vorbereitungen hatten Gegner der Bebauung immer wieder frohlocken lassen, dass es mit den beiden siebenstöckigen Gebäuden des Architekten Max Dudler nichts werde. Als Bauarbeiter im Dezember eine Gasleitung beschädigten, zog das einen Großeinsatz der Feuerwehr nach sich.

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