Radverkehr in Bremen Neue Fahrradbrücken über die Weser

Nach der Innenstadt-Verbindung zwischen Bremer Altstadt und Neustadt soll eine Querung zwischen Hemelingen und Habenhausen geschaffen werden. Die Grünen wollen dafür Bundesmittel einwerben.
15.01.2018, 20:51
Lesedauer: 3 Min
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Neue Fahrradbrücken über die Weser
Von Pascal Faltermann

Die nächste Fahrradbrücke für Bremen ist in Planung. Der Stadtteil Hemelingen soll mit einer Radfahrer- und Fußgängerbrücke über die Weser mit dem Ortsteil Habenhausen verbunden werden. Im Bereich der Korbinsel soll eine direkte Linienführung des Radweges erreicht werden. Diese Pläne gehen aus einem Verwaltungsbericht für die Sitzung der Umwelt- und Verkehrsdeputation am kommenden Donnerstag hervor.

Es ist das nächste Bauvorhaben, nachdem Anfang April die Pläne für einen weiteren Brückenschlag über den Stadtwerder hinweg, der die Bremer Altstadt und die Neustadt miteinander verbinden soll, bekannt wurden. Der Ansatz, der hinter den neuen Ideen steckt: Radfahrer aus Kattenesch, Arsten und Kattenturm sowie aus den angrenzenden Gemeinden Brinkum und Weyhe könnten Hemelingen, Arbergen und Mahndorf deutlich schneller und erstmalig auch mit dem Fahrrad auf direktem Wege erreichen, wenn ihnen im Bereich der Autobahnbrücke der A 1 eine Brücke über die Weser zur Verfügung stünde.

In einer Studie wurde bereits die generelle Machbarkeit einer Geh- und Radwegbrücke im Bereich der Korbinsel untersucht, heißt es in der Vorlage. Demnach gibt es verschiedene Planungskorridore und Brückenvarianten, die infrage kommen. Unter anderem soll eine sogenannte Strombrücke mit einer Vorlandbrücke kombiniert werden. Zusammen könnte eine Gesamtlänge von rund 700 Metern entstehen.

Für den Bau solcher Fahrradbrücken will die grüne Bürgerschaftsfraktion Bundesmittel einwerben. Bis zu 90 Prozent könnten unter anderem aus dem Bundesprogramm „Klimaschutz im Radverkehr“ beantragt werden, heißt es in dem Bericht für die Verkehrsdeputation. In erster Linie sollen diese Fördermittel für zwei neue Brücken in der Innenstadt gewonnen werden: für die Querung zwischen dem linken Weser-Ufer auf Höhe der Piepe am Rotes-Kreuz-Krankenhaus und dem Stadtwerder und für eine weitere zum rechten Weserufer.

Entlastung für die Wilhelm-Kaisen-Brücke

Die wichtigste Voraussetzung, um überhaupt Fördermittel des Bundes zu bekommen, sei, die Brückenplanung voranzutreiben. In diesem Fall machen die Grünen Druck. Die Fraktion erwarte, dass die gemeinsam mit SPD, CDU und Linke im beschlossenen Verkehrsentwicklungsplan vorgesehene Fahrradbrücke über die Weser zu Ende geplant wird.

Der Brückenschlag zwischen Neustadt und Altstadt sei nicht allein ein Gewinn für verschiedene Neubaugebiete wie etwa die Gartenstadt Werdersee und ihre Anbindung, sondern entlaste auch die viel befahrene Wilhelm-Kaisen-Brücke von einem Gutteil des immensen Radverkehrs, sagt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Ralph Saxe. Das nütze der weiteren Stadtentwicklung in der Neustadt enorm.

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Ralph Saxe wünscht sich bei solchen Projekten in Bremen einen anderen Denkansatz. „Bremen kann mit einem überschaubaren finanziellen Einsatz und erheblichen Fördermitteln zwei neue Fahrradbrücken erhalten, die viele Vorteile bringen", sagt er. "Wir sollten verstärkt mit Bundesmitteln arbeiten, das machen wir noch viel zu wenig." Das habe beispielsweise beim Fahrradmodellquartier in der Neustadt oder auch beim Ellener Hof in Bremen-Osterholz geklappt.

"Beide gleichzeitig sind nicht umzusetzen"

Selbstverständlich seien Gesamtkosten von gut zehn Millionen Euro für die beiden Brücken zwischen der Bremer Altstadt und Neustadt ohne Förderung viel Geld. Dieses Geld wäre in der jetzigen Lage für andere wichtige Vorhaben auch gut angelegt, so Saxe. Dabei werde aber übersehen, dass die Brücken bei einer erfolgreichen Einwerbung von Fördermitteln für Bremen noch deutlich günstiger werden könnten. „Die Chance, die diese Brücken bieten, darf man nicht leichtfertig vergeben.“

Die Bremer Grünen wollten die Planung zur Teilnahme an dem Förderwettbewerb vorantreiben und erst danach bewerten, ob dieses Vorhaben zeitnah oder eher mittelfristig umgesetzt werden könne. Wie die Vertreter der Verkehrsbehörde wolle man zuerst die Planungen für die Brücken in der Innenstadt vorantreiben, um dann die Bundesmittel einzuwerben. „Beide gleichzeitig sind nicht umzusetzen“, sagt Saxe.

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