Fußball-Bremen-Liga

Abgerutscht auf Rang sechs

Blumenthaler SV unterliegt eine Woche nach dem vernichtenden 0:8 beim Bremer SV nun dem Tabellenzweiten TuS Schwachhausen mit 2:3
08.12.2019, 17:03
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Grunewald
Abgerutscht auf Rang sechs

Blumenthals Sebastian Kurkiewicz (rechts im Spiel gegen Union) traf gegen Schwachhausen doppelt.

Frank Thomas Koch

Blumenthal. Sichtlich enttäuscht zeigte sich Denis Spitzer, denn der Trainer des Blumenthaler SV hatte sich eine erfolgreiche Revanche für die 2:6-Hinspielniederlage gegen den TuS Schwachhausen gewünscht. Seine Elf verlor auf dem Kunstrasenplatz im Burgwallstadion das letzte Match vor der Winterpause allerdings mit 2:3 und rutschte nach zwei Niederlagen in Folge auf den sechsten Tabellenplatz in der Fußball-Bremen-Liga ab.

Nach dem 0:8 beim Bremer SV erhofften sich Verantwortliche und Fans der Blumenthaler einen Befreiungsschlag gegen den Tabellenzweiten. Doch der präsentierte sich von der ersten Minute an hoch konzentriert und bewies, weshalb er sich zum ernsten Meisterschaftskonkurrenten des FC Oberneuland gemausert hat. Vor allem in den ersten 45 Minuten ließ er die Nordbremer nicht zu ihrem gewohnt schnellen Kombinationsspiel und schon gar nicht in die Zweikämpfe finden. Die Ostbremer erwiesen sich oft als gedankenschneller, attackierten früh und machten die Räume auf dem kleinen Kunstrasen eng.

Mit dem Ergebnis, dass die Gastgeber in der ersten Halbzeit offensiv kaum Akzente setzen konnten. Es lief bereits die 20. Spielminute, als TuS-Torhüter Lars Richter zum ersten Mal von Vinzenz van Koll ernsthaft geprüft wurde. Sechs Minuten später aber hätte er wohl kaum eine Chance gegen den Distanzschuss von Moritz Hannemann gehabt, aber der Ball strich knapp am rechten Torpfosten vorbei.

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste mit 1:0 in Front. Mit einem Konter hatten sie die Abwehr der Burgwall-Elf aus den Angeln gehoben, ihr Torwart Thomas Büttelmann besaß gegen den platzierten Schuss von Max-Benjamin Falldorf keine Abwehrchance (5.). Büttelmann stand trotz Rückenbeschwerden für den im Spiel beim Bremer SV schwer am Fußgelenk verletzten Jascha Tiemann im BSV-Kasten und machte kaum Fehler. Doch auch gegen den zweiten Treffer von Falldorf, der mit einer geschickten Körpertäuschung die Blumenthaler Defensive narrte, hatte er keine Abwehrchance (38.). Nur eine Minute früher hatten Vinzenz van Koll und Tim Pendzich die Möglichkeit zum 1:1-Ausgleich verspielt.

Nicht nur nach Toren, sondern auch aufgrund der Spielanteile ging die Schwachhauser Halbzeitführung in Ordnung. Dieses Gesamtbild wollte der Blumenthaler SV im zweiten Durchgang neu konturieren. Doch bereits in der 49. Minute schwand die Hoffnung auf eine Wende zum Besseren nahezu gänzlich. Erneut war es Max-Benjamin Falldorf, der seinen Trainer jubeln ließ. Fast von der Torauslinie schlenzte er den Ball ins lange Eck des Blumenthaler Kastens – die Gäste führten 3:0.

Die Gastgeber ließen die Köpfe indes nicht hängen, forcierten das Tempo und intensivierten die Angriffswucht. Und mit zunehmender Spielzeit stand der Zweite immer näher mit dem Rücken zur Wand. Hauptgrund: Sebastian Kurkiewicz, der den 0:3-Rückstand offensichtlich als persönlichen Makel empfand, schaltete den Turbo ein, entzog sich der Kontrolle der TuS-Defensive und verkürzte mit zwei strammen Distanzschüssen innerhalb von 180 Sekunden auf 2:3 (66./69.).

Die Gäste verloren die Spielkontrolle, ihre bis dahin effektive Abwehrarbeit geriet ins Wanken und die Gastgeber generierten Tormöglichkeiten. Die beste besaß van Koll, doch er zielte direkt auf den Körper des Gäste-Keepers (75.). Und als die Blumenthaler Sturmspitze im TuS-Strafraum im Kampf um den Ball zu Fall kam, forderten seine Mitspieler einen Strafstoß – doch Schiedsrichter Christopher de Vries winkte ab. Es blieb beim 3:2-Auswärtssieg. Den Denis Spitzer nach eigenen Worten „nicht so richtig einordnen“ konnte: „Wir haben ein spannendes Spiel mit Vorteilen für Schwachhausen in der ersten Halbzeit gesehen, hätten aber unterm Strich ein Remis verdient gehabt.“ Derweil freute sich TuS-Coach Benjamin Eta auf eine „geile Serie“ mit 15 Siegen und nur drei Niederlagen. Auf die Frage, was denn in Sachen Regionalliga geplant sei, antwortete er schmunzelnd: „Dann müssen wir uns zusammensetzen.“

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