Blumenthaler SV

Die gemeinsame Zukunft hat gerade erst begonnen

Steffen Dieckermann wird die Bremen-Liga-Fußballer des Nordbremer Traditionsvereins auch in der kommenden Saison trainieren.
22.12.2020, 13:32
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Von Jens Pillnick
Die gemeinsame Zukunft hat gerade erst begonnen

Freut sich auf die nächsten Herausforderungen beim Blumenthaler SV: Trainer Steffen Dieckermann, der sein Team mit wöchentlich drei Cyber-Trainingseinheiten auf die Fortsetzung des Spielbetriebs vorbereitet. Parallel laufen natürlich schon die Planungen für die Serie 2021/22.

Christian Kosak

Mit der Weihnachtsfeier als große Bühne für die Bekanntgabe der Vertragsverlängerung konnte Peter Moussalli wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht dienen. Das erwartete Signal gab es in Vorweihnachtszeit aber trotzdem: Der Vereinsboss des Blumenthaler SV teilte nämlich jetzt mit, dass Steffen Dieckermann die Bremen-Liga-Fußballer des Nordbremer Traditionsvereins auch in der kommenden Saison trainieren wird.

Dass Steffen Dieckermann, der Mitte August im Pokal-Halbfinale gegen den FC Huchting (2:0) sein Pflichtspieldebüt gab, seine Mission am Burgwall fortsetzt, ist allerdings keine Überraschung. Schließlich sprach und spricht Peter Moussalli von einem Zwei- bis Drei-Jahres-Projekt, das er mit Dieckermann verfolge. Theoretisch hätte es aber ja beiderseits die Möglichkeit gegeben, die Zusammenarbeit zu beenden, auch wenn coronabedingt bisher nur acht Bremen-Liga-Spielen absolviert worden sind. Doch davon sind beide Seiten Lichtjahre allerdings entfernt und so einigte man sich pro forma telefonisch auf ein weiteres Miteinander.

„Damit haben wir die Form gewahrt, doch die Frage hatte sich gar nicht gestellt“, erklärt Peter Moussalli, der Parallelen zu einem sehr erfolgreichen Ex-Trainer der Blumenthaler sieht: „Je länger ich mit Steffen zusammenarbeite, desto mehr erinnert er mich an Mitch Kniat. Allerdings hat er mehr Erfahrung als Mitch damals.“ Dieckermann sei heiß auf jede einzelne Trainingseinheit, hätte die Mannschaft im Lockdown mit Hausaufgaben vollgestopft und würde sie in die Richtung bringen, wie er es sich vorgestellt habe. „Damit wie er performt, sind wir extrem zufrieden. Er ist engagiert und gut vorbereitet.“ Moussalli zieht nicht nur den Vergleich mit Kniat, sondern fühlt sich auch an seine eigene Trainertätigkeit erinnert: „Wie Rainer Raute und ich.“ Schließlich habe Dieckermann mit Steffan Wuttke auch einen Co-Trainer, mit dem er ein „gutes Team“ bilde.

Zurückblickend habe diese coronabedingt kurze Zeit, in der Steffen Dieckermann mit der Mannschaft auf dem Platz arbeiten konnte, laut Moussalli schon einiges abgebildet. Ein überragendes Pokalendspiel gegen den FC Oberneuland. Einen Sieg beim Blitzturnier gegen Paderborn II. Ein Loch, in das die Mannschaft gefallen sei. Lehrgeld, das sie bezahlt habe. Und schließlich die zurückgewonnene Stabilität. Für den Vereinsboss wie für den Trainer Stationen auf dem Weg in eine Zukunft mit einer jungen und hungrigen Mannschaft.

Gespannt sein darf man darauf, wie der nächste Schritt des Zusammenwachsens aussieht. Denn sollten die neun ausstehenden Spiele noch absolviert werden können, dann bekommt es der BSV innerhalb der ersten fünf Partien mit den Schwergewichten Brinkumer SV, Bremer SV und SFL Bremerhaven zu tun. Vor großen Herausforderungen schreckt Steffen Dieckermann nicht zurück. Ganz im Gegenteil. Sie reizen ihn besonders. Unumwunden gibt er zu, stets jedes Spiel gewinnen zu wollen. Aber der 46-Jährige blickt natürlich weit über das einzelne Spiel hinaus: Ich hab' in Blumenthal viel vor. Ich will ein paar Jahre bleiben, erfolgreich sein und etwas aufbauen. Bisher ist das schon ganz gut gelungen." Dass die weitere Zusammenarbeit mit einem Telefongespräch besiegelt wurde, ist da für ihn fast nur eine Randnotiz. Er will den Burgwall zu einer für jeden Gegner gefürchteten Festung machen. Er will den BSV wieder dahin bringen, wo er seiner Meinung nach hingehört: in konstant hohe Tabellenregionen.

Eine zeitliche Begrenzung der Zusammenarbeit gibt es für einen wie Steffen Dieckermann, der sieben Jahre lang am Stück die ersten Herren des TuS Komet Arsten trainierte, nicht: „Ich bleibe so lange, bis Peter Moussalli sagt, dass ich gehen soll.“ Die erste Spielzeit, stark beeinträchtigt von den Corona-Einschränkungen, dürfte für ihn nur als Warm Up betrachtet werden. „Dieses Jahr kann man eh nicht zählen“, bestätigt er diese Einschätzung. Auf die weitere Entwicklung des Bremen-Liga-Teams des BSV darf man also gespannt sein. Und auch darauf, ob es Steffen Dieckermann ein zweites Mal gelingt, in der Schnelllebigkeit des Fußball-Geschäftes eine Konstante wie zuvor beim TuS Komet Arsten zu sein.

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Zur Sache

Vinzenz van Koll wieder weg

Der Spielbetrieb ruht zwar, doch die eine oder andere personelle Veränderung gibt es auch beim Fußball-Bremen-Ligisten Blumenthaler SV. Diesbezüglich mit dabei ist auch Wandervogel Vinzenz von Koll, der vor Saisonbeginn seinen Wechsel zum SV Vorwärts Hüttenbusch in die 2. Kreisklasse Osterholz verkündet hatte, Ende August dann aber an den Burgwall zurückkehrte. Nun geht er wieder - erneut sollen berufliche Gründe den Ausschlag gegeben haben. „Wir hatten ein Topverhältnis“, erklärt BSV-Trainer Steffen Dieckermann und zeigt Verständnis. Dem Abgang sollen drei Zugänge gegenüberstehen, von denen der BSV-Coach jedoch erst einen preisgibt. Es ist der 19-jährige Franzose Jakob Emmanuel Kroba Amon, der sich vor einigen Wochen auf Empfehlung von BSV-Spieler Larry-Franklin Gogbe beim Training vorgestellt hat. Gogbe ist der Cousin des Neuzuganges, der laut Dieckermann groß, kompakt, technisch stark und schnell ist. Dieckermann: „Er passt in unser Portfolio. Es ist ein gutes Gesamtpaket.“ Jacob Emmanuel Kroba Amon ist für die Innenverteidigung oder die Sechs vorgesehen.

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