Beirat Blumenthal

Digitaloffensive für Blumenthaler Schulen

Das gab es seit Jahren nicht: Auf der nächsten Sitzung des Blumenthaler Beirats wird ausschließlich über Anträge und Anfragen beraten. Was gefordert wird – und warum. Die Themen im Überblick.
07.06.2021, 19:00
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Digitaloffensive für Blumenthaler Schulen
Von Christian Weth
Digitaloffensive für Blumenthaler Schulen

Lernen mit Tablet: Linken-Politiker Andreas Bähr findet, dass der Unterricht digitaler werden muss. Er fordert deshalb medienpädagogisches Personal an Blumenthaler Schulen.

Uli Deck

Anträge von Stadtteilpolitikern und Bürgern gibt es immer wieder, aber selten kommt es vor, dass sie das einzige sind, worüber während einer Beiratssitzung beraten wird. Bei den Blumenthaler Fraktionen gab es das in den vergangenen Jahren noch nie. Bis jetzt. Sechs Forderungen von einer Partei und fünf Anwohnern stehen auf der Tagesordnung für das nächste Treffen der Partei. Was verlangt wird – und warum: Die Anträge im Überblick.

Digitalisierung: Nach Ansicht von Andreas Bähr hat die Pandemie klar gezeigt, was viele schon vermutet haben: Dass das Bremer Schulsystem nur unzureichend auf digitalen Unterricht vorbereitet ist. Der Politiker der Linken fordert deshalb, dass die Bildungsbehörde das ändert – auch wenn die Corona-Krise in einiger Zeit überwunden sein sollte. Bähr fordert sowohl medienpädagogisches als auch technisches Personal für jede Blumenthaler Schule. Die zusätzlichen Mitarbeiter sollen beispielsweise Impulse für einen neuen Fachunterricht geben, Lehrkräfte schulen und die Technik für einen digitalen Unterricht weiter ausbauen.

Industriekultur: Für die Mitstreiter einer Initiative stehen auf dem Woll-Kämmerei-Gelände so viele denkmalgeschützte Gebäude, dass der Stadtteil oder wenigstens eines seiner Quartiere einen besonderen Namenszusatz verdient: Perle der Industriekultur. Die Mitglieder der Gruppe finden, dass der Titel identitätsstiftend ist, die Geschichte Blumenthals wachhält und den Stadtteil werbewirksamer positioniert als bisher. Und weil es vor Jahren schon einmal einen ähnlichen Antrag gegeben hat, fordern die Initiativen-Mitstreiter von den Beiratspolitikern, dass ein Beschluss diesmal auch umgesetzt wird und nicht einfach in Vergessenheit gerät.

Sperrung: Erst hat das Stadtteilparlament dafür gesorgt, dass die Wölpscher Straße für den sogenannten Durchgangsverkehr gesperrt wird – jetzt soll es diese Sperrung wieder rückgängig machen. Das erwartet jedenfalls der Blumenthaler Alex Schupp. Ihm zufolge war der Wirtschaftsweg immer öffentlich und wurde deshalb bisher auch als Zufahrt zum Gelände des Golfclubs Bremer Schweiz genutzt. Dass die Wölpscher Straße seit Kurzem nur noch von Landwirten und ihren schweren Maschinen befahren werden darf, hat der Beirat deshalb beschlossen, weil sich Autos, Radfahrer und Fußgänger auf dem schmalen Weg immer wieder gefährlich nahegekommen sind.

Unfallgefahr: Der Blumenthaler Alex Schupp fordert noch etwas anderes. Ihm zufolge ist es jahrelang versucht worden, die Verkehrssituation auf dem Bockhorner Weg zu verbessern. Doch mit der Ansiedlung eines Discounters an der Ecke Schwaneweder Straße und An de Deelen hat sie sich seiner Meinung nach verschlechtert. Schupp will deshalb, dass der Bockhorner Weg abschnittsweise zur Einbahnstraße wird – und zwar zwischen den Einmüdungen der Lüssumer Straße und der Straße Holtöber. Und weil das seiner Auffassung nach nur umsetzbar ist, wenn an der nahegelegenen Kreuzung eine Ampel aufgestellt wird, fordert er die gleich mit.

Sitzbänke: Marlies Röschmann hat sich gefreut, dass das Pflaster beim Bürgermeister-Dehnkamp-Weg am Weserufer erneut wurde – nur jetzt fragt sich die Anwohnerin, wo eigentlich die drei Bänke geblieben sind, die dort gestanden haben. Ihr zufolge sind sie von Passanten nicht nur oft genutzt, sondern von Handwerkern auch gerade erst saniert worden. Röschmann fordert, dass die Bänke umgehend wieder aufgestellt werden. Genauso wie die, die im Rahmen der Deicherhöhung abgebaut wurden. Auch zu ihnen hatte Röschmann einen Antrag gestellt, aber nach eigenem Bekunden noch keine Rückmeldung des Ortsamtes bekommen.

Stolperstein: Die Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg will erreichen, dass in Blumenthal an Luise Otten erinnert wird – mit einem Stolperstein und einem Straßenschild. Otten war 1944 von den Nazis erst zum Tode verurteilt, dann begnadigt und zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Regime warf der Rekumerin Wehrkraftzersetzung vor. Nach 45 Jahren wurde sie als Opfer des deutschen Faschismus anerkannt. Otten war stellvertretende Vorsitzende der Bundesvereinigung Opfer der Nazi-Militärjustiz. Die Initiative hat Unterschriften gesammelt und die Landeszentrale für Politische Bildung eingeschaltet, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.

Info

Die Blumenthaler Beiratsfraktionen kommen am Montag, 14. Juni, ab 19 Uhr zusammen. Die Sitzung ist eine Onlinesitzung. Die Zugangsdaten zur Videokonferenz gibt es unter www.ortsamt-blumenthal.bremen.de.

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