Beirat Blumenthal

Personalplus für den Digitalunterricht

Für den Blumenthaler Beirat war es ein Novum in dieser Wahlperiode: Am Montag haben die Fraktionen ausschließlich über Anträge beraten, fast alle waren von Anwohnern. Die Entscheidungen im Überblick.
15.06.2021, 19:00
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Personalplus für den Digitalunterricht
Von Christian Weth
Personalplus für den Digitalunterricht

Unterricht mit Tablet: Die Blumenthaler Beiratsfraktionen finden, dass es für den Digitalunterricht nicht nur Technik braucht, sondern auch Personal.

Rolf Vennenbernd

Anträge von Stadtteilpolitikern und Bürgern gibt es immer wieder, aber bisher waren sie noch nie das Einzige, worüber die Blumenthaler Beiratsfraktionen während einer Sitzung diskutiert haben: Das Onlinetreffen der Fraktionen am Montagabend war deshalb ein Novum in dieser Wahlperiode. Sechs Forderungen standen auf der Tagesordnung, fast alle kamen von Anwohnern. Was verlangt wurde – und wie die Parteien abgestimmt haben. Die Entscheidungen im Überblick.

Digitalisierung: Für Andreas Bähr steht fest: Das Schulsystem ist nur unzureichend auf digitalen Unterricht vorbereitet. Nach Ansicht des Linken-Politikers hat das die Corona-Pandemie klar gezeigt. Der Linken-Politiker fordert deshalb, dass die Behörde mehr macht als bisher – vor allem, dass sie mehr Personal an die Schulen schickt, das sich mit Medienpädagogik und IT-Technik auskennt. Auch die übrigen Fraktionen wollen das. Das Ressort ist zwar dabei, die Kollegien mit speziell ausgebildeten Kräften zu verstärken, hat dabei aber die Grundschulen vergessen. Davon geht zumindest das Ortsamt aus, das bei Schulleitern nachgefragt hat. Der Beirat will nun, dass die Behörde nachbessert.

Industriekultur: Detlef Gorn und Mitstreiter einer Initiative finden, dass der Stadtteil oder wenigstens eines seiner Quartiere einen Namenszusatz verdient. Weil sich ihnen zufolge so viele denkmalgeschützte Gebäude auf dem Woll-Kämmerei-Gelände reihen, wollen sie einen Titel, der dem Rechnung trägt: Perle der Industriekultur. Das ist vor Jahren schon mal gefordert worden. Die Fraktionen wissen das – allerdings nicht, was aus ihrem Beschluss von damals geworden ist. Zugestimmt haben sie dem Antrag der Initiative trotzdem nicht. Er wurde zurückgestellt. Die Parteien wollen noch mal mit Gorn sprechen. Zum Beispiel darüber, wo mit dem Titel eigentlich geworben werden soll.

Sperrung: Erst durfte jeder die Wölpscher Straße benutzen, weshalb sie den Fraktionen Probleme machte. Jetzt wurde sie für den Durchgangsverkehr gesperrt – und macht wieder Schwierigkeiten. Der Blumenthaler Alex Schupp will, dass die Parteien ihre Entscheidung zurücknehmen. Er argumentiert, dass der Wirtschaftsweg immer von den Mitgliedern des benachbarten Golfklubs genutzt wurde. Darum sollen die Schilder weg. Was die Mehrheit der Politiker jedoch ablehnt. Die Parteien wollen daran festhalten, dass die Straße nur eingeschränkt befahrbar ist. Ihnen zufolge ist es immer wieder vorgekommen, dass sich Verkehrsteilnehmer gefährlich nahe gekommen sind.

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Unfallgefahr: Abgelehnt wurde noch ein anderer Antrag von Alex Schupp. Er will, dass der Bockhorner Weg abschnittsweise zur Einbahnstraße und an der Kreuzung zum Holtöber eine Ampel aufgestellt wird. Der Anlieger glaubt, dass sich auf diese Weise die Verkehrssituation verbessern lässt. Die Mehrheit der Fraktionen glaubt dagegen, dass die Situation auf dem Bockhorner Weg längst verbessert wurde: mit Piktogrammen, die deutlich machen, dass für die Straße dieselben Vorschriften gelten wie für eine Tempo-30-Zone – und mit einem Beschluss, im Bereich des Discounters eine Ampel aufzustellen. Das Amt für Straßen und Verkehr ist noch dabei, die Forderung zu prüfen.

Stolperstein: Erst hat sich die Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg dafür ausgesprochen, dass in Blumenthal an Luise Otten erinnert wird – jetzt sprechen sich auch die Beiratsfraktionen dafür aus: Im Gedenken an die Rekumerin soll sowohl ein Stolperstein verlegt als auch eine Straße benannt werden. Otten war 1944 von den Nazis erst zum Tode verurteilt, dann begnadigt und zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Regime warf ihr Wehrkraftzersetzung vor. Nach 45 Jahren wurde sie als Opfer des Faschismus anerkannt. Otten war stellvertretende Vorsitzende der Bundesvereinigung Opfer der Nazi-Militärjustiz. Die Initiative hatte Unterschriften gesammelt und die Landeszentrale für Politische Bildung eingeschaltet.

Sitzbänke: Anliegerin Marlies Röschmann hat sich gefreut, dass das Pflaster beim Bürgermeister-Dehnkamp-Weg am Weserufer erneuert wurde – und sich zugleich gefragt, wo die Bänke geblieben sind, die dort gestanden haben. Und was aus den anderen geworden ist, die zuvor im Rahmen der Deicherhöhung abgebaut wurden. Das Ortsamt hat bei der Behörde inzwischen nachgehakt und weiß jetzt: Alle Bänke kommen wieder. Manche sind in Reparatur, andere so kaputt, dass sie durch neue ersetzt werden müssen.

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