Blumenthaler Zentrumsentwicklung Marktplatz der Möglichkeiten

Die Blumenthaler Beiratsfraktionen haben am Montag länger beraten, als ursprünglich für die Onlinekonferenz veranschlagt war. Die Politiker diskutierten über Themen, die quasi ad hoc dazugekommen sind.
10.02.2021, 05:00
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Marktplatz der Möglichkeiten
Von Christian Weth

Blumenthal. Eigentlich hätte es eine der kürzesten Sitzungen des Blumenthaler Beirats werden können: Drei Anträge und Anfragen standen für Montagabend auf der Tagesordnung. Am Ende haben die Fraktionen aber länger diskutiert, als das Ortsamt ursprünglich für die Onlinekonferenz der Stadtteilpolitiker veranschlagt hatte. Welche Themen dazugekommen sind – und wie die Parteien abgestimmt haben. Ein Überblick.

Plätze: Dass die Beiratspolitiker fast doppelt so lange beraten haben wie geplant, hat mit dem Dorfplatz in Rekum zu tun und mit dem Marktplatz beim alten Rathaus. Und damit, dass beide Fläche endlich so werden, wie es die Fraktionen seit Längerem wollen: Der eine Platz soll für Radfahrer ungefährlicher, der andere für Radfahrer unzugänglich werden. Für beide Bereiche diskutieren die Parteien eine neue Nutzung – mal eine temporäre, mal eine dauerhafte.

Zum einen soll geprüft werden, ob auf dem Dorfplatz geparkt werden darf, wenn im Rekumer Hof größere Feste gefeiert werden. Und zum anderen, wie sich die Poller entfernen lassen, die mitten auf dem Radweg stehen. Beim Markplatz im Zentrum wollen die Politiker dagegen erreichen, dass er nicht mehr von Radlern befahren wird, damit Café- und Eisdielen-Tische aufgestellt werden können. Beide Themen sollen in den nächsten Monaten abschließend erörtert werden.

Badebucht: In der Bucht beim Farger Bunker ist das Baden zwar verboten, trotzdem soll die Behörde jetzt aufgefordert werden, an dieser Stelle der Weser die Wasserqualität zu messen – zur Abschreckung. So haben jedenfalls die Grünen ihren Antrag nachträglich begründet. Sie gehen davon, dass die Werte so schlecht sind, dass Menschen davon abgehalten werden, beim Bunker baden zu gehen. Auch wenn Rettungsschwimmer der DLRG bereits seit Jahren davor warnen.

Auch die übrigen Fraktionen wollen Proben aus der Weser – aber nicht so, wie sie die Grünen vorgeschlagen haben. Statt über Monate soll es die Kontrolle nur einmal im Jahr geben. Und außer einer Untersuchung des Wassers wollen die anderen Parteien auch eine Untersuchung des Schlicks. Damit soll deutlich werden, dass die Proben nichts mit denen zu tun haben, die Bremen an offiziellen Badestellen wie dem Grambker Sportparksee nimmt, wo Schwimmen erlaubt ist.

Gerätekontrollen: Immer wieder werden Rutschen, Schaukeln und Klettergerüste auf öffentlichen Grundstücken kontrolliert, aber das reicht den Beiratsparteien nicht. Sie wollen jetzt, dass das Amt für Soziale Dienste ihnen sagt, wie viele Spielplätze es im Stadtteil eigentlich gibt. Wie deren Zustand eingestuft wird. Und welche Arbeiten geplant sind, um sie in Schuss zu halten. Die meisten Parteien finden, dass die Stadt mehr unternehmen müsste, als sie bisher unternimmt.

Beispiele von kaputten, abgebauten, aber nicht wieder ersetzten Spielgeräten nannten mehrere Stadtteilpolitiker. Für SPD-Politiker Baris Kartal ist der Zustand der Plätze nicht hinnehmbar, für Linken-Vertreter Andreas Bähr sogar desaströs. Ihm zufolge ist es das zweite Mal, dass der Beirat eine Übersicht und die Reparatur von defekten Spielgeräten verlangt. Der einzige Unterschied zum ersten Anlauf: Diesmal sollen Eltern und Kinder bei der Frage, was neu werden soll, mitreden können.

Bänke: Die Fraktionen wollen die Aufenthaltsqualität in den Quartieren erhöhen. Darum sollen neue Sitzgelegenheiten her. Und weil die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag neben 1000 Bäumen auch 1000 Bänke versprochen haben, wollen die Beiratsvertreter an dieses Versprechen jetzt erinnern – damit es am Ende der Legislaturperiode nicht etwa heißt, dass die Zeit zu knapp war, um es einzulösen.

Die Parteien haben die Baubehörde aufgefordert, ein Konzept zu erarbeiten, das im Detail aufzeigt, wo wie viele Bänke wann in Blumenthal aufgestellt werden. Ihnen geht es dabei nicht um einen Ersatz defekter Bänke, sondern um zusätzliche. Und darum, dass die nicht irgendwo an irgendwelchen Wegen platziert werden, sondern dort, wo die meisten Menschen sind: in den Wohnvierteln.

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