Besitz von Kinderpornos: Gericht verurteilt 41-Jährigen zu Geldstrafe

Blumenthal. Wegen Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Filmen ist ein 41 Jahre alter Mann aus Bremen-Nord gestern vor dem Strafgericht zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt worden. Der Beschuldigte hatte eingeräumt, sich regelmäßig Videos mit pornografischen Inhalt aus dem Internet heruntergeladen zu haben.
30.07.2013, 05:00
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Von Christina Denker

Blumenthal. Wegen Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Filmen ist ein 41 Jahre alter Mann aus Bremen-Nord gestern vor dem Strafgericht zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt worden. Der Beschuldigte hatte eingeräumt, sich regelmäßig Videos mit pornografischen Inhalt aus dem Internet heruntergeladen zu haben.

Darunter fand die Polizei zwei Dateien, in denen eindeutig Kinder und Jugendliche zu sehen waren. Wie es zu dem Ermittlungsverfahren, das bereits 2010 eingeleitet worden war, kam, wurde während der Verhandlung nicht erläutert.

Für den Richter und die Staatsanwältin ist es während der Verhandlung völlig unstreitig, dass es sich bei einem der Filme, der eine Sex-Szene an einem Baggersee zeigt, um eine Jugendliche handelt. Nicht nur das Gesicht, sondern auch der Körperbau spreche dafür. Der Angeklagte sieht das anders: "Das Mädchen sieht doch nicht aus, als ob es unter 18 Jahre alt ist", meint er immer wieder. "Da sind Sie bestimmt die einzige Person", konterte der Richter. Trotzdem: Er sei doch kein Arzt, der davon etwas versteht, rechtfertigte sich der 41-Jährige. Die Antwort des Richters: "Dass sie dieses Mädchen allen Ernstes für eine volljährige Person halten, kann ich mir nicht vorstellen".

Der Beschuldigte gab an, beim Herunterladen der Videos stets Filme, die ihm nicht gefallen würden, zu löschen. Und dazu gehörten eben auch Sex-Szenen mit Kindern oder Tieren. Das zweite Video, um das es ging, zeigt ein dunkelhäutiges Kind in offenbar eindeutiger Position mit einem Erwachsenen. Den Film, sagte der Beschuldigte, habe er deshalb auf seinen Computer heruntergeladen, weil das dort gezeigte Kind eine frappierende Ähnlichkeit mit einem Mädchen aus der Kindergartengruppe seiner Tochter habe. "Das Video habe ich mir öfter angeguckt. Wenn ich mir ganz sicher gewesen wäre, dass es wirklich das Mädchen aus der Kindergartengruppe ist, wäre ich zur Polizei gegangen", nannte der 41-Jährige noch einmal den Grund dafür, warum der Film auf seiner Festplatte gefunden wurde.

Der Richter zeigte sich von den wortreichen Erklärungen des Beschuldigten unbeeindruckt. Mit eindringlichen Worten riet er dem Beschuldigten, die Finger vom Internet zu lassen. Der Besitz von kinder- und jugendpornografischem Material könne mit bis zu zwei Jahren Haft oder einer Geldstrafe geahndet werden, machte er dem Angeklagten klar.

Mit seinem Urteil folgte der Richter dem Antrag der Staatsanwältin. Die Geldstrafe muss der Verurteilte nun in 150 Tagessätzen á acht Euro abstottern. Das entspricht einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten. Außerdem gilt der 41-Jährige nun als vorbestraft.

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