Blumenthaler Stadtzentrum

Bunte Häuser wie in Kopenhagen

Unter der Schließung der Bremer Wollkämmerei etwa hat der Blumenthaler Ortskern stark gelitten. Nun soll dem Quartier wieder neues Leben eingehaucht werden. Ideen dafür kommen von den Bürgerinnen und Bürgern.
02.03.2021, 12:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Grunewald

Blumenthal. Die Häuserfassaden sollten wie die Gebäude am Hafen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen bunt gestrichen werden, lautet ein Vorschlag zur Aufwertung des alten Blumenthaler Zentrums und seines Umfelds. Auch diese Idee ist nach den Worten von Marcus Pfeiff ein Beleg dafür, dass sich etliche Bürger des Stadtteils Gedanken darüber machen, wie der Marktplatz und seine Nachbarschaft in kleinen Schritten und auch ohne große Investitionen attraktiver gestaltet werden können.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Nach diesem Motto versucht die Initiative Blumenthal seit rund fünf Jahren, das heruntergekommene Blumenthaler Zentrum wiederzubeleben. Deshalb hat sie die Bürger unlängst zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen.

Die Beiratsmitglieder Marcus Pfeiff (SPD) und Gerd Thormeier (CDU), die der Initiative über die Parteigrenzen hinweg Gehör verschaffen, konnten jetzt während einer Videokonferenz etliche konstruktive Vorschläge präsentieren.

Sie reichen von der erwähnten farblichen Aufhübschung der Hausfassaden über mit Blumen bepflanzte Kästen an Lichtmasten bis zur Wiederbelebung des Grünmarktes auf dem Marktplatz. Darüber hinaus können sich Blumenthaler Bürger eine Überdachung der Fußgängerzone, bunt beklebte Schaufenster sowie Künstler- und Kulturcafés im alten Zentrum und in den umliegenden Straßen mit Sitzgelegenheiten ohne Plastik auf den Wegen vorstellen. Marcus Pfeiff: „Grundsätzlich geht es zunächst einmal darum, die Optik im alten Zentrum insgesamt zu verbessern.“

Der Niedergang in der Blumenthaler „Altstadt“ hat Ursachen: Die Schließung von Bremer Vulkan und Bremer Woll-Kämmerei verursachte hohe Arbeitslosigkeit und Kaufkraftverluste. Und schließlich erwies sich auch die Ansiedlung des neuen Einkaufszentrums im sogenannten Müllerloch als fatal für die Geschäfte rund um den Marktplatz. Pfeiff: „Die Laufkundschaft brach weg.“

Nunmehr versucht die Initiative Blumenthal, in der Mitglieder von Kirchengemeinden, Vereinen Geschäftsleute, interessierte Bürger und Kommunalpolitiker vertreten sind, die großen Imageprobleme zu bekämpfen. „Mit zugegeben kleinen Maßnahmen, die aber dennoch Wirkung zeigen sollen“, sagt Pfeiff. Er begrüßt denn auch ausdrücklich, dass die Wirtschaftssenatorin der Initiative jährlich 29.000 Euro zur Verfügung stellen wolle. Geld, das vorwiegend für lokale Projekte investiert wird, die dem notleidenden Einzelhandel zugutekommen sollen. Dazu könnte auch eine Versteigerung von 15 Bildern der Malerin Edda Jahn beitragen. Die Gemälde sollen in Schaufenstern zu sehen sein und dann während einer öffentlichen Auktion im Mai zu Geld gemacht werden. „Wenn Corona es zulässt“, schränkt Marcus Pfeiff ein.

Als Motor für mehr Lebensqualität im nördlichsten Bremer Stadtteil versteht sich natürlich auch der Blumenthaler Beirat. Und viele Ideen wie etwa die Zukunftswerkstatt sowie die zur Gestaltung des Berufsschul-Campus auf dem ehemaligen BWK-Gelände seien in der Runde der Kommunalpolitiker geboren worden, sagt Marcus Pfeiff und ergänzt: „In einigen Jahren werden sie hoffentlich Früchte tragen.“ So lange wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative nicht warten. Sie werden laut Terminplan am 18. März um 19 Uhr darüber befinden, welche Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger möglichst bald zu realisieren sind.

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