Konzert auf dem Blumenthaler Marktplatz

Musikalischer Weltbürger mit irischer Tradition

Das Nunatak feiert in diesen Wochen sein fünfjähriges Bestehen mit Konzerten auf dem Blumenthaler Marktplatz. Nun stand dort der Songwriter Fintan McHugh auf der Bühne.
28.06.2021, 14:13
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Pfeiff
Musikalischer Weltbürger mit irischer Tradition

Begeisterte das Publikum auf dem Blumenthaler Marktplatz: der Songwriter Fintan McHugh.

Christian Pfeiff

Die Feierlichkeiten zum fünfjährigen Jubiläum des Nunatak - und somit die entsprechende Veranstaltungsreihe „Platz:gestalten“ - gingen nun in die zweite Runde: Erneut konnten sich Musikfreunde in einem eigens mit Absperrband markierten Gebiet auf dem Blumenthaler Marktplatz bei freiem Eintritt abermals von der Qualität jener Künstler überzeugen, die in den fünf Jahren seines Bestehens bisher im Hause aufspielten.

Zu diesem Anlass reiste der gebürtige Ire Fintan McHugh ein zweites Mal von Hamburg nach Blumenthal, um sein in traditioneller Singer-Songwriter-Manier mit Gitarre und Mundharmonika dargebotenes Repertoire aus eigener Feder zum Besten zu geben.

„Im Februar 2020 spielte Fintan eines der letzten Konzerte bei uns im Haus, bevor der Corona-Ausbruch diese bis heute unmöglich macht“, erklärt Hausleiter Christian Psioda die Verbindung des Musikers zum Nunatak. Die Konzertbesucher harrten dem Auftritt von McHugh dementsprechend gespannt entgegen, wobei nicht zwingend der vortragende Künstler, sondern die Möglichkeit, sich wieder bei Musik im Freien treffen zu können – wenn auch unter Einhaltung der geltenden Abstandsregeln - zumindest für einige Besucher Priorität zu genießen schien. Vor allem anwesende Kinder konnten ihren Bewegungsdrang kaum bändigen; doch auch unter manchen erwachsenen Gästen fand das ein oder andere Gespräch statt.

Insgesamt nicht eben die günstigsten Voraussetzungen für einen Solokünstler, dessen Lieder mit wenigen Ausnahmen einen balladesken und häufig melancholischen Grundtenor aufweisen. Hiervon ließ sich der Dubliner, der bereits im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern in die Schweiz auswanderte „und dort offenbar viel zu lange geblieben ist“, wie er in Anspielung auf seinen breiten schweizer Akzent schmunzelnd anmerkt, nicht beirren und erntete nicht nur für sein vielseitiges und mit gekonnter Fingerpickingtechnik aufwartendes Gitarrenspiel großen Zuspruch.

In musikalischer Hinsicht präsentiert sich McHugh als der Weltbürger, der er tatsächlich ist: „Nachdem ich in der Schweiz meine jetzige Frau kennengelernt habe sind wir zusammen zunächst nach Bremen gezogen und haben anschließend in diversen Städten gelebt. Auch in Hamburg wollten wir ursprünglich nur kurz verweilen; da sind mittlerweile allerdings schon vier Jahre draus geworden“, erzählte der Künstler in einer Spielpause.

Obwohl er in Sachen Instrumentalarbeit und Songwriting diverse Einflüsse vielfältiger Songwritertraditionen verarbeitet, scheint seine irische Heimat in Sachen Gesang und Melodieführung omnipräsent: „Natürlich bin ich mit der irischen Musiktradition verbunden und spiele diese auch heute noch häufig gemeinsam mit meinem Vater; vor allem die traditionellen Sean-nós-Gesangstechniken scheinen mich geprägt zu haben.“

So klingt McHughs Musik selbst dann noch „typisch irisch“, wenn er zwischen sehnsuchtsvollen Balladen beispielsweise einen bluesigen Boogie anstimmt. Sein letztes Lied des Abends mit dem Titel „There's Nothing“ intoniert er sogar auf einer eigens für dieses Lied mitgebrachten, selbst gebauten Bouzouki.

Nicht minder international wird es am kommenden Freitag, abermals ab 18.00 Uhr, an selber Stelle zugehen: Dann verspricht das Bremer Quartett „Skupa“ eine exotische Melange, welche die Musiker selbst als „Balkan Gypsy Flamenco“ bezeichnen.

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