Bremen-Liga Weiter im Stadion auf Natur- oder doch lieber auf Kunstrasen?

Das Trainerteam des Blumenthaler SV überlegt, das Heimspiel gegen Hemelingen auf Kunstrasen zu absolvieren. Einiges spricht dafür, ebenso viel allerdings dagegen.
22.09.2022, 17:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Jens Pillnick

Die beiden bitteren Spielverläufe mit den Last-Minute-Toren zum jeweiligen 2:3-Endstand gegen den TuS Schwachhausen und den TS Woltmershausen haben das Trainerteam des Fußball-Bremen-Ligisten um Trainer Peter Moussalli ins Grübeln gebracht. Gestern Abend sollte die Entscheidung darüber fallen, ob die Nordbremer im Heimspiel am Sonnabend um 13 Uhr freiwillig vom Rasenplatz im Stadion auf den Kunstrasenbelag wechseln.

„Wir überlegen, ob es etwas einfacher auf Kunstrasen ist in unserer Situation“, sagt Peter Moussalli, der sich mit dieser Variante mehr Stabilität und mehr Kompaktheit erhofft. Beides dürfte gerade gegen einen Gegner wie Hemelingen von großer Bedeutung sein, denn die Ostbremer sind mit 18 erzielten Treffern die derzeitige Tormaschine der Liga und werden als Geheimfavorit gehandelt. Voll ins Risiko gehen und die andererseits offenbarten Defensivschwächen der SVH attackieren, wollen die Blumethaler nicht. „Für einen Schlagabtausch sind wir nicht stabil genug, das kann dann auch ein 3:5 oder so ähnlich geben“, fürchtet Moussalli.

Nun also musste gestern die Frage geklärt werden, ob der kleinere Kunstrasenplatz ein Plus bringen kann. Als Pluspunkte lassen sich engere Räume beim Verteidigen und die auf Kunstrasen häufigeren Standards anführen, bei denen der BSV auf seine lange Garde setzt. Und auch aus dem Lager der eingebundenen A-Junioren hat Moussalli vernommen, dass diese zehnmal lieber auf Kunstrasen auflaufen würden.

50:50-Entscheidung

Doch die Liste der Gründe, die gegen die Flucht aus dem Stadion sprechen, ist ebenso lang. Der zum Trainerteam gehörende und eigentlich unersetzliche Malte Tietze spielt wegen seiner Hüftprobleme nur im äußersten Notfall auf Kunstrasen, der nach langer Verletzung genesene Innenverteidiger Kevin Stegie ebenso ungern und für den Rückenbeschwerden von Torjäger und Mannschaftskapitän Kilian Lammers ist der unnatürliche Untergrund ebenfalls Gift. Verständlich, dass Moussalli von einem Dilemma spricht, in dem sich der BSV, der darüber hinaus weiterhin mit großen Verletzungssorgen bei den Herren und A-Junioren zu kämpfen hat, befindet. Da ist die erstmalige Trainingsteilnahme von Hakan Yavuz nach monatelanger Pause ein Silberstreif am Horizont.

Eine Tendenz, ob die Partie gegen Hemelingen nun auf Natur- oder Kunstrasen angepfiffen wird, war gestern Mittag noch nicht erkennbar. „Es ist eine 50:50-Entscheidung“, sagte Moussalli.

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