Schauspieler bereiten Premiere für Sonnabend vor / Je nach Wetter Open-Air- und Saalaufführungen möglich Burg Blomendal als Zauberland Oz

Seit Februar arbeitet ein freies Ensemble hiesiger Theaterschaffender an einer Bühnenproduktion des "Zauberers von Oz" (Die NORDDEUTSCHE berichtete). Am Sonnabend nun ist die Premiere auf Burg Blomendal.
13.06.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Pfeiff

Seit Februar arbeitet ein freies Ensemble hiesiger Theaterschaffender an einer Bühnenproduktion des "Zauberers von Oz" (Die NORDDEUTSCHE berichtete). Am Sonnabend nun ist die Premiere auf Burg Blomendal.

Blumenthal. Skurrile Dinge gehen in einer zum Verkauf stehenden Geschäftsimmobilie in der Mühlenstraße vor sich. Es wimmelt von sprechenden Bäumen, singenden Mohnblumen, tanzenden Strohmännern und ängstlichen Löwen. Mittendrin ein Mädchen mit Zöpfen und einem Teddybären im Arm. Vor ihnen konzentriert dreinschauende Herren, die genau auf Aussprache, Textinhalte und Bewegungsabläufe dieser skurrilen Truppe achten.

Die von "Blumenthal aktiv" präsentierte Produktion des "Zauberers von Oz" eines freien Ensembles lokaler Theaterschaffender ist in der Zielgeraden: Die Texte sitzen, die Abläufe stehen, die Schauspieler haben sich sichtlich in ihre Rollen eingefühlt. Also gibt es bei dieser vorletzten Probe kaum noch Einwürfe des Regie-Duos Per Krutke und Kai Bienzeisler.

Am kommenden Sonnabend, 15. Juni, erwecken die Schauspieler das Zauberland Oz in den altehrwürdigen Mauern der Burg Blomendal im wahrsten Sinne des Wortes zum Leben: Die Schauspieler stellen nicht nur die handelnden Personen des Musicals dar, sondern verkörpern auch fast alle Requisiten. "Unsere Intention ist es, Oz als lebendige, magische Welt zu inszenieren und einen Kontrast zu der statischen Realität erschaffen, in der sich Dorothy zu Beginn und Ende des Stücks bewegt", erklärt Krutke. Für den Softwareingenieur ist dies die vierte Regiearbeit, nachdem er bereits fürs Statt-Theater, das Farger Theaters (FAT) und das Bremer Unionstheaters gearbeitet hat.

Kaum eine andere Geschichte wurde so häufig adaptiert, inszeniert und variiert wie die Geschichte des Autoren Lyman Frank Baum um das kleine Mädchen Dorothy und ihren Teddybären "Jack", die mit einem Wirbelsturm in dem Zauberland Oz landen und auf ihrem Weg zum mächtigen Zauberer, der sie wieder in ihr Zuhause geleiten soll, Freundschaft mit skurrilen Charakteren wie dem ängstlichen Löwen oder dem herzlosen Blechmann schließen.

Dynamische Darbietung

Die Blumenthaler Produktion orientiert sich deutlich an der Verfilmung mit Judy Garland aus dem Jahr 1939, nicht zuletzt auch hinsichtlich der liebevoll gestalteten Kostüme des Bremer Künstlers Rolan Khayyat. Die Worte und Liedtexte stammen aus der Feder des Radio-Bremen-Moderators Dirk Böhling, der 2007 seine eigene Bühnenadaption des Stoffs vorlegte. Allerdings gewährten Krutke und Bienzeisler dem elfköpfigen Schauspielerensemble viele Freiheiten: "Wir konnten sehr viel ausprobieren, dabei auch richtig über die Stränge schlagen", gibt Tim Schmidt zu Protokoll, der in seiner Rolle als ebenso naiver wie gutherziger Strohmann aufblüht.

Auch die Regisseure sind voll des Lobes: "Das Ensemble hat eine fantastische Dynamik entwickelt. Unsere Aufgabe besteht letztlich darin, diese fast unglaublichen Einzelleistungen zu stimmigen Bühnenbildern zu bündeln." So fällt bereits in dem eher tristen Probenambiente die Energie auf, mit der sich die Schauspieler gegenseitig zu Höchstleistungen anstacheln.

Die Musik steuerte mit Alexander Seemann ein weiterer Bremer Theaterschaffender bei. Die eingängigen, zwischen Swing- und Popelementen wechselnden Kompositionen lassen die aus dem Film bekannten Evergreens kaum vermissen. Ein Stück tauschte das Ensemble gegen eine Eigenkomposition des Produzenten und musikalischen Leiters Rainer Wendelken aus. Auf die ursprünglich geplante konzertante Umsetzung des musikalischen Materials der Zauberergeschichte musste das Ensemble jedoch notgedrungen verzichten, weil Wendelken erkrankte. Da die Kürze der Zeit keine Einarbeitung eines Ersatzmusikers zuließ, arbeitet das Ensemble nun mit Halbplaybacks.

Wenn es nach dem Ensemblewillen geht, finden alle vier geplanten Aufführungen unter freiem Himmel statt. Sollten dies die Wetterverhältnisse vereiteln, ist man allerdings ebenfalls gerüstet: "Wir werden pro Aufführung nur einhundert Karten im Vorverkauf anbieten, so dass wir die Aufführungen wenn nötig auch kurzfristig ins Burginnere verlagern können." Der als Aufführungsstätte favorisierte Burghof böte hingegen locker für zweihundert Zuschauer Platz.

Die Aufführungstermine auf Burg Blomendal: Sonnabend, 15. Juni, und Sonnabend, 22. Juni, jeweils 19 Uhr, Sonntag, 16. Juni, und Sonntag 23. Juni, jeweils 15 Uhr. Für den Herbst ist eine zweite Aufführungsserie geplant. Der Kartenvorverkauf erfolgt exklusiv über die eigens eingerichtete Homepage www.zauberervonoz-bremen.de sowie telefonisch unter der Nummer 0421/ 6530357.

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