Faustball

Faustball auf dem absteigenden Ast

Mit Faustball hat sich der in Ritterhude wohnende Claus Drescher einst beim Blumenthaler Turnverein sehr viel beschäftigt.
13.01.2021, 14:27
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Schnell

Mit Faustball hat sich der in Ritterhude wohnende Claus Drescher einst beim Blumenthaler Turnverein sehr viel beschäftigt. Inzwischen kocht er hier doch mehr auf Sparflamme, kann den Faustball-Sport aber immer noch nicht ganz abhaken.

Weil Claus Drescher sich zum Beispiel auch noch sehr gerne an den Damen-Bundesliga-Spieltag in Schneverdingen erinnert, wo die Blumenthalerinnen in der höchsten deutschen Spielklasse nicht nur 2007 den Gastgeber Schneverdingen, sondern auch den starken Ahlhorner SV überraschend souverän bezwangen.

So ist Claus Drescher immer noch Mitglied beim Blumenthaler TV und der 60-Jährige freut sich zudem, dass durch den Lemwerder TV der Faustball-Sport in der näheren Umgebung noch bestens vertreten wird. Aber, dass auch im eigenen Verein die BTV-Jugendarbeit durch Dennis Walther wieder vorangetrieben wird. Das ist gut so, doch Claus Drescher sieht den Faustball-Sport insgesamt eher auf einem absteigenden Ast. „Zu meiner Jugendzeit hatten wir zum Beispiel allein in Bremen-Nord in drei Herrenklassen gespielt und gleich acht verschiedene Vereine beschäftigten sich hier mit Nachwuchs-Mannschaften. Auch auch im gesamten Bundesgebiet hat sich das nicht irgendwie verbessert. Das ist alles sehr rückläufig, nicht nur im Faustball“ meinte Claus Drescher.

So verwundert es nicht, dass der Ritterhuder immer noch segelt. „Das mache ich schon seit über 35 Jahren und das Segeln lief sportlich immer parallel. Aber das hat sich nun in den letzten Jahren bei mir immer mehr intensiviert, aber auf Freizeitebene“, so Drescher, der beim Segelclub Hamme in Osterholz-Scharmbeck zu Hause ist. „Hier habe ich vier Jahre auch mal die Jugendabteilung geleitet und auch Segeltraining durchgeführt. Aus beruflichen Gründen musste ich das vor zwei Jahren aber beenden“ (Claus Drescher).

Coronabedingt hat sich das Leben vom ehemaligen Blumenthaler nicht groß verändert. „Klar, es gibt auch im Segeln Einschränkungen, dass man in dieser Saison nicht jeden Hafen anfahren konnte. Ich kann aber insgesamt von Glück reden, wie ich bis jetzt persönlich da durchgekommen bin“, äußerte sich Claus Drescher.

Heiligabend hat er kurz mit seinen Eltern zusammen gefeiert, aber es wurde bei uns doch sehr stark reduziert – auch Silvester. Das Böllerverbot in Bremen fand der ehemalige BTV-Trainer übrigens im Prinzip eine richtige Entscheidung. „Wahrscheinlich aus dem Grund, weil ich selber gar nicht rum ballere, und die Tier- und Umwelt so auch von mir nicht unnötig belastet wurde. Natürlich war es auch immer schön, wenn man ab 24 Uhr über die Felder das Feuerwerk beobachten konnte.“

Große sportliche Ziele hat sich Claus Drescher nicht mehr gesetzt. Da er ein eigenes Boot besitzt, wird auf jeden Fall aber weiter gesegelt. „Da könnte ich durchaus auch drauf wohnen. Segeln soll so bei mir hoffentlich noch die nächsten zehn Jahre so weiter laufen, sofern es die körperliche Fitness und Gesundheit erlaubt – auch im Faustball-Bereich. Beides füllt mich sehr gut aus, außerdem habe ich ja auch noch einen Garten zu pflegen“, ergänzte Drescher.

Wenn es sportlich mit Segeln und dem Faustball-Sport dann nicht mehr klappen sollte, was macht Claus Drescher dann? „Die Gedanken mache ich mir erst dann, wenn es so weit ist...“

Info

Zur Person

Claus Drescher (60)

begann 1974 beim Blumenthaler TV mit dem Faustball-Sport. Mitte der neunziger Jahre war er beim BTV für den männlichen Nachwuchs verantwortlich. 2004 löste Drescher dann bei den in der Bundeliga spielenden Damen den Coach Andreas Recke ab. Sechs Jahre später war hier aber Schluss. In der Hallensaison 2007/2008 wurden die BTV-Frauen aus der Hallen-Bundesliga aus personellen Gründen zurückgezogen, weil sich die Erfolgsgarantin Saskia Menken Richtung SV Moslesfehn verabschiedete. Von der Landesliga kehrten die Nordbremerinnen dann zwei Jahre später, unter anderem mit Marisa Meyer, wieder in die Eliteklasse zurück - 2010 war aber endgültig Schluss mit lustig. 2002 wechselte der Ritterhuder Claus Drescher dann als Spieler zum damaligen TV Bremen 1875, um dort in der Altersklasse spielen zu können. Er nahm an zahlreichen Norddeutschen Titelkämpfen, sogar an einer Deutschen Meisterschaft, teil und spielte zuvor mit dem Blumenthaler TV 1980/81 in der damaligen Regionalliga Nord. Aktiv ist Claus Drescher noch heute beim TV Bremen-Walle 1875 in der Mixed-Liga und 2005 gelang Drescher und Co. sogar noch einmal der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Als Trainer belegte Drescher 2007 mit Saskia Menken in ihrer letzten Bundesliga-Sasion für den BTV den vierten Platz, wurde mit den Frauen 30 zweimal deutscher Vizemeister und organisierte 2005 im Amt des BTV-Abteilungsleiters auf dem Löh-Sportplatz den Europokal der Frauen. Beim BTV spielte er seit 1971 auch Handball, ging als B-Jugendlicher dann nach Schwanewede, war dort in der Jugend-Oberliga aktiv und anschließend mit den Herren in der Nordseeliga. 1980 kehrte Drescher zum Blumenthaler TV zurück und begann dort unter anderem das Handball-Training mit einer männlichen E-Jugend. Sieben Jahre später coachten Drescher, Thorsten Helfers und Arnold Kriegs dann das Team sehr erfolgreich in der Jugend-Oberliga.

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