Geschäftsbericht: Autohaus Hinte Der Betrieb wächst

Angefangen hat es mit einer Tankstelle im Jahr 1954. Knapp 30 Jahre später wurde das Autohaus Hinte gegründet. Jetzt plant das Unternehmen die Erweiterung mit einem Neubau.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Der Betrieb wächst
Von Aljoscha-Marcello Dohme

Blumenthal. Seit 1954 gehört die Adresse Schwaneweder Straße Ecke Rastenburger Straße 1 zur Familie Hinte. Zunächst betrieb Karl-Heinz Hinte dort eine Tankstelle und verkaufte zudem Fahrräder und Kreidler-Mopeds, die er auch reparierte. Knapp 30 Jahre später gründete Heinz Hinte dort ein Autohaus, das heute von seinem Sohn Patrick Hinte geführt wird.

Der Standort Bremen-Nord spielt für den Unternehmer eine zentrale Rolle. „Wenn wir uns weiterentwickeln, dann wollen wir auch etwas für Bremen-Nord machen“, sagt Hinte. „Viele Unternehmen wandern ab. Für uns kommt das nicht infrage. Unsere Wurzeln liegen hier und deshalb fühlen wir uns auch in der Verantwortung, hier zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen.“

Deshalb entsteht an der Rastenburger Straße nun ein Neubau. Dort sollen neben Werkstattarbeitsplätzen für Mechaniker auch ein Ersatzteillager und ein Bürotrakt entstehen. „Außerdem entsteht ein großzügiger Personaltrakt mit Duschen und Umkleide, wie man es aus dem Sportstudio kennt“, erzählt Hinte. Diese Anlagen werden gleich zwei Mal in den Neubau integriert, einmal für Männer und einmal für Frauen. „So können wir zukünftig auch KfZ-Mechanikerinnen ausbilden. Wir bekommen immer mehr Bewerbungen von Frauen, doch aufgrund von Auflagen, was Umkleiden und Duschen betrifft, konnten wir solche Bewerbungen bisher nicht berücksichtigen“, sagt Hinte. Daneben entsteht in dem Gebäude eine Kantine für die Mitarbeiter. „Die Räumlichkeiten können multifunktional genutzt werden, zum Beispiel für Schulungen und Besprechungen“, erzählt Hinte.

Neben den Flächen, die für den Betrieb entstehen, lässt Hinte in dem Haus drei altersgerechte Wohnungen mit Dachterasse bauen. „Wir sind hier im gemischten Gebiet. Die Schwaneweder Straße ist historisch gesehen schon immer ein Mix aus Gewerbe und Wohnraum gewesen. Wenn man das kombinieren kann, warum nicht?“, sagt Hinte.

Aktuell hat der Betrieb rund 20 Mitarbeiter. Wenn der Neubau fertiggestellt ist, soll sich die Zahl der Angestellten erhöhen. Hinte plant, 2020 weitere KfZ-Mechaniker einzustellen. Eine Zielzahl, wie viele neue Angestellte er braucht, hat er allerdings noch nicht. „Nur weil durch die neue Werkstatt die doppelten Kapazitäten da sind, haben wir natürlich nicht gleich die Auftragslage für die doppelte Anzahl der Mitarbeiter“, sagt Hinte. Vom Fachkräftemangel ist das Nordbremer Familienunternehmen bisher noch nicht betroffen. „Natürlich ist es nicht einfach, gutes Personal zu bekommen“, sagt der Unternehmer. „Das ist auch ein Grund, warum wir so extrem in den Personaltrakt investieren. Ein Drittel des Platzes hätte es wahrscheinlich auch getan, um den Ansprüchen gerecht zu werden.“ Der Betrieb wächst nicht zum ersten Mal. Bereits 1992 kam neben dem Stammhaus ein weiteres Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite dazu. „In der Rastenburger Straße findet der Werkstattservice-Betrieb statt und in der Schwaneweder Straße der Verkauf“, erzählt Hinte. Neben den Räumlichkeiten für das Autohaus hat die Familie schon damals mehrere Wohnungen in der oberen Etage errichten lassen. Mit dem Neubau rüstet sich das Unternehmen auch für die Elektromobilität. „Diesen Bereich können wir jetzt auch schon darstellen. Aber in Zukunft sind unsere Angebote dann vollumfänglich“, sagt Hinte. Seit ein, zwei Jahren würden Elektroautos verkauft werden. Deshalb kämen nun die ersten Fahrzeuge zur Wartung oder zur Reparatur in die Werkstatt. „Aber es ist noch nicht die Masse, wie bei den anderen Fahrzeugen“, erzählt Hinte.

Die neue Technologie bringt spezielle Anforderungen mit sich. Umstellen muss sich der Nordbremer Betrieb deshalb aber nicht. „Es gibt kaum eine Branche, vielleicht noch die IT-Branche, die sich eigentlich permanent in so einem technischen Wandel befindet, wie die Automobilbranche. Deshalb bilden wir uns kontinuierlich weiter. Unsere Mechaniker sind pro Jahr zwischen einer und zwei Wochen auf Lehrgängen, wo Neuerungen geschult werden“, erzählt Hinte. Die Zukunft seines Unternehmens sieht Patrick Hinte positiv. „Ohne Mobilität geht es nicht, gerade in Bremen-Nord“, sagt er.

Dabei sei egal, mit welchem Antrieb die Menschen unterwegs sind. „Unsere Devise ist nicht, die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Dadurch, dass wir inhabergeführt sind, können wir superschnell auf den Markt reagieren“, sagt Hinte. „Wir müssen nicht erst eine Jahreshauptversammlung einberufen, sondern Entscheiden auf der Grundlage von Zahlen, Daten, Fakten und einem gesunden Bauchgefühl.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+