Olaf Dymala eröffnet in Blumenthal ein Renncenter mit einer 140 Meter langen Carrera-Bahn

Der Traum eines Mannes

Eine öffentliche und große Carrera Rennbahn – davon träumte Olaf Dymala. Nun hat er diesen Traum mit dem "Garage Racing Center" in der Blumenthaler Mühlenstraße 50 verwirklicht. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können auf der stationären, vierspurigen 140 Meter langen Carrera Slotcarbahn mit eigenen oder geliehenen Modellautos Rennen ausfahren, trainieren oder an ihren Autos schrauben. Die Bahn vermietet er auch für Kindergeburtstage und andere Anlässe.
29.06.2013, 05:00
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Sylvia Wörmke
Der Traum eines Mannes

Olaf Dymala hat sich seinen Traum von einer großen öffentlichen Slotcarbahn mit seinem Garage Racing Center in Blumenthal erfüllt.

Fotos: Kosak

Eine öffentliche und große Carrera Rennbahn – davon träumte Olaf Dymala. Nun hat er diesen Traum mit dem "Garage Racing Center" in der Blumenthaler Mühlenstraße 50 verwirklicht. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können auf der stationären, vierspurigen 140 Meter langen Carrera Slotcarbahn mit eigenen oder geliehenen Modellautos Rennen ausfahren, trainieren oder an ihren Autos schrauben. Die Bahn vermietet er auch für Kindergeburtstage und andere Anlässe.

Blumenthal. Olaf Dymala war sieben oder acht Jahre alt, als ihm sein Vater eine Carrera-Rennbahn schenkte. Es kam, wie es oft kommt. Nach anfänglicher Begeisterung verstaubten Modellautos und Schienen in einer Ecke. Als der Blumenthaler selber Vater war, fiel ihm der Schatz wieder ein, der in vier Kartons steckte. Er räumte seine Garage aus, baute die Bahn auf und trainierte fortan mit seinen beiden jungen Rennfahrern Maverick und Kimberly. Dazu kamen bald Nachbarn und Freunde.

Das war der Beginn eines Hobbys, das inzwischen leidenschaftlich von ihm betrieben wird. Letztendlich führte das zum "Garage Racing Center", der öffentlichen Slotcarbahn. Dymala hat mit Gleichgesinnten in der Mühlenstraße 50 in Blumenthal die Räume eingerichtet, mittendrin eine 140 Meter (4 mal 35 Meter) lange Rennstrecke. Der eine hat das Podest für die Bahn gebaut, der andere den Tresen an der Rezeption transportiert.

Bei einer Slotcarbahn werden Modellautos über Schlitze in Schienen gesteuert. "Klingt etwas zweideutig", meint der 48-Jährige und lacht. Slotcar-Rennen zu fahren, so lautet die Beschreibung, "ist ein wettbewerbsorientiertes Hobby für Rennen mit angetriebenen Automodellen".

Es ist inzwischen ein Freizeitspaß, der bis zu Europa- und Weltmeisterschaften führt. Dymala plant für sich, am 24-Stunden-Rennen (Carrera Challenge) mit internationaler Beteiligung Ende des Jahres in der Erlebniswelt am Nürburgring oder in Essen teilzunehmen. Das ist aber bei weitem eine andere Ebene als das Freizeitangebot in der Mühlenstraße.

Dymala möchte vor allem "Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Bereichen etwas als Alternative zum Fernseher oder Computer anbieten". Darum bemüht er sich um Sponsoren, die zum Beispiel Werbeplätze an der Modell-Rennbahn kaufen und andere Geldgeber, um die Teilnahme "günstig anbieten" zu können. Das gilt auch für Veranstaltungen wie zum Beispiel Kindergeburtstage. Es ist geplant, dass die Gäste Kuchen und andere Lebensmittel mitbringen können und er dazu ein Angebot schnürt. Einige Partner aus der Blumenthaler Geschäftswelt habe er schon gewonnen, sagt er.

In den Räumen gibt es dafür eine Lounge. Das war zu Zeiten des Eiscafés der abgetrennte Raucherbereich und ein Büro, als die Sparkasse noch hier war.

Erwachsene, Kinder und Jugendliche können nun jeweils mittwochs bis freitags von 16 bis 20 Uhr, sonnabends von 14 bis 20 Uhr und sonntags von 10 bis 16 Uhr spannende Rennen ausfahren und von den Erfahrungen und Tipps der Rennleitung, also Dymala, profitieren. Am liebsten wäre ihm, wenn jung und alt zusammenkommen, nach dem Motto: "Wenn der Vater mit dem Sohne." Er stutzt – oder mit der Tochter oder die Mutter mit dem Sohn. Inzwischen ist es nämlich so, dass der Rennsport auf der Carrera-Bahn keine Männerdomäne mehr ist.

Kurz nach der Eröffnung des Garage Racing Centers vor ein paar Tagen hat denn auch eine Frau den Rundenrekord aufgestellt. "Sie fuhr auf der blauen Spur 9,380 Sekunden in einer Runde", erzählt Dymala. Seine eigenen Zeiten will er nicht verraten. "Ich halte mich da raus." Er deutet aber aber mit der Ankündigung der Aktion "Schlag den Boss" an, dass er ein Profi ist.

Im neuen Center ist es durchaus möglich, einfach nur so zum Spaß die Modellautos über die vier Spuren der Bahn flitzen zu lassen. Es gibt aber auch Wettbewerbe. So können sich die Rennfahrer monatlich für ein Finale qualifizieren oder Jahressieger werden. Die Autos sind analog und digital zu steuern. Dann ist der Einsatz von bis zu zehn Fahrzeugen pro Rennen möglich. Die Teilnahmepreise stehen auf der Website www.garage-racing.de.

Überhaupt hat der Hobby-Slotcarfahrer jede Menge Ideen, die entwickelt werden sollen. Er geht Schritt für Schritt vor, mag nichts überstürzen. So kann er sich vorstellen, dass im Center noch andere Hobbys vereint werden. Manche bauen oder reparieren ihre Autos selbst. Eine Werkbank ist vorhanden. Auch Modelleisenbahnfans und handwerklich Begabte, die etwas von Elektrik verstehen, seien willkommen. Die Umgebung der Bahn sieht nämlich noch ein wenig steril aus. Er zählt auf, was an Dekoration hinzukommen könnte: Flutlichtanlage, Zuschauertribüne, Berge, Landschaft oder eine Brücke über die Rennstrecke auf der Eisenbahnen fahren könnten.

Befreundete Slotcarfahrer spielen mit dem Gedanken, einen Klub zu gründen. Dazu gehört Mario Eichler. Der 28-Jährige lernte Dymala bei der Brenor kennen, wo der regelmäßig sein Hobby vorstellt. Drei Mal schaffte der junge Mann den dritten Platz bei dem Slotcar-Rennen, sein Bruder wurde immer erster. Das hatte seinen Ehrgeiz geweckt. Er beschreibt es so: "Ich habe einen Knall bekommen." Will heißen, ihn hat das Rennfahrer-Fieber gepackt.

Um seinen Kumpel Dymala zu foppen, sagt er: "Ich freue mich auf richtige Konkurrenz." Der kontert, dass es auf der Bahn eine Mario-Kurve gebe, weil dessen Auto just immer dann in dieser Kurve aus der Bahn geflogen sei. Auf jeden Fall macht Dymala mit dem Garage Racing Center nicht nur sich, sondern auch andere Slotcarfahrer glücklich. "So eine große Bahn habe ich noch nie gesehen", sagt Eichler. Dymala wiederum ist seiner Vermieterin überaus dankbar, "dass sie ihm eine Chance gegeben hat". Jahrelang suchte er vergeblich Räume und liebäugelte sogar mit der Markthalle auf dem Sedanplatz.

Der Traum eines Mannes

Olaf Dymala eröffnet in Blumenthal ein Renncenter mit einer 140 Meter langen Carrera-Bahn

Zitat:

"Slotcar-Rennen ist ein Hobby mit angetriebenen Automodellen."

Olaf Dymala, Betreiber der Bahn

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+