Blumenthaler SV

Viel Gesprächsstoff nach dem Pokalsieg

Noch gegen 20 Uhr, also rund zwei Stunden nach dem Ende des Fußball-Pokalspiels beim FC Huchting (4:1), standen Fans und Funktionäre des Blumenthaler SV am Getränkewagen der BSA Huchting zusammen.
16.08.2020, 15:51
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Von Stefan Freye

Die Aufarbeitung dauerte eine gewisse Zeit: Noch gegen 20 Uhr, also rund zwei Stunden nach dem Ende des Fußball-Pokalspiels beim FC Huchting, standen Fans und Funktionäre des Blumenthaler SV am Getränkewagen der BSA Huchting zusammen. Es gab viel zu besprechen nach einem „harten Stück Arbeit“, wie es BSV-Präsident Peter Moussalli beschrieb. Natürlich war auch eine Menge Freude im Spiel nach dem 4:1 (1:1)-Sieg über den Landesligisten im Halbfinale des Lotto-Pokals. Aber die Rede vom „harten Stück Arbeit“ unterstrich auch, dass die Blumenthaler Kicker schon ein bisschen Glück benötigt hatten, um ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. „Glück gehört immer dazu, wenn es eng ist, und es war eng“, meinte Moussalli.

Was wäre wohl passiert, hätte der Gastgeber seine guten Chancen in der Anfangsphase zur Führung genutzt? Und hätte sich der BSV im zweiten Durchgang wirklich so souverän abgesetzt, wäre dem FC Huchting bei einer Großchance kurz vorm 2:1 seinerseits ein Treffer gelungen? Das alles war später natürlich nicht verlässlich zu beantworten. Fest stand aber, dass der FCH es seinem klassenhöheren Gegner schon recht lange schwer gemacht hatte. „Die erste Halbzeit war relativ ausgeglichen“, bekannte BSV-Trainer Steffen Dieckermann. In der zweiten Hälfte habe sein Team sich allerdings besser an die vereinbarte Taktik gehalten und mehr Druck auf den Gegner erzeugt. „Da hat dann auch die Physis den Ausschlag gegeben“, so Dieckermann.

Es ist noch einmal gut gegangen, sollte das aber nicht heißen. Der Coach wollte die Leistung des Gegners keinesfalls schmälern und auch die Fehler des eigenen Teams nicht beschönigen. Am Ende, da war sich Steffen Dieckermann sehr sicher, habe es in den gut 90 Minuten in Huchting aber keinen Zweifel am Finaleinzug seiner Mannschaft gegeben: „Wir hätten das Ding auch bei einem Rückstand in der zweiten Halbzeit gedreht, denn wir waren wesentlich fitter.“

Das galt für das Spiel. Nach den intensiven Minuten am Huchtinger Getränkestand hatte diese Erkenntnis sicher keinen Bestand mehr. Zu groß war die Erleichterung über den Finaleinzug – der Blumenthaler SV konnte ja eigentlich nur verlieren in diesem Spiel. „Ich freue mich riesig, vor allem für unsere jungen Kerle“, kommentierte Bo Weißhaupt das Endspiel gegen den FC Oberneuland. Ihm war nach dem Sieg beim FCH allerdings noch egal gewesen, gegen wen sein Team antreten würde.

„Gewinnen müssen wir so oder so, wenn wir den Pokal wollen“, meinte der Mittelfeldspieler. Dessen Team geht nun zweifellos als Underdog ins Duell mit dem Regionalliga-Aufsteiger. „Da haben wir sicher weniger Druck“, so Weißhaupt. Wie ihm geht es den meisten Blumenthalern. Niemand erwartet einen Sieg gegen den FCO, die Partie am kommenden Sonnabend ist damit der Gegenentwurf zur Partie in Huchting. „Der FCH war im Spiel gegen uns, was wir gegen den FCO sind“, zog Peter Moussalli eine Parallele.

Mit anderen Worten: Unter normalen Umständen ist nichts drin. Aber gegen die Huchtinger Außenseiter war es ja auch lange recht eng zugegangen. Und so viel fehlte dann auch nicht zu einer Überraschung. Sollte sie nun dem Blumenthaler SV im Finale gelingen, dann wird die Freude noch ein bisschen größer sein als am Sonnabend. Dann wird auch Steffen Dieckermann jubeln, aus einem ganz besonderen Anlass. Es steht schließlich fest, dass der Bremer Pokalsieger am Wochenende des 12./13. September zum DFB-Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach antritt – und der BSV-Coach ist Fan dieses Vereins seitdem er vier Jahre alt ist. „Für mich wäre es natürlich ein Traum“, sagt Dieckermann.

Zuvor wartet allerdings ein weiteres Mal sehr harte Arbeit auf das Team. Zwar soll in dieser Woche ganz normal trainiert werden. Doch zwischendurch gibt es dann noch die ein oder andere Video-Sequenz vom FC Oberneuland zu sehen.

Damit der Bremen-Ligist Blumenthaler SV gut vorbereitet in das Duell mit dem Regionalligisten FCO geht. Und vielleicht muss der Präsident nach den Final-Niederlagen in 2014, 2016 und 2018 diesmal ja nicht leiden. „Ein weiteres Mal verkrafte ich auch nicht“, sagt Peter Moussalli lachend.

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