Veränderungen am Fähranleger Die Bahrsplate wächst

Noch ist kein Geld da für die Gestaltung der Fläche am Fähranleger Blumenthal, auf der einst die Strandhalle stand. Das Konzept ist aber schon lange fertig und verspricht eine attraktive Grünanlage.
12.08.2018, 19:29
Lesedauer: 3 Min
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Die Bahrsplate wächst
Von Julia Ladebeck

Bis die Fläche zwischen Rönnebecker Hafen und Fähranleger zur attraktiv gestalteten öffentlichen Grünanlage wird, müssen sich die Blumenthaler noch eine ganze Weile gedulden. Das für die Umgestaltung benötigte Geld wird voraussichtlich erst im Haushalt 2020/2021 zur Verfügung stehen. Das teilte Dagmar Bleiker, Sprecherin von Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne), jetzt auf Nachfrage mit. Einen Entwurf, wie das Areal, auf dem einst die Strandhalle stand, einmal aussehen wird, gibt es indes schon eine ganze Weile. Ziel der Planung ist die Verlängerung der Bahrsplate bis zur Hafenspitze. So entsteht eine große Grünfläche.

Derzeit ist das Gelände alles andere als eine attraktive Naherholungszone. Das rund 10.000 Quadratmeter große Areal präsentiert sich den Fährnutzern und Besuchern des Bootshauses auch nach dem Abriss der Strandhalle im Mai 2017 wenig ansprechend. Die ehemaligen Parkplätze der Strandhalle sind mit Bauzäunen abgesperrt, das Unkraut wuchert. Die Fläche, auf der die Strandhalle stand, wurde zwar mit Rasen begrünt. Der ist jedoch, wie derzeit überall, völlig vertrocknet. Aber nicht nur aus diesem Grund wirkt das gesamte Areal öde und karg.

"Schandfleck"

Wie berichtet, war die Beseitigung des Gebäudes, das von vielen Blumenthalern zum Schluss als „Schandfleck“ bezeichnet worden war, wegen der hohen Schadstoffbelastung teurer geworden als erwartet. Aus diesem Grund war nicht ausreichend Geld da, um die mit dem Bauausschuss des Beirats vereinbarten ersten Gestaltungsschritte zu finanzieren, darunter die Umgestaltung der früheren Stellflächen für Pkw.

Als Zwischenlösung hatte der Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal vorgeschlagen, den ehemaligen Parkplatz der Strandhalle vorübergehend als „Chill-out-area“ zu nutzen. Dafür sollte Sand aufgeschüttet, ein Beachvolleyballnetz sowie Liegen aufgestellt werden. Der Beirat hatte dem zugestimmt. Doch auch daraus wird nichts. Das Finanzressort hatte der vorübergehenden Nutzung nicht zugestimmt (wir berichteten). Als Begründung hatte die Senatorin für Finanzen als Eigentümerin der Fläche eine mögliche Beeinträchtigung und Gefährdung des angrenzenden Straßenverkehrs durch Bälle oder Sandverwehungen angegeben.

Nun bleibt den Blumenthalern vorerst nichts anderes, als die Vorfreude auf Veränderungen in der Zukunft. Wenn es mit der Umgestaltung dann irgendwann losgeht, ist eine schrittweise Umwandlung des Areals in eine Grün- und Naherholungszone vorgesehen. Nach und nach sollen einzelne Bausteine des Konzepts realisiert werden. Eine Umsetzung als Ganzes sei nicht finanzierbar, erläutert Peter Nowack. „Dafür ist kein Geld da.“ Der Ortsamtsleiter ist allerdings froh darüber, dass es schon eine fertige Planung gibt. „Dann kann sofort begonnen werden, wenn Mittel zur Verfügung stehen und es kommt nicht zu weiteren Verzögerungen.“ Das Konzept hat der Umweltbetrieb im Auftrag des Umweltressorts erstellt. Es ist vor einiger Zeit im Bauausschuss des Beirats präsentiert worden und auf Zustimmung gestoßen.

Es sieht einen Weg vor, der am Ufer sowie den dort vorhandenen alten Bäumen entlang bis zur Hafenspitze führt und dort in eine Sonnenterrasse mündet. Diese könnte später mit Sitzmauern, einem neu gepflanzten „Solitärbaum“, wie es in der Planungsskizze heißt, sowie weiteren Elementen ausgestattet werden. Die vorhandene Zuwegung zum Bootshaus des Wassersportvereins Blumenthal soll – auch als Feuerwehrzufahrt – bestehen bleiben und könnte gegebenenfalls irgendwann erneuert und mit acht Stellplätzen ausgestattet werden. Rechts von der Einfahrt könnte ein Standort für das Gefallenendenkmal des Wassersportvereins geschaffen werden. Es besteht aus einem auf Steinen ruhenden Anker und befindet sich derzeit an der Hafenspitze.

Erster Schritt

Weiter sieht das Konzept am Ufer der Weser eine Holzterrasse vor, die die Uferböschung überragt. „Darauf könnten Drehliegen stehen“, stellt sich Peter Nowack vor. Weiter vorne am Ufer, mehr zur Fähre gelegen, haben die Planer eine weitere Sonnenterrasse mit Bänken, einem Geländer und einer neuen Uferbeleuchtung eingezeichnet. Auch direkt am Hafenbecken soll demnach ein neuer Fußweg entstehen, mit einem neuen Geländer – das alte ist völlig marode – und auch hier einer Beleuchtung.

Zwischen den Wegen werden schließlich Rasen- und Parkflächen angelegt und mit Gehölzen bepflanzt, so die Zukunftsvision. Der Bereich des früheren Strandhallen-Parkplatzes soll ebenfalls – und das möglichst als erster Schritt – als Rasenfläche begrünt werden. Außerdem sind dort ein Wetterunterstand für die Fährnutzer, der sich dort auch jetzt schon befindet, und ein Platz mit Bänken eingezeichnet. Die Umsetzung des gesamten Konzepts werde „um 500 000 Euro“ kosten, so Nowack. Bis die Fläche am Rönnebecker Hafen tatsächlich attraktiv mit Wegen, Terrassen, Bänken und Liegen ausgestattet ist, könnten deshalb noch einige Jahre vergehen.

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