Fußball-Bremen-Liga

Die Chance des Außenseiters

Auf den Blumenthaler SV wartet an diesem Freitag eine hohe Hürde. Das Team vom Trainer Denis Spitzer stellt sich beim offensiv- und spielstarken Tabellenzweiten FC Oberneuland vor.
15.11.2018, 15:50
Lesedauer: 4 Min
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Von Klaus Grunewald

Blumenthal. Um die Hürden am 15. Spieltag zu nehmen, sind unterschiedliche Anforderungen an die Sprungkraft der beiden nordbremischen Fußball-Bremen-Ligisten Blumenthaler SV und SG Aumund-Vegesack gestellt. Während die Burgwall-Elf bereits an diesem Freitag ab 19 Uhr im Stadion am Vinnenweg beim FC Oberneuland zu einem ungewöhnlichen Höhenflug ansetzen muss, um nicht als Verlierer die Heimreise anzutreten, liegt die Messlatte für die SAV am Sonnabend tiefer. Die Vegesacker haben ab 14 Uhr im eigenen Stadion gute Chancen, die Leher Turnerschaft (LTS) leer ausgehen zu lassen.

FC Oberneuland – Blumenthaler SV: Weil die Tabelle bekanntlich nicht lügt, läuft der Blumenthaler SV an diesem Freitagabend als krasser Außenseiter auf. Mit 13 Siegen und einer Niederlage in 14 Spielen sowie bereits 63 erzielten Toren hält der FC Oberneuland hautnahen Kontakt zum bislang verlustpunktfreien Spitzenreiter Bremer SV.

Dagegen nimmt sich die bisherige Bilanz des Blumenthaler SV geradezu mager aus: Vier Siege, zwei Unentschieden und acht Niederlagen bedeuten Rang zwölf. Und dennoch wollen die Nordbremer beim turmhohen Favoriten nicht die Rolle des verängstigten Kaninchens, das sich über den Platz jagen lässt.

Das jedenfalls unterstreicht Blumenthals Trainer Dennis Spitzer, wenn er selbstbewusst ankündigt, dass man auch beim FC Oberneuland auf Sieg setzen werde. Eine ebenso mutige wie nachvollziehbare Aussage, denn was wäre die Alternative? Dass sich seine blutjunge Truppe hinten reinstellt und den Gastgebern eine Abwehrschlacht liefert? Garantiert nicht, denn ein solches Defensivsystem hat die neue Burgwall-Generation weder einstudiert, noch entspricht es ihrem Verständnis von Fußball.

Also ist es folgerichtig, dass Denis Spitzer mutige Offensivaktionen verspricht und einer defensiven Ausrichtung eine Absage erteilt. Wobei ihm die Risiken durchaus bewusst sind. Schließlich verfügen die Gastgeber über die stärkste Offensive aller Bremen-Liga-Mannschaften und stellen mit Ebrima Jobe den treffsichersten Angreifer, der mit 18 Treffern die Torschützenliste anführt.

Dennoch sind die Blumenthaler für eine Überraschung gut, wenn sie einerseits hohe Disziplin in der Abwehrarbeit an den Tag legen und andererseits ihre Torchancen optimal nutzen. Denn die dürften sie sich angesichts der individuellen Klasse beispielsweise von Rimal Haxhiu oder Ali Achour auch beim FC Oberneuland erspielen. Denis Spitzer formuliert die Ausgangsposition seines Teams so: „Es ist noch nicht so weit, um die Taktik während des Spiels zu variieren, die Jungs wollen aber Fußball spielen und Tore schießen.“ Mit anderen Worten: Im Stadion am Vinnenweg stehen die Zeichen an diesem Freitagabend auf Sturm, den FCO-Coach Kristian Arambasic von seiner Mannschaft ohnehin erwartet.

Ein wenig verbessert hat sich die Personallage bei den Nordbremern. So stehen Cheikh Gueye, Janik Wojchiechowski und Jankuba Camara wieder zur Verfügung. Auf Torwart Thomas Büttelmann (Zerrung in der Hüfte) muss Denis Spitzer aber noch verzichten. Zwischen den Pfosten soll also wieder Jascha Tiemann stehen, der beim jüngsten 5:1-Sieg gegen den Habenhauser FV eine starke Vorstellung bot.

SG Aumund-Vegesack – Leher Turnerschaft: Diese Zwischenbilanz lässt sich nach 14 Meisterschaftsspielen ziehen: Die SG Aumund-Vegesack gehört zur Mittelschicht im Bremer Amateurfußball-Oberhaus. Das unterstreicht auch der achte Tabellenplatz unter 16 Mannschaften. Dass den Vegesackern der Aufstieg in höhere Etagen bislang versagt blieb, ist ihrer mageren Auswärtsbilanz geschuldet. Von sieben Begegnungen in der Fremde wurden fünf verloren und zwei gewonnen.

Wesentlicher erfreulicher liest sich das Zwischenzeugnis für die Heimspiele: Vier Siege, zwei Niederlagen und ein Remis stehen zu Buche. Damit ist die SAV bislang das fünftstärkste Heim-Team in der Bremen-Liga. Und damit dieser Nimbus gewahrt wird, soll der Gegner am Sonnabend natürlich drei Punkte im Vegesacker Stadion abliefern.

Dafür spricht zunächst einmal der Ergebnisvergleich in den vergangenen dreieinhalb Jahren: In acht Begegnungen mussten die Seestädter sieben Niederlagen einstecken und konnten sich nur ein einziges Mal über eine Punkteteilung freuen. Doch das ist Vergangenheit. An diesem Sonnabend will die SAV nach den Worten ihres Trainers Björn Krämer alles daransetzen, abermals einen Anlauf für eine gute Ausgangsposition zu unternehmen, die den Blick nach oben eröffnet. Konkret: Gegen den Leher TS und eine Woche später gegen den Nachbarschaftsrivalen Blumenthaler SV soll maximal gepunktet werden.

Der Tabellenzehnte aus Bremerhaven ist als unbequemer Kontrahent bekannt, der in den vergangenen Jahren so manchem vermeintlich stärkeren Gegner ein Bein stellen konnte. Die Leher Turnerschaft sei kampfstark und mit ihrem schnellen Umschaltspiel plus ihren Goalgettern Gökhan Yücel und Jan-Niklas Kersten brandgefährlich, hat Krämer seinen Schützlingen im Training eingeschärft. In dem sie gezeigt hätten, dass die vermeidbare 3:6-Pleite beim BSC Hastedt vor einer Woche abgehakt sei, zeigt sich der SAV-Coach zuversichtlich. Dennoch hat die Niederlage Spuren hinterlassen. Für den im Rollsportstadion am Jürgensdeich indisponierten Torwart Marvin Ekuase soll am Sonnabend Florian Schäfers den Kasten der Gastgeber sauber halten.

Krämer: „Er hat immer gute Leistungen im Training gezeigt und ist jetzt auch mal dran.“ In die Startaufstellung könnte auch Mittelfeldspieler Marcel Burkevics rücken, während Goalgetter und Mittelstürmer Alexander Schlobohm wegen eines Muskelfaserrisses weiter zum Zuschauen verurteilt ist.

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